III
1933 - 1945
12 Jahre losgelassen

  

Die drei wichtigsten Gestalten des
deutschen Imperialismus in seiner dritten Phase:
Hitler, Göring, Himmler


30. Jan. 1933

Der ehemalige deutsche Kanzler Papen (DNVP) wird erneut preußischer Kommissar.

3. Feb. 1933

Vor Offizieren spricht der deutsche Kanzler Hitler (NSDAP) über sein außenpolitisches Konzept: Eroberung neuen „Lebensraums“ im Osten mit Perspektive „rücksichtsloser Germanisierung“.

„Deutschland war ausgeschieden aus dem Kreis der Machtstaaten. Das Gleichgewicht der Kräfte wurde ohne Beteiligung Deutschlands festgelegt. [Das] Geltendmachen der Lebensansprüche Deutschlands und [der] Wiedereintritt in den Kreis der Machtstaaten stört dieses Gleichgewicht.“ ― Adolf Hitler (NSDAP), deutscher Kanzler, 23. Mai 1939 (Hofer, Die Entfesselung des Zweiten Weltkriegs, S. 104)

Hitler
Deutscher Kanzler 1933-45
Preußischer Statthalter 1933-45

„Der außenpolitischen Forderung deutscher Gleichberechtigung, die der Herr Reichkanzler erhoben hat, stimmen wir Sozialdemokraten um so nachdrücklicher zu, als wir sie bereits von jeher grundsätzlich verfochten haben. Ich darf mir wohl in diesem Zusammenhang die persönliche Bemerkung gestatten, dass ich als erster Deutscher vor einem internationalen Forum, auf der Berner Konferenz am 3. Feb. 1919, der Unwahrheit von der Schuld Deutschlands am Ausbruch des Weltkrieges entgegengetreten bin.“ ― Otto Wels (SPD), deutscher Abgeordneter, 23. Mär. 1933 (Kratz, Rechte Genossen, www.peter-kratz.de)

8. Mär. 1933

Der deutsche Innenminister Wilhelm Frick (NSDAP) kündigt die Einrichtung von „Konzentrationslagern für Schutzhäftlinge“ an.

13. Mär. 1933

Joseph Goebbels (NSDAP) wird deutscher Propagandaminister.

17. Mär. 1933

Josef Dietrich (NSDAP) stellt eine „Stabswache“ aus SS-Mitgliedern auf.

21. Mär. 1933

Der „Tag von Potsdam“ – Eröffnung des neuen deutschen Reichstags.

 

Gefreiter, übernehmen Sie!“

22. Mär. 1933

Einrichtung des Konzentrationslagers Dachau.

24. Mär. 1933

Das „Ermächtigungsgesetz zum Schutz von Volk und Staat“ wird beschlossen. Ende der Republik in Deutschland.

Mär. 1933

Bildung der deutschen Luftwaffe.

Mär. 1933

Beginn verstärkter deutscher Zusammenarbeit mit der „Exilregierung“ der „Ukraine“ in der tschechoslowakischen Hauptstadt Praha unter Vjačeslav Prokopović.

10. Apr. 1933

Hermann Göring (NSDAP) wird preußischer Ministerpräsident.

12. Apr. 1933

Der ehemalige Truppenamtschef Seeckt wird als deutscher Militärberater nach China entsandt.

 

Militärberater Seeckt in China

Apr. 1933

Rosenberg wird Leiter der „Außenpolitischen Abteilung“ (APA) der NSDAP.

„Es gehört zu den Aufgaben der APA, die ausländische öffentliche Meinung dahingehend zu beeinflussen, dass fremde Nationen davon überzeugt werden, dass Deutschland Frieden wünscht.“ ― Aus dem „Organisationsbuch“ der NSDAP, 1934 (IMN, Der Prozess gegen die Hauptkriegsverbrecher, V, S. 63)

Apr. 1933

Der plästinensische Großmufti von Jerusalen, Amin al-Husaini („Arabischer Klub“ – NA), trifft sich mit dem deutschen Konsul im britischen Mandat Palestine und drückt seine Zustimmung zum antisemitischen Boykott in Deutschland aus.

„Die Maßnahmen des deutschen Volkes gegen das Judentum haben nirgends in der Welt so viel Verständnis und Zustimmung gefunden wie bei allen islamischen Völkern.“ ― Muhammad as-Sabri, arabischer Journalist, 4. Feb. 1938 (Münchener Neueste Nachrichten, 04.02.1938)

 

„Die Muslime innerhalb und außerhalb Palästinas [heißen] das neue Regime in Deutschland willkommen […] und [erhoffen] die Ausweitung einer faschistischen und antidemokratischen Staatsführung auf andere Länder.“ ― Amin al-Husaini (NA), palästinensischer Großmufti von Jerusalem, Apr. 1933 (Porat, The Palestinian Arab National Movement, S. 76)

Husaini

Palästinensischer Großmufti von Jerusalem 1921-48

Ein Komplize des deutschen Imperialismus

Apr. 1933

Unglücklicherweise lehnt die französische Regierung den polnischen Vorschlag einer Besetzung deutscher Gebiete zur Sicherstellung der Einhaltung des „Versailler Vertrags“ ab.

25. Apr. 1933

Der deutsche Kanzler Hitler (NSDAP) wird preußischer Statthalter.

26. Apr. 1933

Gründung der deutschen „Geheimen Staatspolizei“ (GeStaPo).

5. Mai 1933

Der preußische Ministerpräsident Göring (NSDAP) wird deutscher Luftfahrtminister.

17. Mai 1933

Der Reichstag stimmt geschlossen dem außenpolitischen Programm der deutschen Regierung zu.

Ausschlaggebend [für die Zustimmung der SPD zum außenpolitischen Programm] ist die Erwägung gewesen, dass die Regierung der nationalen Erhebung sich für einen unbedingten Friedenswillen, für eine Gleichberechtigung Deutschlands und für eine allgemeine Abrüstung unserer Gegner eingesetzt hat.“ ― Paul Löbe (SPD), deutscher Abgeordneter, Mai 1933 (Frankfurter Zeitung, 07.06.1933)

 

„Die Völker wollen den Frieden. Deutschlands Regierung will den Frieden.“ ― Rudolf Hess (NSDAP), deutscher Führer-Stellvertreter, 8. Jul. 1934 (Des Führers Kampf um den Weltfrieden, S. 1)

 

„Grotesk mutet die Behauptung an, das neue Deutschland bereite eine machtmäßige Expansionspolitik vor. In Wirklichkeit hat die deutsche Außenpolitik mit Revanche und Krieg nichts zu tun.“ ― Joseph Goebbels (NSDAP), deutscher Propagandaminister, Sep. 1933 (Goebbels, Signale, S. 234)

Goebbels
Deutscher Propagandaminister 1933-45
Deutscher Kanzler 1945

Zur Erinnerung:

„Wir wollen und wir werden keine chauvinistische Weltmachtspolitik treiben. […] Es ist eine lächerliche Verdrehung, zu behaupten, das sei die Absicht der Regierung.“ ― Gustav von Schmoller, deutscher Geostratege, 28. Nov. 1899 (Schmoller, Die wirtschaftliche Zukunft Deutschlands und die Flottenvorlage, S. 29 f)

20. Jun. 1933

In Danzig kommt eine deutsche Marionettenregierung der „Nationalsozialistischen deutschen Arbeiterpartei“ (NSDAP) unter Senatspräsident Hermann Rauschning an die Regierung.

14. Jul. 1933

Durch das „Gesetz gegen die Neubildung von Parteien“ wird die NSDAP zur einzig legalen Partei in Deutschland.

20. Jul. 1933

Das Konkordat Deutschlands mit dem Vatikan wird abgeschlossen.

Unterzeichnung im Vatikan

„In Wirklichkeit ist Papst Pius XI. der beste Freund, am Anfang sogar der einzige Freund des neuen Reiches gewesen. Millionen im Ausland standen zuerst abwartend und misstrauisch dem neuen Reich gegenüber und haben erst nach dem Abschluss des Konkordats Vertrauen zur neuen deutschen Regierung gefasst.“ ― Michael Faulhaber, Münchener Kardinal, 1936 (Engelmann, Wie wir wurden was wir sind, S. 40)

Sommer 1933

Die Auslandsorganisation der NSDAP in Ägypten berichtet nach Berlin, dass deutsche antisemitische Propaganda im Land derzeit keinen großen Widerhall findet. Es wird empfohlen besser dort anzusetzen, wo „wirkliche Interessengegensätze zwischen Arabern und Juden bestehen: Palästina.“ Der dortige Gegensatz zwischen Arabern und Juden müsse „nach Ägypten verpflanzt werden“.

Sommer 1933

Die österreichische Regierung verbietet die nach dem deutschen Vorbild arbeitende „Nationalsozialistische deutsche Arbeiterpartei“ (NSDAP). Der Vorstand und zahllose Funktionäre gehen ins deutsche Exil. (Leitung unter Theo Habicht in München). Die SS bildet im Kloster Lechfeld aus Exilanten eine „Österreichische Legion“.

Sep. 1933

Die Berliner „Stabswache“ der SS wird in „Leibstandarte Adolf Hitler“ umbenannt.

1. Okt. 1933

Gründung der nationalsozialistischen „Sudetendeutschen Heimatfront“ (SHF) als „Fünfte Kolonne“ Deutschlands in der Tschechoslowakei.

„Fünfte Kolonne“ in der Tschechoslowakei

„Das Selbstbestimmungsrecht ist nichts als eine Waffe. Man nutze jede aus dem Minderheitenproblem erwachsende Spannung. Man schüre nationale und rassische Konflikte, wo man kann. Jeder Konflikt wird Deutschland, dem neuen selbsternannten weltweiten Hüter der Ehre, Freiheit und Gleichberechtigung, in die Hände spielen.“ ― Karl Haushofer, deutscher Geostratege, 1934 (Neumann, Behemoth, S. 185)

1. Okt. 1933

Ludwig Beck wird deutscher Truppenamtschef.

Okt. 1933

Der deutsche Gesandte Fritz Grobba (NSDAP) erwirbt im Irak die Zeitung „Al-Alim al-Arabi“, in der er bald Übersetzungen von „Mein Kampf“ und den „Protokollen der Weisen von Zion“ veröffentlicht.

Okt. 1933

Nach dem Vorbild der NSDAP wird in Ägypten die nationalsozialistische Organisation „Junges Ägypten“ (MF) unter Ahmad Husain gegründet.

14. Okt. 1933

Austritt Deutschlands aus dem „Völkerbund“.

1934

Agenten des deutschen Auswärtigen Amts beziehen in Berlin ein Büro zur Einrichtung einer „Sudetendeutschen politischen Kanzlei“.

1934

Gründung des „Kolonialpolitischen Amts“ (KPA) der NSDAP unter Franz von Epp. Er fordert die Einrichtung eines deutschen Kolonialministeriums und richtet im Lauf der nächsten Monate Generalreferentenstellen für den südlichen Pazifischen Ozean, das französische Mandat Cameroun und Ost- und Westafrika ein.

26. Jan. 1934

Ein „Verständigungsvertrag“ Deutschlands mit Polen wird bis 1944 abgeschlossen.

 

Verhandlungen in Warszawa

7. Feb. 1934

Der deutsche „Verteidigungsrat“ beschließt die wirtschaftliche Kriegsvorbereitung.

20. Apr. 1934

Reichsführer-SS Himmler (NSDAP) wird GeStaPo-Inspekteur.

12. Mai 1934

Vorlage eines Rüstungsplans Admiral Erich Raeders für eine „dritte Aufrüstungsphase“.

Jun. 1934

Die im deutschen Exil lebenden Funktionäre der NSDAP Österreichs beginnen unter Fridolin Glass ihre Planungen für einen prodeutschen Putsch in Wien.

Jun. 1934

Das deutsche Propagandaministerium fragt bei der Industrie wegen geeigneten Leuten an, die für „unterdrückte Minderheiten“ in der Sowjetunion „Nationalprogramme“ ausarbeiten könnten. „Dies sollte so geschehen, dass die Grenzziehung der geforderten unabhängigen Nationalgebiete die Bodenschätze an Erzen, Kohle, Öl, Energiequellen etc. einschloss“.

„Wir paralysieren die UdSSR, indem wir den Hass und die Machtmittel der ganzen Welt gegen sie konzentrieren.“ ― Otto von Bismarck-Schönhausen, Sekretär der deutschen Botschaft in Großbritannien, 13. Mai 1933 (The Star, 13.05.1933)

25. Jun. 1934

Treffen der im deutschen Exil lebenden Funktionäre der NSDAP Österreichs um Glass im schweizerischen Zürich zur Planung eines prodeutschen Putsches in Wien. Der österreichische Botschafter in Italien, Anton Rintelen, soll als Kanzler fungieren.

30. Jun. 1934

Die deutschen Konzentrationslager werden Reichsführer-SS Himmler (NSDAP) unterstellt.

20. Jul. 1934

Die SS wird vollkommen von der SA getrennt.

25. Jul. 1934

Trotz der Ermordung des österreichischen Kanzlers Engelbert Dollfuß („Vaterländische Front“ – VF) scheitert der prodeutsche Putschversuch der Exil-NSDAP in Österreich.

2. Aug. 1934

Nach dem Tod Präsident Hindenburgs übernimmt Hitler (NSDAP) dessen Amt als deutscher „Führer und Reichskanzler“. Die Wehrmacht wird auf ihn vereidigt.

17. Okt. 1934

Die jugoslawische Regierung legt bei der deutschen Regierung Protest wegen der andauernden Tätigkeit der Ustaša in Deutschland ein.

„Deutschland ist kein Land, das auf seinem Boden die Anwesenheit oder Tätigkeit terroristischer Elemente duldet.“ ― Hermann Göring (NSDAP), deutscher Luftfahrtminister, über jugoslawische Beschwerden wegen der Ustaša-Tätigkeit in Deutschland, 17. Okt. 1934 (François-Poncet, Botschafter in Berlin, S. 248)

Göring

Preußischer Ministerpräsident 1933-45

Deutscher Luftfahrtminister 1938-45

5. Dez. 1934

Eröffnung des ersten Kongresses der internationalen „Arbeitsgemeinschaft der Nationalisten“ in Berlin.

1935

In Ungarn wird nach dem Vorbild der deutschen NSDAP die „Partei des nationalen Willens“ (NAP) unter Ferenc Szálasi gegründet.

1935

Der deutsche Unternehmer Edmund Fürholzer besucht das separatistische „Königreich Bod“ – das nach dem „Simlaer Abkommen“ vom 3. Jul. 1914 unter chinesischer Oberhoheit steht – und erhält vom IX. Panchen Lama eine Grußadresse an Kanzler Hitler (NSDAP).

„Es gab immer in der Weltgeschichte große Reiche, das wiedererstandene Deutschland aber ist das eindrucksvollste. Es erobert die Welt nicht durch Waffen, sondern durch seine Gelehrten und Erfinder. Es schickt nicht Armeen sondern Lehrer des Fortschritts. Als die ganze Welt gegen Deutschland kämpfte, lagen Hoffnung und Wünsche der kleinen Völker nur beim Deutschen Reich, dessen Sieg auch für sie Befreiung bedeutet hätte. […] Nach innerer Läuterung steht es heute größer und herrlicher da als je zuvor. Aufs neue ist es zum Führer, Lehrer und Befreier unterdrückter Völker geworden.“ ― IX. Panchen Lama, Führer der „Gelbhut“-Sekte (Dge-lugs-pa) des tibetanischen Buddhismus, in seiner Grußadresse an den deutschen Kanzler Adolf Hitler (NSDAP), 1935 (Fürholzer, Arro, Arro, S. 346)

13. Jan. 1935

Abstimmung im Saargebiet über eine Annexion durch Deutschland. In dem Gebiet hatte sich zuvor unter Führung der NSDAP eine von Berlin gesteuerte „Deutsche Front“ gebildet.

1. Mär. 1935

Deutsche Annexion des Saargebiets.

 

Deutsche Truppen im Saargebiet

10. Mär. 1935

Luftfahrtminister Göring (NSDAP) verkündet den weiteren Ausbau der deutschen Luftwaffe.

14. Mär. 1935

Die Luftwaffe wird ein selbständiger Teil der deutschen Wehrmacht.

16. Mär. 1935

Verkündigung der „Wehrhoheit“. Wiedereinführung der allgemeinen Wehrpflicht in Deutschland unter Bruch des „Versailler Vertrags“.

26. Mär. 1935

„Applikatorische Besprechungen“ über künftige Giftgaseinsätze beim deutschen Truppenamtsschef.

Giftgasmanöver der deutschen Wehrmacht 1935

„Der Aufbau der chemischen Waffe [ist] nach außen zu tarnen und vorerst auf Versuchstruppenteile zu beschränken.“ ― Aus einem Bericht des deutschen Heeresgeneralstabs, 17. Jan. 1936 (Groehler, Der lautlose Tod, S. 123)

 

„Eine Beschleunigung der Entwicklung der chemischen Waffe erscheint besonders dringend.“ ― Friedrich Fromm, deutscher Heeresamtsleiter, 20. Mär. 1936 (Groehler, Der lautlose Tod, S. 124)

 

„Es ist keine Übertreibung zu sagen, dass ein moderner Krieg ohne die Ergebnisse, die die deutsche chemische Industrie unter dem Vierjahresplan erzielte, unvorstellbar wäre.“ ― Georg von Schnitzler, Mitglied des Zentralausschusses des IG-Farben-Vorstands, 10. Feb. 1943 (OMGUS, Ermittlungen gegen die IG-Farben, S. 15)

19. Apr. 1935

In der Tschechoslowakei wird aus der SHF die „Sudetendeutsche Partei“ (SDP).

„Sollte die nationalsozialistische Partei illegal weiter bestehen, oder sollte die Bewegung im Interesse der Selbsterhaltung der Sudetendeutschen und um deren Rückkehr zum Reich vorzubereiten, ihren Kampf getarnt und mit Mitteln, die nach außenhin legal erscheinen, führen? Wir Sudetendeutschen glaubten nur die zweite Möglichkeit wählen zu können, denn die Erhaltung unserer Volksgruppe stand auf dem Spiel.“ ― Konrad Henlein, NSDAP-Gauleiter für „Böhmen und Mähren“, 4. Mär. 1941 (IMN, Der Prozess gegen die Hauptkriegsverbrecher, III, S. 84 f)

Henlein

Tschechoslowakischer SDP-Chef

Ein Komplize des deutschen Imperialismus

 

„Überall steht der Nationalismus gegen die Status-Quo-Mächte, gegen die Mächte des starren Beharrens auf.“ ― Walther Pahl, deutscher Geostratege, Apr. 1937 (Pahl, Wetterzonen der Weltpolitik, S. 6 f)

21. Mai 1935

Die deutsche Regierung beschließt das „Wehr- und Verteidigungsgesetz“. Die Wirtschaft wird zur Rüstungsproduktion verpflichtet. Schacht wird Generalbevollmächtigter für die Kriegswirtschaft.

21. Mai 1935

Ein deutsches „Friedensprogramm“ wird im Reichstag verkündet. Kanzler Hitler (NSDAP) äußert, sich nicht in Österreichs innere Angelegenheiten mischen zu wollen.

„Wenn nur die Führer und Regierenden den Frieden wollen, die Völker selbst haben sich noch nie den Krieg gewünscht. Deutschland braucht den Frieden und es will den Frieden.“ ― Adolf Hitler (NSDAP), deutscher Kanzler, 21. Mai 1935 (Hofer, Der Nationalsozialismus, S. 179)

 

„Der Pazifismus ist ein Kampfmittel und dient der Vorbereitung zum Kriege. Indem dieser Pazifismus den Gegner mit Friedensphrasen einschläfert, ist er darauf bedacht, ihn zur Vernachlässigung seiner Rüstungen zu veranlassen. Der einschläfernde Dunst, der dem Gegner vorgemacht wird, ist gleichfalls dazu angetan, mit seiner Hilfe die eigenen Rüstungen zu bemänteln.“ ― Konstantin Hierl (NSDAP), deutscher Arbeitsdienstführer, 1935 (Chvostov, Geschichte der Diplomatie, III b, S. 384)

31. Mai 1935

Das „Truppenamt“ wird wieder zum Generalstab, der 1919 vom „Versailler Vertrag“ verboten worden war. Beck ist nun deutscher Generalstabschef.

23. Jun. 1935

Das deutsche Wehrministerium wird zum Kriegsministerium.

Aug. 1935

Die vier innerhalb der deutschen Bevölkerung der dänischen Provinz Sønderjylland aktiven nationalsozialistischen Parteien vereinigen sich unter Jens Møller zur „Nationalsozialistischen deutschen Arbeiterpartei Nordschleswigs“ (NSDAPN).

15. Sep. 1935

Die Nürnberger Rassengesetze werden auf dem dortigen NSDAP-Parteitag beschlossen: „Bürgergesetz“ und „Gesetz zum Schutze des deutschen Bluts und der deutschen Ehre“.

„Artfremdes Blut ist alles Blut, das nicht deutsches Blut noch dem deutschen Blut verwandt ist. Artfremden Blutes sind in Europa regelmäßig nur Juden und Zigeuner.“ ― Hans Globke, Beamter im deutschen Innenministerium, 1937 (Giordano, Die zweite Schuld, S. 107)

 

„Statt Verzweiflung und Hoffnungslosigkeit herrschten Optimismus und Selbstvertrauen. Machte nicht Hitler wahr, was Wilhelm II. nur versprochen hatte, nämlich die Deutschen herrlichen Zeiten entgegenzuführen? War er nicht wirklich von der Vorsehung auserwählt, ein Führer wie er einem Volk nur einmal in tausend Jahren geschenkt wird?“ ― Philipp Jenninger („Christlich-demokratische Union“ – CDU), westdeutscher Bundestagspräsident, 9. Nov. 1988 (ZDF, 09.11.1988)

 

„Das Zeitalter eines überspitzten jüdischen Intellektualismus ist nun zu Ende, und der Durchbruch der Deutschen Revolution hat auch dem Deutschen Weg wieder die Gasse freigemacht.“ ― Joseph Goebbels (NSDAP), deutscher Propagandaminister, 10. Mai 1934 (www.earthstation1.com)

Okt. 1935

Das Buch „Der totale Krieg“ des ehemaligen Generalquartiermeisters Ludendorff erscheint.

1936

Der Abteilungsleiter für Außenhandel im APA der NSDAP, Werner Daitz, fordert die Errichtung einer „Zentralstelle für europäische Großraumwirtschaft“.

1936

Bildung der Denkfabrik „Deutsche Kolonialwirtschaftliche Unternehmungen“.

Jan. 1936

König Edward VIII. lässt dem deutschen Kanzler Hitler (NSDAP) mitteilen, dass er eine Allianz zwischen Großbritannien und Deutschland wünsche. Glücklicherweise nimmt der König elf Monate später seinen Hut.

7. Mär. 1936

Deutsche Kündigung des „Locarno-Vertrags“.

7. Mär. 1936

Deutsche Remilitarisierung des Rheinlands unter Bruch des „Versailler Vertrags“.

 

Deutsche Truppen im entmilitarisierten Rheinland

1. Apr. 1936

Ein deutscher „Friedensplan“ wird an Großbritannien übergeben.

19. Apr. 1936

Beginn des „Arabischen Aufstands“ im britischen Mandat Palestine gegen die jüdische Bevölkerung, der mit deutschen Geldern organisiert wurde. Deutsche Waffen werden über Syrien und Transjordanien nach Palestine geschmuggelt. Der ehemalige Leutnant im deutschen „Asienkorps“, Fawzi al-Qauqji, wird vom palästinensischen Großmufti Husaini (NA) zum Obersten Befehlshaber ernannt. Qauqji stand nach dem „Weltkrieg“ im Dienst des deutschen Geheimdienstes.

„Nur durch von Deutschland dem Großmufti von Jerusalem zur Verfügung gestellte Geldmittel war es möglich den Aufstand in Palästina durchzuführen.“ ― Aus einem Bericht des „Oberkommandos der Wehrmacht“ (OKW), 1938 (Bergsson, Muftism and Nazism, notendur.centrum.is/~snorrigb/muftism.html)

 

„Dass die deutschen Gelder durch einen bestimmten Araber in Damaskus fließen und dann nach Palästina gefiltert werden, steht außer Frage. Antisemitische […] Propaganda-Literatur wird auf Arabisch in Deutschland gedruckt und in Palästina und Ägypten verteilt.“ ― „The Times“, britische Tageszeitung, 29. Nov. 1938

 

„Je länger der Brand in Palästina anhält, um so mehr festigen sich die Widerstände gegen das jüdische Gewaltregime in allen arabischen Staaten und darüber hinaus auch in den anderen moslemischen Ländern.“ ― Alfred Rosenberg (NSDAP), APA-Chef, 1938 (Rosenberg, Tradition und Gegenwart, IV, S. 208)

Rosenberg

Deutscher Ostgebietsminister 1941-45

 

„Mit der Waffe in der Hand wehren sich die Araber gegen die Verjudung ihres Landes. Sie strafen jüdische Übeltäter, sie vernichten jüdische Siedlungen auf ergaunertem, arabischen Boden.“ Hermann Seifert (NSDAP), deutscher Journalist, über den „Arabischen Aufstand“ im britischen Mandat Palestine, 1940 (Seifert, Der Aufbruch in der arabischen Welt, S. 48)

 

„Dass Europa kommen würde, daran hatte der Jude nicht gedacht.“ ― Adolf Hitler (NSDAP), deutscher Kanzler, 4. Jan. 1942 (Jochmann, Adolf Hitler - Monologe im Führerhauptquartier, S. 177)

20. Apr. 1936

Die Oberbefehlshaber von Armee und Kriegsmarine werden Ranggleich mit den deutschen Ministern.

1. Mai 1936

Der deutsche Kanzler Hitler (NSDAP) spricht über seine „friedlichen“ Absichten gegenüber Österreich und der Tschechoslowakei.

16. Mai 1936

Der deutsche Finanzminister Ludwig Schwerin fordert vor der „Deutschen Welthandelsgesellschaft“ die Lösung des „Rohstoffproblems“ durch Erwerbung von Kolonien.

26. Jun. 1936

Die deutsche Weisung für die „einheitliche Vorbereitung eines möglichen Kriegs“ wird beschlossen.

11. Jul. 1936

Ein Vertrag Deutschlands mit Österreich wird abgeschlossen. Deutschland erkennt die Souveränität Österreichs an.

19. Aug. 1936

Nach Ausbruch des „Spanischen Bürgerkriegs“ werden deutsche Kriegsschiffe in spanische Gewässer verlegt. Beginn einer antispanischen und antisowjetischen Propagandakampagne in den deutschen Medien.

20. Aug. 1936

Die Verhandlungen zwischen Deutschland und Portugal über eine Abnahme der portugiesischen Kolonie Guinea als deutsche Kolonie werden öffentlich.

22. Aug. 1936

Erste deutsche Waffen werden über Portugal an die „Spanischen Falange-Traditionalisten“ (FET) geliefert.

Aug. 1936

Einrichtung des deutschen Konzentrationslagers Sachsenhausen.

8. Sep. 1936

Der „Parteitag der Ehre“ der NSDAP in Nürnberg beginnt. Auch Vertreter der klerikalfaschistischen JIM aus Ägypten sind anwesend. Die JIM wird nachweislich bis Okt. 1939 von der ägyptischen Abteilung des „Deutschen Nachrichtenbüros“ (DNB) finanziell unterstützt.

[Aus Dokumenten, die man in der Wohnung des DNB-Direktors in Kairo, Wilhelm Stellbogen, sicherstellte, geht hervor,] dass die Moslembruderschaft vor Okt. 1939 Subventionen vom DNB erhielt. Stellbogen war am Transfer dieser Gelder an die Bruderschaft beteiligt, deren Summe beträchtlich höher lag als die Beträge, die anderen antibritischen Aktivisten angeboten wurden. Diese Geldtransfers scheinen von Hadj Amin el-Husseini und einigen seiner palästinensischen Kontaktpersonen in Kairo […] koordiniert worden zu sein.“ ― Brynjar Lia, Historiker, 1988 (Lia, The Society of the Muslim Brothers in Egypt, S. 175)

 

„Nazi-Agenten finanzierten subversive Gruppen wie z.B. […] die Moslembrüder in Ägypten, damit sie Propaganda gegen die Briten in Palästina machen.“ ― Seth Arsenian, Offizier des britischen „Militärgeheimdienstes 5“ (MI5), Okt. 1948 (The Middle East Journal 4/1948)

Okt. 1936

Der Pressechef des deutschen Luftfahrtministeriums, Heinz Orlovius, fordert Kolonien zur Einrichtung von Luftstützpunkten.

3. Okt. 1936

Mit dem Stapellauf des Kriegsschiffs „Scharnhorst“ beginnt die heiße Phase der deutschen Seekriegsrüstung.

25. Okt. 1936

Ein Vertrag Deutschlands mit Italien zur Bildung der „Achse“ wird abgeschlossen.

„Die Gegner der Achsenmächte […] haben den europäischen Völkern nichts Neues zu bieten und sind sich untereinander in dem, was in Europa geschehen soll, wenn sie siegen völlig uneins.“ ― Aus dem Entwurf für eine „Denkschrift des deutschen Auswärtigen Amts über die Schaffung eines Europäischen Staatenbunds“, 9. Sep. 1943 (Opitz, Europastrategien des deutschen Kapitals, S. 957)

29. Okt. 1936

Propagandaminister Goebbels (NSDAP) fordert Kolonien für Deutschland.

30. Okt. 1936

Außenminister Neurath beauftragt Admiral Wilhelm Canaris, der spanischen FET die Entsendung deutscher Truppen vorzuschlagen.

6. Nov. 1936

Deutsche Intervention in Spanien. Die „Legion Condor“ trifft im Rahmen des Sonderfalls „Richard“ in Sevilla ein. Mit von der Partie ist auch der spätere Generalinspekteur der westdeutschen Bundeswehr, Heinrich Trettner.

Franco

Spanischer Führer 1936-75

Komplize des deutschen Imperialismus

„Es war […] notwendig, das deutsche Volk psychologisch allmählich umzustellen und ihm langsam klarzumachen, dass es Dinge gibt, die, wenn sie nicht mit friedlichen Mitteln durchgesetzt werden können, mit Mitteln der Gewalt durchgesetzt werden müssen. Dazu war es aber notwendig, dem deutschen Volke bestimmte außenpolitische Vorgänge so zu beleuchten, dass die innere Stimme des Volkes selbst langsam nach der Gewalt zu schreien begann.“ ― Adolf Hitler (NSDAP), deutscher Kanzler, 10. Nov. 1938 (Hörster, Wer war Hitler wirklich, S. 238 f)

Deutsche Truppen in Spanien

mit dem späteren Generalinspekteur Heinrich Trettner

25. Nov. 1936

Der „Vertrag über die gemeinsame Abwehr der Kommunistischen Internationale“ („Antikominternpakt“) Deutschlands mit Japan wird abgeschlossen.

Nov. 1936

Deutschland erkennt die FET-Gegenregierung Spaniens an.

27. Nov. 1936

General Wilhelm von Faupel wird als deutscher Botschafter in den von den FET besetzten Teil Spaniens gesandt.

„General Faupel erklärte, er habe vom Führer den Auftrag erhalten, sich besonders um die Ausgestaltung der handelspolitischen Beziehungen Deutschlands zu Spanien zu kümmern und die augenblicklich für uns günstige Zeit auszunutzen, damit nicht in einem späteren Stadium das kapitalkräftige England uns den Markt wegnähme.“ ― Hermann Sabath (NSDAP), Legationsrat der Handels- bzw. wirtschaftspolitischen Abteilung des deutschen Auswärtigen Amts, 27. Nov. 1936 (MacLeish, Akten zur Deutschen Auswärtigen Politik, D/III, S. 123)

5. Dez. 1936

Botschafter Faupel fordert eine deutsche Intervention in Spanien.

Dez. 1936

Deutsche Waffeninstrukteure werden in den von den FET besetzten Teil Spaniens gesandt.

Jan. 1937

Einrichtung der „Volksdeutschen Mittelstelle“ (VoMi) als zentrale Behörde für das „Auslandsdeutschtum“, also sämtliche „Fünften Kolonnen“ Deutschlands in aller Welt, unter Werner Lorenz (NSDAP).

3. Jan. 1937

Das Oberkommando der deutschen Kriegsmarine fordert die Beschießung spanischer Häfen.

7. Jan. 1937

Bruch des Vertrags über Marokko von 1911 durch den Einsatz deutscher Freiwilliger im von den FET besetzten spanischen Protektorat Melilla.

13. Jan. 1937

Die italienische Botschaft in Berlin fordert Außenminister Neurath auf, mehr deutsche Truppen nach Spanien zu schicken.

30. Jan. 1937

Das „Ermächtigungsgesetz“ wird vom deutschen Reichstag bis 1941 verlängert.

30. Jan. 1937

Kanzler Hitler (NSDAP) widerruft die deutsche Unterschrift unter den Versailler Kriegsschuldparagraphen.

20. Mär. 1937

Ein deutscher Geheimvertrag mit der FET-Gegenregierung Spaniens wird abgeschlossen.

Apr. 1937

Der deutsche Luftfahrtminister Göring (NSDAP) kündigt dem italienischen Ministerratspräsidenten Mussolini (PNF) die baldige Annexion Österreichs an.

26. Apr. 1937

Überfall deutscher Flugzeuge auf das spanische Guernica. Beginn einer Medienkampagne in Deutschland, die für den Angriff „Bolschewisten“ verantwortlich macht.

31. Mai 1937

Deutsche Beschießung des spanischen Almeria.

Mai 1937

Bis Mai hat Deutschland dem von den FET besetzten Teil Spaniens Waffen im Wert von 150 Millionen Mark verkauft.

15. Jun. 1937

Einrichtung des deutschen Konzentrationslagers Buchenwald.

19. Jun. 1937

Deutschland fordert eine europäische Flottendemonstration vor Valencia, um die Herausgabe der spanischen U-Boot-Flotte zu erzwingen. Vorausgegangen war ein gestellter Angriff auf ein deutsches Kriegsschiff.

22. Jun. 1937

Die deutschen Gesandtschaften im Irak und dem britischen Mandat Palestine erhalten vom Auswärtigen Amt Order, „das deutsche Verständnis für die arabischen nationalen Bestrebungen deutlicher als bisher zu bekunden“.

24. Jun. 1937

Die „Weisung für die einheitliche Kriegsvorbereitung“ der Wehrmacht wird beschlossen. Die Tschechoslowakei wird als Angriffsziel erwähnt.

„Der Krieg [kann] im Osten mit einer überraschenden deutschen Operation gegen die Tschechoslowakei beginnen. Die politischen und völkerrechtlichen Voraussetzungen für ein derartiges Handeln müssen vorher geschaffen sein.“ ― Aus „Zweifrontenkrieg mit Schwerpunkt Südost“, einer Weisung des OKW, 24. Jun. 1937 (IMN, Der Prozess gegen die Hauptkriegsverbrecher, III, S. 50)

15. Jul. 1937

Der palästinensische Großmufti Husaini (NA) nimmt in Jerusalem Kontakt mit dem deutschen Konsul im britischen Mandat Palestine auf, um sich als Komplize zu empfehlen.

„Großmufti betonte arabische Sympathien für neues Deutschland und aussprach Hoffnung, dass Deutschland arabischem Kampf gegen Judentum sympathisch gegenüberstehe und bereit sei, diesen zu unterstützen.“ ― Heinrich Döhle (NSDAP), deutscher Konsul in Jerusalem, 15. Jul. 1937 (MacLeish, Akten zur Deutschen Auswärtigen Politik, D/V, S. 637)

 

„Unsere grundlegende Bedingung für die Zusammenarbeit mit Deutschland war eine freie Hand, um noch den letzten Juden aus Palästina und der arabischen Welt auszuradieren.“ ― Amin al-Husaini, ehemaliger palästinensischer Großmufti, in seinen Memoiren (Morse, Hitler and the Palestinian Arabs, www.chuckmorse.com)

17. Jul. 1937

Der irakische Ministerpräsident Hikmet Sulaiman („Partei der nationalen Bruderschaft“ – HIW) fragt beim deutschen Gesandten über Unterstützung Deutschlands im Kampf gegen einen künftigen jüdischen Staat im britischen Mandat Palestine an.

[Die] Bildung eines Judenstaates […] liegt nicht im deutschen Interesse [da dieser eine] zusätzliche völkerrechtliche Machtbasis für das internationale Judentum schaffen würde. Es besteht daher ein deutsches Interesse an Stärkung des Arabertums als Gegengewicht gegen etwaigen solchen Machtzuwachs des Judentums.“ ― Constantin von Neurath, deutscher Außenminister, Jun. 1937 (Tillmann, Deutschlands Araberpolitik im Zweiten Weltkrieg, S. 66)

Neurath

Deutscher Außenminister 1932-38

Sep. 1937

Der SS-Offizier Adolf Eichmann (NSDAP) wird ins britische Mandat Palestine und nach Ägypten entsandt, um mit dem palästinensischen Großmufti Husaini (NA) Details einer Zusammenarbeit zu besprechen.

„Die Arbeit der Zionistischen Weltorganisation [(WZO)] birgt eine sich verstärkende Gefahr: ein starkes jüdisches Palästina. Das Weltjudentum wird für alle Zeiten […] für Deutschland als Gegner bestehen; ein starkes jüdisches Palästina könnte ein wesentlicher Faktor seines Kampfes sein.“ ― Adolf Eichmann (NSDAP), SS-Offizier, 1936 (Höhne, Der Orden unter dem Totenkopf, S. 308)

Eichmann

Ein Vordenker des deutschen Imperialismus

 

„Die Erkenntnis, dass das Judentum in der Welt stets der unversöhnliche Gegner des dritten Reiches sein wird, zwingt zu dem Entschluss, jede Stärkung der jüdischen Position zu verhindern. Ein jüdischer Staat würde aber dem Weltjudentum einen völkerrechtlichen Machtzuwachs bringen.“ ― Aus einem Runderlass des deutschen Auswärtigen Amts, 25. Jan. 1939 (MacLeish, Akten zur Deutschen Auswärtigen Politik, D/V, S. 784)

Herbst 1937

Mit deutschem Geld wird in der syrischen Hauptstadt Damas ein „Arabischer Klub“ (NA) ins Leben gerufen, der die arabische Bevölkerung zum Aufstand gegen die französische Mandatsregierung aufwiegeln soll.

27. Okt. 1937

Die Denkschrift des Abteilungsleiters der „Nebeltruppen“, Hermann Ochsner, über die „neuzeitliche Entwicklung von Giftgas“ wird an den deutschen Generalstab übergeben.

5. Nov. 1937

Die so genannte „Hossbach-Besprechung“ findet in Berlin statt. Kanzler Hitler (NSDAP) fordert, deutsche „Raumprobleme“ mit Gewalt zu lösen.

„Für Deutschland lautet die Frage, wo größter Gewinn unter geringstem Einsatz zu erreichen ist.“ ― Adolf Hitler (NSDAP), deutscher Kanzler, 5. Nov. 1937 (IMN, Der Prozess gegen die Hauptkriegsverbrecher, III, S. 47)

6. Nov. 1937

Italien tritt dem „Antikominternpakt“ mit Deutschland bei.

24. Nov. 1937

Sa’id al-Iman („Nationalisten-Block“ – QW), ein syrischer Vertrauensmann des palästinensischen Großmuftis Husaini (NA), trifft in Deutschland ein, und spricht sich für die Propagierung des Nationalsozialismus unter den Moslems aus.

28. Dez. 1937

Octavian Goga von der klerikalfaschistischen „Nationalen christlichen Liga“ (LNC) wird zum Ministerpräsidenten Rumäniens ernannt. Seit 1934 war Goga durch die APA der NSDAP schrittweise zum wichtigsten Oppositionspolitiker aufgebaut worden.

Goga

Rumänischer Ministerpräsident 1937-38

Ein Komplize des deutschen Imperialismus

„Durch dauernde Beeinflussung gelang es dem [Außenpolitischen] Amt, sowohl Octavian Goga als auch Professor [Alexandru] Cuza zu veranlassen, die von ihnen geführten Parteien auf antisemitischer Grundlage miteinander zu verschmelzen.“ ― Alfred Rosenberg (NSDAP), deutscher Ostgebietsminister, 1943 (IMN, Der Prozess gegen die Hauptkriegsverbrecher, V, S. 67)

 

„Die Deutsche Überlegung ist folgendermaßen: Die Erfahrung hat gezeigt, dass eine rein militärische Besetzung in keinster Weise in einer kompletten politischen und ökonomischen Beherrschung eines eroberten Landes mündet. Nur durch […] Komplizen im politischen Leben des besetzten Landes kann befriedigende Kontrolle ausgeübt werden. Wenn eine solche ausländische Intervention der Öffentlichkeit bekannt wird, wird dies unvermeidlich eine patriotische Reaktion hervorrufen, die schwer zu überwinden ist. Wenn sie jedoch im Geheimen, durch indirekte Komplizen […] durchgeführt wird, kann ohne jede ungünstige öffentliche Reaktion ein System kreiert werden, das sich langsam, Stück für Stück, dem Leben des gesamten Landes aufdrückt.” ― Sumner Welles (Democratic Party), amerikanischer Unterstaatssekretär, 1944 (Welles, The Time for Decision, S. 344)


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