1938

Die Denkschrift „Kolonialfrage und Rassegedanke“ des „Rassenpolitischen Amts“ (RPA) der NSDAP entsteht. Zur gleichen Zeit entsteht der Bericht „Organisierung der Eingeborenenarbeit in Ostafrika und ihre Gestaltungsmöglichkeiten auf nationalsozialistischer Grundlage“.

1938

Das Buch „Engländer, Juden, Araber in Palästina“ des SS-Offiziers Wirsing (NSDAP) erscheint. Darin wird der deutsche Kampf gegen die Gründung eines jüdischen Staats im britischen Mandat Palestine zum Hauptziel der Außenpolitik erklärt.

„Die nach Palästina kommenden Juden begannen alsbald, das Verhältnis von Efendi und Fellachim, von Herrenschicht und Fellachen nach marxistischen Grundsätzen zu untersuchen. Selbstverständlich machten sie auch den Versuch, diese Sozialstruktur zu zersetzen.“ ― Giselher Wirsing (NSDAP), deutscher Journalist der Tageszeitung „Münchener Neueste Nachrichten“, 1938 (Wirsing, Engländer, Juden, Araber in Palästina, S. 134)

Wirsing

Ein Vordenker des deutschen Imperialismus

 

Unverändertes deutsches Weltbild 50 Jahre später:

 

[Die Zionisten] zerstören die sozialen Zusammenhänge der [palästinensischen] Menschen und vertreiben sie von Land und Boden. Damit vernichten sie ihre Würde und Identität.“ ― Aus einer Erklärung der westdeutschen „Nahostgruppe Freiburg“, 1988 (Haury, Das abstrakte Böse, www.okf-sued.org)

1938

Das Buch „Der maßlose Kontinent“ des SS-Offiziers Wirsing (NSDAP) erscheint. Darin wird die Ideologie des deutschen Antiamerikanismus manifestiert.

„Ich finde abends ein paar Stunden Zeit, in dem neuen Buch von Wirsing, Der maßlose Kontinent, zu lesen. […] Das Material, das er zusammenträgt, ist wahrhaftig erschütternd. [US-Präsident Franklin] Roosevelt ist einer der schwersten Schädlinge der modernen Kultur und Zivilisation. Wenn es uns nicht gelänge, die Feindseite, die sich aus Bolschewismus, Plutokratie und Kulturlosigkeit zusammensetzt, endgültig zu schlagen, dann würde die Welt der dunkelsten Finsternis entgegengehen.“ ― Joseph Goebbels (NSDAP), deutscher Propagandaminister, 12. Mär. 1942 (www.wikipedia.org)

Jan. 1938

Die deutsche Finanzunterstützung für die Partei „Alles für das Land“ (TPT) – die ehemalige „Eiserne Garde“ (GF) – in Rumänien wird öffentlich.

4. Feb. 1938

Bildung des OKW. Gleichzeitig Auflösung des deutschen Kriegsministeriums. OKW-Chef wird Wilhelm Keitel (NSDAP). Kanzler Hitler (NSDAP) wird Oberbefehlshaber der Wehrmacht. Der militärische Spionagedienst erhält die Bezeichnung „Amtsgruppe Abwehr“.

4. Feb. 1938

Der bisherige „Beauftragte für außenpolitische Fragen im Stab des Stellvertreters des Führers“ („Dienststelle Ribbentrop“), Joachim von Ribbentrop (NSDAP), wird deutscher Außenminister.

12. Feb. 1938

Der deutsche Kanzler Hitler (NSDAP) droht dem österreichischem Kanzler Kurt Schuschnigg (VF) in Berchtesgaden mit einem sofortigen Einmarsch in Österreich.

„Deutschland wird, […] gestützt auf seine Freundschaften, nichts unversucht lassen, um jenes Gut zu retten, das die Voraussetzungen für jene Arbeiten auch in der Zukunft abgibt, die uns vorschweben: den Frieden.“ ― Adolf Hitler (NSDAP), deutscher Kanzler, 20. Feb. 1938 (IMN, Der Prozess gegen die Hauptkriegsverbrecher, III, S. 133)

Feb. 1938

Erste Verhandlungen über deutsche Waffenlieferungen an Saudi-Arabien.

„So wie die Judenfrage für die gesamte arabische Welt eine Existenzfrage ist, so ist sie es auch für Deutschland. Deutschland hat gut daran getan, die Judenfrage einer Lösung zuzuführen.“ ― Abd al-Aziz Ibn Sa’hat, saudischer König, 18. Feb. 1938 (MacLeish, Akten zur deutschen auswärtigen Politik, D-V, S. 674)

Sa’hat

Saudischer König 1932-53

Ein Komplize des deutschen Imperialismus

11. Mär. 1938

Deutsches Ultimatum an Österreich zur Verhinderung einer Volksabstimmung.

12. Mär. 1938

Im so genannten „Berchtesgadener Abkommen“ sagt der österreichische Kanzler Schuschnigg die Aufnahme der NSDAP in die Regierung zu. NSDAP-Chef Arthur Seyß-Inquart wird zum österreichischen Kanzler ernannt.

„Die Hauptsache ist, dass sich jetzt Inquart der ganzen Regierung bemächtigt, Rundfunk besetzt hält. […] Folgendes Telegramm soll der Seyß-Inquart hersenden: […] Die provisorische österreichische Regierung, die nach der Demission der Regierung Schuschnigg ihre Aufgabe darin sieht, Ruhe und Ordnung in Österreich wieder herzustellen, richtet an die deutsche Regierung die dringende Bitte, sie in ihrer Aufgabe zu unterstützen und ihr zu helfen, Blutvergießen zu verhindern. Zu diesem Zweck bittet sie die deutsche Regierung um baldmöglichste Entsendung deutscher Truppen. […] Und dann, vor allen Dingen führt er ja jetzt auch die Außenpolitik. […] und der muss jetzt ein paar Leute berufen. Er soll die Leute berufen, die wir ihm vorgeschlagen haben.“ ― Hermann Göring (NSDAP), deutscher Luftfahrtminister, gegenüber Staatssekretär Wilhelm Keppler (NSDAP), 11. Mär. 1938 (Michaelis, Ursachen und Folgen, IX, S. 652 f)

12. Mär. 1938

Deutscher Einmarsch in Österreich im Sonderfall „Otto“ und Annexion als „Ostmark“. Die Bezeichnung „Großdeutschland“ wird eingeführt.

Seyß

Österreichischer Kanzler 1938

Deutscher Außenminister 1945

Ein Komplize des deutschen Imperialismus

Deutsche Truppen in Österreich

13. Mär. 1938

Das Gesetz über die „Wiedervereinigung“ Österreichs mit Deutschland wird beschlossen.

13. Mär. 1938

Der deutsche Luftfahrtminister Göring (NSDAP) gibt der tschechoslowakischen Regierung sein „Ehrenwort“, dass Deutschland keine feindlichen Absichten habe.

16. Mär. 1938

Das OKW fragt bei der deutschen Regierung für den Fall eines polnisch-litauischen Kriegs über die Möglichkeit einer deutschen Besetzung der litauischen autonomen Region Klaipeda nach.

16. Mär. 1938

Nach der deutschen Besetzung Österreichs kommt es in Liechtenstein zu einer „Anschlussbewegung“. Die „Vaterländische Union“ (VU) will bei der kommenden Wahl als NSDAP auftreten. Später wird die deutsche Unterstützung wegen Spannungen mit der Schweiz eingestellt.

17. Mär. 1938

Das Auswärtige Amt ist für den Fall eines polnisch-litauischen Kriegs für eine sofortige deutsche Besetzung der litauischen autonomen Region Klaipeda.

21. Mär. 1938

Die VU fordert die Annexion Liechtensteins durch Deutschland.

28. Mär. 1938

Unterredung des SDP-Chefs Konrad Henlein bei der NSDAP in Berlin. Die Forderungen an die tschechoslowakische Regierung sollen immer maßloser werden und auf jeden Fall unannehmbar sein. Die Einrichtung des „Sudetendeutschen Freikorps“ und des „Freiwilligen Schutzdienstes“ werden vereinbart.

„Fünfte Kolonne“ in der Tschechoslowakei

„Die politisch labile und überraschende Zwischenfälle nicht ausschließende Weltlage [erfordert] eine stetige Kriegsbereitschaft der deutschen Wehrmacht, um etwa sich ergebende politisch günstige Gelegenheiten militärisch ausnutzen zu können.“ ― Werner von Blomberg (NSDAP), deutscher Kriegsminister, 29. Jun. 1937 (IMN, Der Prozess gegen die Hauptkriegsverbrecher, III, S. 131)

Blomberg

Deutscher Wehrminister 1932-35

Deutscher Kriegsminister 1935-38

Apr. 1938

Beginn der deutschen Propagandakampagne für die „gequälte, von Völkermord und Vertreibung bedrohte deutsche Minderheit“ in der Tschechoslowakei, die schließlich innerhalb eines Jahres zur Zerstörung des Staats führt.

„Aufrechterhaltung weiterer Unruhen und Zusammenstöße.“ ― Adolf Hitler (NSDAP), deutscher Kanzler, über die Aufgabe des „Sudetendeutschen Freikorps“, 18. Sep. 1938 (IMN, Der Prozess gegen die Hauptkriegsverbrecher, III, S. 93)

Apr. 1938

Auf ihrem Parteitag in Karlovy Vary bekennt sich die SDP offen zum Nationalsozialismus.

21. Apr. 1938

Unterredung des deutschen Kanzler Hitlers (NSDAP) mit OKW-Chef Keitel (NSDAP) über das Unternehmen „Grün“ – die Besetzung der Tschechoslowakei.

3. Mai 1938

Einrichtung des deutschen Konzentrationslagers Flossenbürg.

12. Mai 1938

Deutschland erkennt des japanischen Marionettenstaat Man Zhugou an.

17. Mai 1938

Die „Tschechoslowakei-Besprechung“ der IG-Farben über die Zerschlagung des Staats findet statt.

28. Mai 1938

Die Vorbereitungen für einen deutschen Angriff auf die Tschechoslowakei beginnen mit dem Zieldatum 2. Okt. 1938.

„Die Aktion Grün wird ausgelöst durch einen Zwischenfall in der Tschechei, der Deutschland den Anlass zum militärischen Eingreifen gibt. Die Bestimmung des Zeitpunktes dieses Zwischenfalls nach Tag und Stunde ist von größter Bedeutung.“ ― Alfred Jodl, deutscher General, 24. Aug. 1938 (IMN, Der Prozess gegen die Hauptkriegsverbrecher, I, S. 219)

Jodl

Deutscher OKW-Chef 1945

30. Mai 1938

Der deutsche Kanzler Hitler (NSDAP) spricht geheim vom „unabänderlichen Entschluss, die Tschechoslowakei durch militärische Maßnahmen in naher Zukunft zu zerschlagen“.

„Der Propagandakrieg muss einerseits die Tschechei durch Drohungen einschüchtern und ihre Widerstandskraft zermürben, andererseits den nationalen Volksgruppen Anweisungen zur Unterstützung des Waffenkrieges geben und die neutralen in unserem Sinne beeinflussen.“ ― Adolf Hitler (NSDAP), deutscher Kanzler, 30. Mai 1938 (IMN, Der Prozess gegen die Hauptkriegsverbrecher, III, S. 55)

17. Jun. 1938

Das Auswärtige Amt beginnt die Sammlung von „Beschwerden über die Behandlung der deutschen Minderheit in Polen“.

Jun. 1938

Bei den Kommunalwahlen in der Tschechoslowakei wählen in den „sudetendeutschen“ Gebieten ca. 92% die SDP.

8. Jul. 1938

Der deutsche Luftfahrtminister Göring (NSDAP) fordert die Entwicklung eines Fernbombers, der das amerikanische New York erreichen kann. Zur gleichen Zeit billigt das OKW Pläne für eine Luftoffensive gegen Großbritannien im Unternehmen „Blau“.

„Ich würde über einen solchen Bomber außerordentlich glücklich sein, um endlich einmal dem Hochmut da drüben das Maul zu stopfen.“ ― Hermann Göring (NSDAP), deutscher Luftfahrtminister, über die Entwicklung des „New-York-Bombers“, 8. Jul. 1938 (Thies, Architekt der Weltherrschaft, S. 138)

 

Wir müssen erst die ganzen Machtmittel in die Hand bekommen, wenn wir die andere Seite ganz zu Boden werfen wollen. Solange man an Kraft zunimmt, soll man den Kampf gegen den Gegner nicht aufnehmen. Erst, wenn man weiß, dass man am Höhepunkt der Macht angelangt ist, dass es keine weitere Aufwärtsentwicklung gibt, soll man losschlagen.“ ― Adolf Hitler (NSDAP), deutscher Kanzler, 20. Feb. 1933 (IMN, Der Prozess gegen die Hauptkriegsverbrecher, II, S. 256)

Aug. 1938

Da Deutschland nun den japanischen Imperialismus unterstützt, werden alle Militärberater aus China abgezogen.

Aug. 1938

Einrichtung des Konzentrationslagers Mauthausen im deutsch besetzten Österreich.

20. Aug. 1938

Einrichtung einer „Zentralstelle für jüdische Auswanderung“ durch den SS-Offizier Eichmann (NSDAP) im besetzten Wien.

5. Sep. 1938

Die chilenische MNS unter Jorge González versucht gegen die Regierung zu putschen und scheitert. Zahlreiche deutschstämmige MNS-Mitglieder waren an dem Staatsstreich beteiligt.

15. Sep. 1938

SDP-Chef Henlein fordert: „Wir wollen heim ins Reich“.

Sep. 1938

Die „sudetendeutsche“ Städte Varnsdorf und Chomutov erklären sich für „judenfrei“.

19. Sep. 1938

Das „Sudetendeutsche Freikorps“ in der Tschechoslowakei wird der Betreuung des deutschen „Oberkommandos des Heers“ (OKH) unterstellt.

„Seit dem 19. Sep. ist das [‚Sudetendeutsche’] Freikorps in mehr als 300 Unternehmungen mit bewundernswertem Angriffsgeist und mit einer bis zur Selbstaufopferung gesteigerten Einsatzbereitschaft seiner Aufgabe nachgekommen.“ ― Aus einem Bericht des Stabs von SDP-Chef Konrad Henlein, Sep. 1938 (IMN, Der Prozess gegen die Hauptkriegsverbrecher, III, S. 94)

30. Sep. 1938

Die Konferenz von München endet mit dem „Münchener Abkommen“. Deutschland setzt die Zerschlagung der Tschechoslowakei durch.

Verhandlungen in München

„Mit Hitler hatten wir nie etwas zu tun. Das Münchener Abkommen hat den Sudetendeutschen vielmehr das Selbstbestimmungsrecht gebracht.“ ― Horst Übelacker („Witiko-Bund“ – WB), Okt. 1993 (Prager Zeitung 41/1993)

 

„Gouvernantenhafte Bevormundung ertragen wir nicht mehr.“ ― Adolf Hitler (NSDAP), deutscher Kanzler, 9. Okt. 1938 (Rühle, Das Dritte Reich, S. 346)

1. Okt. 1938

Deutscher Einmarsch in die Tschechoslowakei und Besetzung des „Sudetenlands“. Die ehemals 27,000 Juden der Gebiete wurden bereits vorher zu 95% von den „Sudetendeutschen“ vertrieben.

Deutsche Truppen in der Tschechoslowakei

„Der Anschluss 1938 hat für die Sudetendeutschen jene Selbstbestimmung bedeutet, welche ihnen 1918/19 verweigert wurde.“ ― „Der Spiegel“, deutsche Zeitschrift, 14. Okt. 1996

6. Okt. 1938

Die mit Deutschland verbündeten slowakischen Separatisten in der Tschechoslowakei können sich mit ihrer Forderung nach Autonomie gegenüber der geschwächten Zentralregierung durchsetzen.

16. Okt. 1938

Unterredung des deutschen Luftfahrtministers Göring (NSDAP) mit slowakischen Separatisten in Berlin.

„Die Slowaken wollen volle Selbständigkeit unter stärkster politischer, wirtschaftlicher, militärischer Anlehnung an Deutschland. […] Beim Zusammentreten des ersten slowakischen Landtages Ausrufung der selbständigen Slowakei. […] Judenproblem wird ähnlich wie in Deutschland gelöst.“ ― Ferdinand Durčanský („Hlinkovsche slowakische Volkspartei“ – HSLS), stellvertretender slowakischer Ministerpräsident, 16. Okt. 1938 (Hofer, Der Nationalsozialismus, S. 221)

 

„Bestrebungen der Slowaken auf Selbständigkeit in geeigneter Weise unterstützen. Eine Tschechei ohne Slowakei ist uns noch mehr restlos ausgeliefert. Flughafenbasis in Slowakei für Luftwaffe im Einsatz gegen Osten sehr wichtig.“ ― Hermann Göring (NSDAP), deutscher Luftfahrtminister, 16. Okt. 1938 (Hofer, Der Nationalsozialismus, S. 221)

21. Okt. 1938

Der deutsche Kanzler Hitler (NSDAP) gibt den Befehl zur Vorbereitung der „Erledigung der Rest-Tschechei“.

„Nach außen hin muss klar in Erscheinung treten, dass es sich nur um eine Befriedungsaktion und nicht um ein kriegerisches Unternehmen handelt.“ ― Wilhelm Keitel (NSDAP), OKW-Chef, über einen deutschen Einmarsch in die Tschechoslowakei, 17. Dez. 1938 (IMN, Der Prozess gegen die Hauptkriegsverbrecher, III, S. 168)

Keitel

Deutscher OKW-Chef 1938-45

Herbst 1938

Einrichtung des deutschen Konzentrationslagers Neuengamme.

31. Okt. 1938

Franz Halder wird deutscher Generalstabschef.

9. Nov. 1938

Organisierte Judenverfolgung in ganz Deutschland in der so genannten „Kristallnacht“.

Brennende Synagoge in Berlin

„Was die Juden anging: Hatten sie sich nicht in der Vergangenheit doch eine Rolle angemaßt, die ihnen nicht zukam? Mussten sie nicht endlich mal Einschränkungen in Kauf nehmen? Hatten sie es nicht vielleicht sogar verdient, in ihre Schranken gewiesen zu werden?“ ― Philipp Jenninger (CDU), westdeutscher Bundestagspräsident, 9. Nov. 1988 (ZDF, 09.11.1988)

Nov. 1938

Die deutsche Tageszeitung „Völkischer Beobachter“ startet als Antwort auf britische Proteste gegen den Terror des Pogroms vom 9. Nov. 1938 eine Kampagne für die angeblich unterdrückten wasirischen Paschtunen, die zu Tausenden durch britische Bombenangriffe in Afghanistan umkämen.

20. Nov. 1938

Das Protokoll über die „endgültige Grenze“ zwischen Deutschland und der Tschechoslowakei wird in Berlin abgeschlossen.

Dez. 1938

Der deutsche Agent Oscar Phaus wird von der Abwehr beauftragt, in Irland mit der „Irisch-republikanischen Armee“ (IRA) Kontakt aufzunehmen.

6. Dez. 1938

Eine „Nichtangriffserklärung“ Deutschlands mit Frankreich wird abgeschlossen.

„Die Umstände haben mich gezwungen, jahrzehntelang fast nur vom Frieden zu reden. Nur unter der fortgesetzten Betonung des deutschen Friedenswillens und der Friedensabsichten war es mir möglich, dem deutschen Volk Stück für Stück die Freiheit zu erringen und ihm die Rüstung zu geben, die immer wieder für den nächsten Schritt als Voraussetzung notwendig war.“ ― Adolf Hitler (NSDAP), deutscher Kanzler, 10. Nov. 1938 (Hörster, Wer war Hitler wirklich, S. 238 f)

Dez. 1938

Die von der SS organisierte deutsche „Tibet-Expedition Ernst Schäfer“ erreicht die Hauptstadt des separatistischen „Königreichs Bod“ – Lhasa – und tauscht mit dem Regenten Rating Rimpoche Freundlichkeiten aus.

„Dem trefflichen Herrn Hitler […] der erlangt hat die Macht über die weite Erde. Möge Ihnen miteinander körperliches Wohlbefinden, friedliche Ruhe und gute Taten beschieden sein. Gegenwärtig bemühen Sie sich um das Werden eines dauerhaften Reiches in friedlicher Ruhe und Wohlstand, auf rassischer Grundlage.“ ― Rating Rimpoche, tibetanischer Regent, in seiner Grußadresse an den deutschen Kanzler Adolf Hitler (NSDAP), 1939 (Trimondi, Hitler, Buddha, Krishna, S. 130)

Rimpoche

Tibetanischer Regent 1934-41

Ein Komplize des deutschen Imperialismus

1939

In Ungarn wird die verbotene NAP als „Pfeilkreuzerpartei“ (NPHM) wiedergegründet.

Frühjahr 1939

Eine Gruppe deutscher Agenten der SS und des SD („Sicherheitsdienst“ der SS) reist in die Tschechoslowakei, um in Bratislava Kontakt zu slowakischen Separatisten aufzunehmen. Sie bewegen den slowakischen Regierungschef Jozef Tiso (HSLS) dazu, eine Einladung der tschechoslowakischen Regierung zu Versöhnungsgesprächen in der Hauptstadt Praha abzulehnen, und statt dessen noch aggressiver auf die Unabhängigkeit hinzuarbeiten.

Jan. 1939

Der deutsche Reichsführer-SS Himmler (NSDAP) hilft dem japanischen Botschafter in Deutschland, Hirosho Oshima, zehn sowjetische Exilanten in die Sowjetunion zu schaffen, die den Generalsekretär der „Kommunistischen Partei der Sowjetunion“ (KPSS), Iossif Stalin, ermorden sollen.

6. Jan. 1939

Deutschland bietet Polen den Beitritt zum „Antikominternpakt“ an.

13. Jan. 1939

Beitritt Ungarns zum „Antikominternpakt“.

23. Jan. 1939

Die deutsche Regierung beansprucht antarktisches Gebiet als „Neuschwabenland“. Die Gebietsforderung überschneidet sich mit dem norwegischem Territorium Dronning Maud Land.

25. Jan. 1939

Die Denkschrift „Die Judenfrage als Faktor der Außenpolitik“ des Auswärtigen Amts entsteht. Die Verhinderung der Gründung eines jüdischen Staats im britischen Mandat Palestine wird erneut zum Hauptziel deutscher Nahostpolitik erklärt.

27. Jan. 1939

Befehl des deutschen Kanzlers Hitler (NSDAP) an die Kriegsmarine zur Umsetzung des „Z-Plans“, dem Aufbau einer mächtigen Überwasserflotte bis 1944.

30. Jan. 1939

Der deutsche Kanzler Hitler (NSDAP) kündigt die „Vernichtung der jüdischen Rasse in Europa“ an.

„Wird man diesen deutschen Diktator in 200 Jahren nicht ebenso anerkennend betrachten wie Friedrich den Großen, dessen Gemälde im Bunker hinter Hitlers Schreibtisch hängt?“ ― „Der Tagesspiegel“, deutsche Tageszeitung, über den deutschen Spielfilm „Der Untergang“, 24. Aug. 2004

3. Feb. 1939

Der deutsche Agent Phaus erreicht Irland.

Feb. 1939

Beitritt des japanischen Marionettenstaats Man Zhugou zum „Antikominternpakt“ mit Deutschland.

Feb. 1939

Kontaktaufnahme der IRA mit der deutschen Abwehr in Hamburg. Zur gleichen Zeit hat die Abwehr bereits beste Kontakte zur bretonischen Separatistenorganisation „Nationale bretonische Partei“ (PNB) in Frankreich.

Mär. 1939

Ein Kommando des deutschen SD dringt in die Tschechoslowakei ein und beginnt mit der Inszenierung von Attentaten slowakischer Separatisten.

13. Mär. 1939

Der ehemalige slowakische Regierungschef Tiso (HSLS) trifft in Berlin mit dem deutschen Kanzler Hitler (NSDAP) zusammen, um die Provinz Slovensko deutschem „Schutz“ zu unterstellen.

15. Mär. 1939

Der tschechoslowakische Präsident Emil Hácha wird in Berlin zur Erklärung gezwungen, das „tschechische Volk unter den Schutz des Deutschen Reiches zu stellen“.

„Ich habe gar nichts gegen Ihre schöne Stadt [= Praha], wenn Ihr aber gegen den Entschluss des Führers irgend etwas machen wollt, besonders falls Ihr versuchen solltet Hilfe vom Westen zu erlangen, wäre ich gezwungen, der Welt die hundertprozentige Wirksamkeit meiner Luftwaffe zu zeigen.“ ― Hermann Göring (NSDAP), deutscher Luftfahrtminister, gegenüber dem tschechoslowakischen Präsidenten Emil Hácha, 15. Mär. 1939 (Hofer, Der Nationalsozialismus, S. 222)

15. Mär. 1939

Deutsche Besetzung der Tschechoslowakei und Annexion im Unternehmen „Grün“.

Deutsche Truppen in der Tschechoslowakei

[Exil-Präsident Edvard] Beneš und seine Freunde sind Agenten der englisch-französischen Imperialisten.“ ― Aus einem Aufruf der mit Deutschland kollaborierenden „Tschechischen kommunistischen Partei“ (ČKS), Sep. 1939 (Zentner, Illustrierte Geschichte des Zweiten Weltkriegs, S. 45)

 

„Der gefährlichste Mensch, den es überhaupt gibt, das ist Beneš.“ ― Adolf Hitler (NSDAP), deutscher Kanzler, 25. Jan. 1942 (Jochmann, Adolf Hitler - Monologe im Führerhauptquartier, S. 228)

16. Mär. 1939

Errichtung des deutschen Protektorats „Böhmen und Mähren“ in der besetzten Tschechoslowakei.

16. Mär. 1939

Zur endgültigen Zerschlagung der Tschechoslowakei wird die Abtrennung der Provinz Slovensko als deutsches Protektorat „Slowakischer Staat“ unter Präsident Tiso und der klerikalfaschistischen HSLS durchgesetzt.

Tiso

Slowakischer Präsident 1939-42

Slowakischer Führer 1942-45

Ein Komplize des deutschen Imperialismus

„Es ist immer Krieg. Der Unterschied ist nur, ob geschossen wird. Auch im Frieden ist Krieg. Wer das nicht begriffen hat, kann keine Außenpolitik machen.“ ― Joachim von Ribbentrop (NSDAP), deutscher Außenminister, Aug. 1939 (Speer, Spandauer Tagebücher, S. 221)

Ribbentrop

Deutscher Außenminister 1938-45

18. Mär. 1939

Ein „Schutzvertrag“ Deutschlands mit dem separatistischen „Slovakischen Staat“ wird abgeschlossen.

20. Mär. 1939

Ultimative Forderung der deutschen Regierung zur Übergabe der litauischen autonomen Region Klaipeda an Deutschland.

„In Ribbentrops großem Arbeitszimmer […] setzte ich ihm meine Gedanken auseinander. Er unterbrach mich jedoch grob und stellte ein Ultimatum: Litauen solle Deutschland unverzüglich das Memelland zurückgeben. [Hitlers] Agenten in Litauen aktivierten sich [schon kurz nach 1933], vor allem die NSDAP in Klaipeda. Von ihren Stützpunkten Königsberg und Tilsit aus bereiteten die Klaipeda-Nazis Sabotage- und Terrorakte vor. […] All dem setzte Ribbentrops Ultimatum die Krone auf.“ ― Juozar Urbšys, ehemaliger litauischer Außenminister, 1968 (Besymenskij, Sonderakte Barbarossa, S. 152)

21. Mär. 1939

Die deutschen Forderungen an Polen werden formuliert: Danzig, Korridor nach Ostpreußen usw.

23. Mär. 1939

Deutsche Besetzung der litauischen autonomen Region Klaipeda und Annexion.

 

Deutsche Truppen in Litauen

24. Mär. 1939

In Liechtenstein scheitert ein prodeutscher Putsch der „Volksdeutschen Bewegung in Liechtenstein“ (VDBL) unter Theodor Schaedler.

27. Mär. 1939

Beitritt des von den FET besetzten Teils Spaniens zum „Antikominternpakt“ mit Deutschland.

31. Mär. 1939

Eine britisch-französische Garantie für Polen wird ausgesprochen.

1. Apr. 1939

Machtübernahme der FET in ganz Spanien. Deutschland hatte deren Führer Francisco Franco zwischen 1936 und 1939 mit 500 Millionen Mark unterstützt.

3. Apr. 1939

Anordnung zur Vorbereitung des deutschen Angriffs auf Polen.

Apr. 1939

Aufstand der nationalsozialistischen Organisation „Die Ritterlichkeit“ (al-Futuwwah) im Irak mit Unterstützung der deutschen Botschaft. Die Jugendlichen Aufwiegler bezeichnen sich bei der späteren Gerichtsverhandlung als „Nationalsozialisten“.

25. Apr. 1939

Der deutsche Propagandasender in Zeesen startet sein arabisches Programm.

28. Apr. 1939

Deutsche Kündigung der „Nichtangriffserklärung“ mit Polen.

15. Mai 1939

Einrichtung des deutschen Konzentrationslagers Ravensbrück.

23. Mai 1939

In Berlin findet eine Besprechung der deutschen Regierungs- und Militärführung „über die Lage und Ziele der Politik“ statt.

31. Mai 1939

Eine „Nichtangriffserklärung“ Deutschlands mit Estland wird abgeschlossen.

Mai 1939

Eine „Nichtangriffserklärung“ Deutschlands mit Lettland wird abgeschlossen.

Mai 1939

Das DNB versucht in Verhandlungen mit dem palästinensischen Großmufti Husaini (NA) den schleppenden „Arabischen Aufstand“ im britischen Mandat Palestine wieder in Gang zu bringen.

„Ungeheure Geldmittel [stehen] für die Verlängerung der Rebellion zur Verfügung […] und […] Maschinengewehre [sind] für die Rebellen

ins Land gebracht worden.“ ― Ein ungenannter DNB-Vertreter, Mai 1939 (Balke, Die Landesgruppe der NSDAP in Palästina, S. 207)

 

„Aufgrund von Zusagen des Dritten Reiches an

Hadj Amin El-Husseini [verfügen] die arabischen Nationalisten bald über genügend finanzielle Mittel zur Fortsetzung ihrer Rebellion.“ ― Franz Reichert (NSDAP), DNB-Chef im britischen Mandat Palestine, 1939 (Balke, Die Landesgruppe der NSDAP in Palästina, S. 205)

7. Jun. 1939

Eine „Nichtangriffserklärung“ Deutschlands mit Dänemark wird abgeschlossen.

22. Jun. 1939

Der so genannte „Stahlpakt“ der „Achsenmächte“ Deutschland und Italien wird abgeschlossen.

 

Unterzeichnung in Berlin

28. Jun. 1939

Die Denkschrift „Verwendung von chemischen Kampfstoffen im Kriege“ des deutschen „Heeresamts“ entsteht.

30. Jun. 1939

Deutsche Offiziere werden nach Danzig gesandt, um die „Heimwehr“ zu organisieren.

21. Jul. 1939

Das deutsche Protektorat Slovensko erklärt sich zur Republik. Auf die deutsche Kontrolle des Staats hat dies keine Auswirkungen.

Aug. 1939

Die „Tibet-Expedition Schäfer“ der SS kehrt nach Deutschland zurück. Reichsführer-SS Himmler (NSDAP) plant nach Kriegsausbruch ein erneutes Vordringen des SS-Untersturmführers Schäfer nach Lhasa: Mit 30 SS-Kommandos soll er die prodeutsche tibetanische Regierung zum Krieg gegen Britisch-Indien aufwiegeln.

Aug. 1939

Zwölf deutsche SD-Kommandos werden nach Polen geschafft, um dort 200 Einzelaktionen durchzuführen, die polnischen „Extremisten“ angelastet werden sollen.

Aug. 1939

Ein „Verrechnungs- und Kreditvertrag“ Deutschlands mit Afghanistan wird abgeschlossen.

„Man traf deutsche Kaufleute in Kabul und deutsche Autobahn-Ingenieure auf dem Land. Deutscher Stahl ging in die neuen Brücken auf den Autobahnen. Die deutsche Lufthansa war die einzige Fluggesellschaft die auf dem Flughafen von Kabul landete.“ ― Ernest Fox, amerikanischer Geologe, über die Verhältnisse in Afghanistan, 1939 (Shah, German Activities in the North-West Frontier Province, www.brain.com.pk)

23. Aug. 1939

Eine „Nichtangriffserklärung“ Deutschlands mit der Sowjetunion wird bis 1949 abgeschlossen.

Unterzeichnung in Moskva

„Wenn der Westen zu dumm und zu blind ist, um dies zu begreifen, werde ich gezwungen sein, mich mit den Russen zu verständigen, den Westen zu schlagen und dann – nach einer Niederlage – mich mit meinen gesamten Kräften gegen die Sowjetunion zu wenden.“ ― Adolf Hitler (NSDAP), deutscher Kanzler, 11. Aug. 1939 (Picker, Hitlers Tischgespräche im Führerhauptquartier, S. 183 f)

26. Aug. 1939

Der für den 2. Sep. 1939 geplante „Parteitag des Friedens“ der NSDAP in Nürnberg wird abgesagt.

31. Aug. 1939

Ein gestellter Angriff auf den Sender Gleiwitz und bereits vorher einsetzende Propaganda über die angebliche Verfolgung der deutschen Minderheit dienen als Rechtfertigung für den deutschen Angriff auf Polen.

„Dieses Mal wird der Fehler von 1914 vermieden werden. Es kommt nun alles darauf an, der Gegenseite die Schuld zuzuschieben. 1914 wurde das stümperhaft angestellt.“ ― Adolf Hitler (NSDAP), deutscher Kanzler, Aug. 1939 (Speer, Erinnerungen, S. 179)

 

„Ich werde propagandistischen Anlass zur Auslösung des Krieges geben, gleichgültig ob glaubhaft. […] Der Sieger wird später nicht danach gefragt ob er die Wahrheit gesagt hat oder nicht. Bei Beginn und Führung des Krieges kommt es nicht auf das Recht an, sondern auf den Sieg.“ ― Adolf Hitler (NSDAP), deutscher Kanzler, 22. Aug. 1939 (IMN, Der Prozess gegen die Hauptkriegsverbrecher, III, S. 104)

 

Zur Erinnerung:

 

„Grundzüge deutschen Wesens: Deutsch ist zunächst die schlichte Ehrlichkeit, in der unsere Führer reden und handeln.“ ― „Vorwärts zum Sieg“, deutsche Zeitschrift, Apr. 1915

1. Sep. 1939

Einrichtung des deutschen Konzentrationslagers Stutthof.

1. Sep. 1939

Deutscher Angriff auf Polen und Besetzung im Unternehmen „Weiß“. Offizieller Beginn des „II. Weltkriegs“.

Deutsche Truppen in Polen

„Die wirtschaftlichen Probleme müssen auch gelöst werden. […] Ohne Einbruch in fremde Staaten oder Angreifen fremden Eigentums ist das nicht möglich. […] Hierbei spielen Recht oder Unrecht oder Verträge keine Rolle.“ ― Adolf Hitler (NSDAP), deutscher Kanzler, 23. Mai 1939 (Hofer, Die Entfesselung des Zweiten Weltkriegs, S. 104)

 

„Wir weisen die Behauptung der Alleinschuld oder Hauptschuld Deutschlands an den Weltkriegen entschieden zurück.“ ― Franz Strauß (CSU), westdeutscher Finanzminister, 4. Aug. 1969 (Der Spiegel, 04.08.1969)

 

„Es macht keinen Sinn, zu fragen, wer angefangen hat.“ ― Peter Glotz (SPD), ehemaliger deutscher Abgeordneter, zur Schuldfrage im „II. Weltkrieg“, 26. Sep. 2003 (ZDF, 26.09.2003)

3. Sep. 1939

Kriegserklärung Australiens, Großbritanniens und Neuseelands an Deutschland aufgrund der Garantie für Polen.

„Die Kriegstreiber von London haben sich auf den bewaffneten Konflikt mit Deutschland gestürzt […] weil sie Polen veranlasst haben, eine freundschaftliche Neuregelung des Danziger Status abzulehnen.“ ― Aus einem Aufruf der mit Deutschland kollaborierenden „Französischen kommunistischen Partei“ (PCF), 30. Nov. 1939 (Zentner, Illustrierte Geschichte des Zweiten Weltkriegs, S. 45)

3. Sep. 1939

Kriegserklärung Frankreichs an Deutschland aufgrund der Garantie für Polen.

6. Sep. 1939

Kriegserklärung Südafrikas an Deutschland aufgrund der Garantie für Polen.

10. Sep. 1939

Kriegserklärung Kanadas an Deutschland aufgrund der Garantie für Polen.

27. Sep. 1939

Deutscher Einmarsch in der polnischen Hauptstadt Warszawa.

27. Sep. 1939

Bildung des deutschen „Sicherheitshauptamts“ (RSHA).

28. Sep. 1939

Ein „Grenz- und Freundschaftsvertrag“ Deutschlands mit der Sowjetunion wird abgeschlossen.

 

Unterzeichnung in Moskva

Okt. 1939

Die sowjetische Regierung überlässt der deutschen Kriegsmarine den „Seekriegsstützpunkt Nord“ bei Murmansk.

10. Okt. 1939

Ein deutsches „Friedensangebot“ an Großbritannien wird ausgesprochen.

10. Okt. 1939

Erste Planung für eine deutsche Besetzung Norwegens.

12. Okt. 1939

Deutsche Annexion der polnischen Gebiete Ciechanów, Łódźkie, Poznąńskie, Slaskie und „Westpreußen“.

16. Okt. 1939

Der palästinensische Großmufti Husaini (NA) richtet sein Hauptquartier in der irakischen Hauptstadt Baghdad ein, um einen prodeutschen Putsch vorzubereiten.

26. Okt. 1939

Deutsche Annexion von Danzig.

 

Kanzler in Danzig

26. Okt. 1939

Deutsches Protektorat über Polen als „Generalgouvernement für die besetzten polnischen Gebiete“.

[Nach der Eroberung] kann nur eine Ausnützung des Landes durch rücksichtslose Ausschlachtung, Abtransport aller für die deutsche Kriegswirtschaft wichtigen Vorräte, Rohstoffe, Maschinen, Fabrikationseinrichtungen usw., Heranziehung der Arbeitskräfte zum Einsatz im Reich, Drosselung der gesamten Wirtschaft Polens und das für die notdürftigste Lebenshaltung der Bevölkerung unbedingt notwendige Minimum in Frage kommen.“ ― Aus einer Erklärung des deutschen „Wirtschaftsrüstungsamts“, 1939 (IMN, Der Prozess gegen die Hauptkriegsverbrecher, III, S. 643 f)

Nov. 1939

Der islamistische Führer der wasirischen Paschtunen, Mirza Khan – der so genannte „Fakir von Ipi“ –, ruft im indischen Sherani zum Jihad gegen die Briten auf und beruft sich dabei auf Deutschland.

„Schon hat im Abendland ein großes Volk das Schwert erhoben, um die Welt zu befreien von der Knechtschaft der Inglesi [= Engländer].“ ― Mirza Khan, „Fakir von Ipi“, Nov. 1939 (Walther, Flucht zum Fakir von Ipi, S. 146)

Khan

Indischer Paschtunen-Führer

Ein Komplize des deutschen Imperialismus

Nov. 1939

Bildung deutscher Kommandotruppen als „Regiment Brandenburg“.

23. Nov. 1939

„Unabänderlicher Entschluss“ des deutschen Kanzlers Hitler (NSDAP), Frankreich und Großbritannien anzugreifen. Die Neutralität Belgiens bezeichnet er als „bedeutungslos“.

25. Nov. 1939

Das RPA der NSDAP gibt die Denkschrift „Behandlung der Bevölkerung der ehemaligen polnischen Gebiete nach rassenpolitischen Gesichtspunkten“ heraus.

30. Nov. 1939

Ausbruch des „Finnisch-Sowjetischen Winter-Kriegs“.

„Das ist gut für uns zu gebrauchen. Unruhe tut not in dieser Zeit.“ ― Joseph Goebbels (NSDAP), deutscher Propagandaminister, über den Ausbruch des „Finnisch-Sowjetischen Winter-Kriegs“, 1. Dez. 1939 (Goebbels, Tagebücher, I/III, S. 655)

8. Dez. 1939

Vereinbarung mit Rumänien über die Stationierung eines deutschen „Sicherungsverbands“ im Erdölgebiet.

14. Dez. 1939

Die „Studie Nord“ zum deutschen Angriff auf Norwegen entsteht.


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