1940

Das Buch „Das Neue Asien“ von Colin Ross, einem Mitarbeiter des deutschen Auswärtigen Amts, erscheint. Darin wird eine japanische Herrschaft über Asien propagiert, die sich an der „geistigen Kraft“ des tibetanischen Lamaismus orientieren soll.

„Wenn für [Japan] überhaupt eine Möglichkeit besteht, zu der angestrebten Herrschaft über ganz Asien zu gelangen, dann wahrscheinlich nur auf dem Weg über Tibet und den Lamaismus. Hier allein findet es die geistige Kraft, Institution und Legende vor, deren es bedarf. […] Es bedarf einer stärkeren geistigen Kraft [als der Chinas]. Die aber ist in Tibet vorhanden, vorausgesetzt, dass der Lamaismus […] sich erneuert, modernisiert und wie jeder Glaube, der heute etwas erreichen will, sich nicht nur des Tabernakels bedient, sondern gleicherweise des Traktors und notfalls des Tanks. […] Die Soldaten der chinesischen Republik aber glauben allenfalls an die Demokratie.“ ― Colin Ross, Mitarbeiter des deutschen Auswärtigen Amts, 1940 (Ross, Das Neue Asien, S. 249/251)

1940

Die mit Deutschland kollaborierende PCF wird von der französischen Regierung verboten. Aus der Illegalität setzt die PCF ihre Propaganda jedoch mit deutscher Unterstützung fort.

„Eine ganze Anzahl der französischen kommunistischen Zeitungen werden in Deutschland gedruckt.“ ― Joachim von Ribbentrop (NSDAP), deutscher Außenminister, Mär. 1940 (Zentner, Illustrierte Geschichte des Zweiten Weltkriegs, S. 46)

 

„Nieder mit dem englischen Krieg: Es lebe der Frieden!“ ― Aus einem deutschen Flugblatt für den Abwurf über Frankreich, Mai 1940 (Piekalkiewicz, Der Zweite Weltkrieg, S. 233)

1940

Die Abwehr beginnt die Planungen zum Unternehmen „Tiger“. Ein von Deutschland angestifteter Jihad an der afghanisch-indischen Grenze und Sabotageaktionen in Indien sollen ab Sep. 1940 beginnen.

4. Jan. 1940

Der deutsche Luftfahrtminister Göring (NSDAP) übernimmt die Leitung der Kriegswirtschaft.

Jan. 1940

Aus den „SS-Verfügungstruppen“ werden die „Waffen-Schutz-Staffeln“ (Waffen-SS).

27. Jan. 1940

Das OKW prüft das Unternehmen „Weserübung“ zum deutschen Angriff auf Dänemark und Norwegen.

Mär. 1940

Gründung der deutschen „Südosteuropagesellschaft“ (SOEG).

1. Mär. 1940

Weisung der deutschen Regierung zum Angriff auf Dänemark und Norwegen.

10. Mär. 1940

Italien erklärt sich zum Krieg auf Seiten Deutschlands bereit.

17. Mär. 1940

Einrichtung des deutschen Bewaffnungsministeriums. Erster Minister wird Fritz Todt (NSDAP).

27. Mär. 1940

Der deutsche Kanzler Hitler (NSDAP) bespricht sich mit Generalstabschef Halder über die „Lage im Osten“. Erste Pläne für den Angriff auf die Sowjetunion entstehen.

„Augen stark auf den Osten gerichtet.“ ― Franz Halder, deutscher Generalstabschef, 30. Jun. 1940 (Halder, Kriegstagebuch, I, S. 375)

Apr. 1940

Ein deutscher Agent schmuggelt über das sowjetische Termez Waffen in 30 Koffern „Diplomatengepäck“ in die afghanische Hauptstadt Qabol.

9. Apr. 1940

Deutscher Angriff auf Dänemark und Besetzung im Unternehmen „Weserübung“.

Deutsche Truppen in Dänemark

„Grundsätzlich ist anzustreben, der Unternehmung den Charakter einer friedlichen Besetzung zu geben, die den bewaffneten Schutz der Neutralität der nordischen Staaten zum Ziel hat.“ ― Adolf Hitler (NSDAP), deutscher Kanzler, 1. Mär. 1940 (Hofer, Der Nationalsozialismus, S. 239)

9. Apr. 1940

Deutscher Angriff auf Norwegen und Besetzung im Unternehmen „Weserübung“. Unter Vidkun Quisling von der „Nationalen Sammlung“ (NS) wird eine Marionettenregierung eingesetzt.

Deutsche Truppen in Norwegen

Quisling

Norwegischer Ministerpräsident 1940, 1942-45

Ein Komplize des deutschen Imperialismus

20. Apr. 1940

Befehl zur Ausführung des Unternehmens „Tiger“ in Afghanistan.

22. Apr. 1940

Der „Deutsche Kolonialkatechismus“, eine Denkschrift des KPA der NSDAP, entsteht.

„Die deutschen Kolonien sind Bestandteile des Reiches, kein Ausland. […] In den Kolonien gilt das Grundgesetz der Scheidung der Rassen.“ ― Aus dem „Deutschen Kolonialkatechismus“ des KPA der NSDAP, 22. Jul. 1940 (Giordano, Wenn Hitler den Krieg gewonnen hätte, S. 139)

Mai 1940

Die „Planungsgrundlagen für den Aufbau der Ostgebiete“ des SS-Offiziers Konrad Meyer (NSDAP) entstehen.

10. Mai 1940

Deutscher Angriff auf die Niederlande und Besetzung im Unternehmen „Gelb“.

Deutsche Truppen in den Niederlanden

Zur Erinnerung:

 

„Wird der Rhein von der Quelle bis zur Mündung ein wirklich deutscher Strom, dann haben den allergrößten Gewinn die an der Mündung gelegenen niederdeutschen Handelsstädte und Hafenplätze.“ ― Ernst Hasse, ADV-Chef, 1895 (Hasse, Großdeutschland und Mitteleuropa um das Jahr 1950, Punkt 5)

10. Mai 1940

Deutscher Angriff auf Belgien und Besetzung im Unternehmen „Gelb“.

 

Deutsche Truppen in Belgien

10. Mai 1940

Deutscher Angriff auf Luxemburg und Besetzung im Unternehmen „Gelb“.

 

Deutsche Truppen in Luxemburg

15. Mai 1940

Kapitulation der Niederlande.

15. Mai 1940

Deutscher Einmarsch in der niederländischen Hauptstadt Amsterdam.

15. Mai 1940

Die Denkschrift „Einige Gedanken über Behandlung des Fremdvölkischen im Osten“ des deutschen Reichsführers-SS Himmler (NSDAP) entsteht.

17. Mai 1940

Deutscher Einmarsch in der belgischen Hauptstadt Brussel.

Mai 1940

Entstehung zahlreicher Denkschriften zur Kolonialfrage. Eine deutsche Besetzung der belgischen Kolonie Kongo, der britischen Kolonie Nigeria und der französischen Kolonie Afrique Équatoriale wird gefordert.

18. Mai 1940

Deutsche Annexion der belgischen Gebiete Eupen, Malmédy und Moresnet.

20. Mai 1940

Einrichtung des Konzentrationslagers Oświęcim im deutsch besetzten Polen.

21. Mai 1940

Erste Planung zum deutschen Einmarsch in Großbritannien.

27. Mai 1940

Ein „Erdöl-Waffen-Pakt“ Deutschlands mit Rumänien wird abgeschlossen.

28. Mai 1940

Kapitulation Belgiens.

3. Jun. 1940

Studie der deutschen „Seekriegsleitung“ über Raumerweiterung: Einbehaltung Belgiens und eines Teils des Nordens und Ostens Frankreichs. Dänemark, die Niederlande und Norwegen bleiben formell unabhängig, aber in starker Abhängigkeit von Deutschland.

5. Jun. 1940

Deutscher Angriff auf Frankreich und Besetzung im Unternehmen „Rot“.

Deutsche Truppen in Frankreich

„Vor allem das Verschweigen der verheerenden Folgen des Versailler Diktats und dessen Mitursächlichkeit für 1933 und 1939, ferner die anhaltende Tabuisierung der seinerzeit höchst aggressiven Interessen- und Machtpolitik vor allem Frankreichs, Polens und der Tschechoslowakei einschließlich der von ihnen begangenen oder unterstützten massiven Verletzungen völker- und menschenrechtlicher Normen gegenüber Deutschland, zumal des Selbstbestimmungsrechts.“ ― Das „Militärgeschichtliche Forschungsamt“ der deutschen Bundeswehr über die Ursachen des „II. Weltkriegs“, Sep. 1999 (Informationen für die Truppe 9/1999)

1. Jun. 1940

Kapitulation Norwegens.

10. Jun. 1940

Italien tritt als Komplize Deutschlands in den Krieg ein und greift ebenfalls Frankreich an.

 

Mussolini

Italienischer Ministerratspräsident 1922-43

Ein Komplize des deutschen Imperialismus

Jun. 1940

Eine deutsche Wehrmachtstruppe unter Ahmad al-Ahdari wird über dem Süden des französischen Mandats Libanon abgeworfen, um „Untergrundzellen zu bilden und Freiwillige zu rekrutieren“.

„Der codierte Brief […] instruierte [uns] einen Volksaufstand gegen die Franzosen auszulösen. Das war einfach. […] Bald stand der ganze Süden in Flammen. Berlin war so zufrieden dass ein Flugzeug voll Waffen hastig zur Verstärkung geschickt wurde.“ ― Ahmad al-Ahdari, ehemaliger Soldat der deutschen Wehrmacht, 14. Jan. 1989 (Assad, A first hand account of Lebanese Soldiers in the Wehrmacht, www.geocities.com/MotorCity/8452/arabs.html)

14. Jun. 1940

Deutscher Einmarsch in der französischen Hauptstadt Paris.

 

Kanzler in Paris

20. Jun. 1940

RSHA-Chef Reinhard Heydrich (NSDAP) gibt den Befehl zur Bildung von Verbänden des SD der SS für künftige deutsche Kolonien in Afrika heraus.

22. Jun. 1940

Kapitulation Frankreichs im französischen Compiègne und Teilung des Lands in Nord und Süd. Nach dem Erfolg der „Blitzkrieg“-Strategie fährt Deutschland die Giftgasproduktion herunter.

Unterzeichnung in Compiègne

„Wir müssen […] die militärische und politische Macht Frankreichs endgültig vom zukünftigen europäischen Kräftespiel ausschalten.“ ― Joseph Goebbels, deutscher Propagandaminister, 7. Mär. 1942 (Warlimont, Im Hauptquartier der deutschen Wehrmacht, I, S. 142)

 

Zur Erinnerung:

 

„Frankreich muss so geschwächt werden, dass es auf lange Zeit verhindert wird, einen entscheidenden Einfluss auf das Geschick der Völker auszuüben.“ ― Friedrich von Hohenzollern-Sigmaringen, preußischer Thronfolger, 12. Aug. 1870 (Dollinger, Das Kaiserreich, S. 80)

30. Jun. 1940

Deutsche Besetzung der britischen Channel-Inseln Jersey, Guernsey und Alderney.

30. Jun. 1940

Entwurf eines deutschen „Kolonialgesetzes“.

Jul. 1940

Im deutsch besetzten Luxemburg wird eine „Volksdeutsche Bewegung” (VDB) unter Damian Kratzenberg gebildet. Diese einzige von Deutschland erlaubte politische Organisation fordert Luxemburg „Heim ins Reich“ zu bringen.

2. Jul. 1940

König Carol II. von Rumänien „bittet“ um die Entsendung einer deutschen Militärmission.

3. Jul. 1940

Eine Denkschrift über „Raumerweiterungs- und Stützpunktfragen“ entsteht, in dem für Deutschland ein „zusammenhängender Besitz in Mittelafrika“ gefordert wird: das ägyptisch-britische Kondominium Sudan, die belgische Kolonie Kongo, das britische Mandat Tanganyika, die französischen Kolonien Côte d’Ivoire, Dahomey, Guinée, Madagascar, Niger und Sénegal, die französischen Mandate Cameroun und Togo, die portugiesische Kolonie Cabo Verde, die spanischen Provinzen Las Palmas de Grand Canária und Santa Cruz de Tenerife und das südafrikanische Mandat Zuidwestafrika.

„Das neue Deutsche Reich hat seinen Platz an der Sonne des alten Europa bereits erkämpft, auch die Sonne Afrikas wird ihm wieder leuchten.“ ― „Münchener Medizinisches Wochenblatt“, deutsche Zeitschrift, 27. Dez. 1940

3. Jul. 1940

Der irakische Justizminister Naji ash-Shawkat trifft im türkischen İstanbul den deutschen Botschafter Papen, um ihm die Unterstützung des irakischen Militärs zu versichern.

5. Jul. 1940

Der deutsche Generalstabschef Halder leitet die Aufstellung eines „Kolonialregiments“ und die Einrichtung eines „Stabs für Kolonialfragen“ im „Heeresamt“ ein.

6. Jul. 1940

Die Denkschrift „Gedanken zum Aufbau einer Flotte nach dem Krieg“ wird vorgelegt.

8. Jul. 1940

Die „Koloniale Unterrichtung Nr 1“ des OKW über das Vorgehen bei einer Einnahme neuer Kolonien in Afrika wird vorgelegt.

„Die Aufgabe der Wehrmacht in den Kolonien ist die Erreichung strategischer Stellungen außerhalb von Europa, die Sicherung des deutschen Kolonialreiches, Mitwirkung bei seiner Aufschließung für die Rüstung und für innerkolonialen, innerafrikanischen und internationalen Verkehr.“ ― Aus der „Kolonialen Unterrichtung Nr 1“ des deutschen OKW, 8. Jul. 1940 (Hildebrand, Vom Reich zum Weltreich, S. 917)

Jul. 1940

Die Denkschrift über „Raumerweiterungs- und Stützpunktfragen“ vom 3. Jul. 1940 wird mit Forderungen der deutschen „Marineleitung“ nach Stützpunkten in Boma (belgische Kolonie Kongo), in der französischen Kolonie Comoros, Conakry (französische Kolonie Guinée), Diego Suarez (französische Kolonie Madagascar), Douala (französisches Mandat Cameroun), Fernando Póo (spanische Kolonie Guinea), Freetown (britische Kolonie Sierra Leone), der britischen Kronkolonie Mauritius, Pemba (portugiesische Kolonie Moçambique), Pointe Noire (französische Kolonie Afrique Équatoriale), der britischen Kronkolonie Saint Helena, São Tomé (portugiesische Kronkolonie São Tomé e Príncipe), der britischen Kronkolonie Seychelles und dem britischen Protektorat Sansibar präzisiert.

11. Jul. 1940

Bildung einer französischen Marionettenregierung in Vichy unter Staatschef Henri Pétain.

15. Jul. 1940

Besprechung des deutschen Wirtschaftsministeriums zu „Fragen der wirtschaftlichen Neugestaltung Europas“.

„Man wird […] davon ausgehen können, dass unter deutscher Führung ein europäischer Großraum entsteht, der außer Großdeutschland eine Reihe weiterer, souverän bleibender Staaten umfasst.“ ― Aus einem Bericht der IG-Farben, 20. Jul. 1940 (OMGUS, Ermittlungen gegen die IG-Farben, S. 371)

„Wir haben […] einen moralisch und sachlich begründeten Anspruch, bei der Verteilung der Objekte [in Belgien, Frankreich, Luxemburg und den Niederlanden] berücksichtigt zu werden.“ ― Friedrich Flick, deutscher Unternehmer, 23. Jun. 1940 (Hellwig, So macht man Kanzler, S. 193)

 

„Deutschlands Plan ist eine Zollunion Europas zu schaffen, mit kompletter finanzieller und wirtschaftlicher Kontrolle durch Berlin. Dies würde sofort das größte Freihandelsgebiet und die größte Planwirtschaft der Welt schaffen. Alleine in Westeuropa […] würde es eine wirtschaftliche Einheit von 400 Millionen Personen […] geben. […] Die Deutschen setzen auf eine politische Macht die der wirtschaftlichen folgt, nicht umgekehrt. Grenzverschiebungen interessieren sie nicht, denn es wird kein Frankreich oder England geben, außer als Sprachgruppen. […] Keine Nation wird die Kontrolle über ihr eigenes finanzielles oder wirtschaftliches System haben oder über ihre Zölle.“ ― „The New York Herald Tribune“, amerikanische Tageszeitung, 31. Mai 1940

19. Jul. 1940

Ein „Friedensappell“ Deutschlands an Großbritannien wird ausgesprochen.

 

Manöver für deutsche Landung in Großbritannien

30. Jul. 1940

Einrichtung eines „Wehrwirtschaftsstabs England“.

2. Aug. 1940

Einrichtung des Konzentrationslagers Groß-Rosen als Außenkommando von Sachsenhausen.

7. Aug. 1940

Die besetzten französischen Ämter Bas-Rhin, Haut-Rhin und Moselle sowie Teile der besetzten Ämter Meurthe-et-Moselle und Vosges sowie das besetzte Luxemburg werden unter deutsche Zivilverwaltung gestellt.

9. Aug. 1940

Das OKW beschließt den „Aufbau Ost“, den Ausbau des besetzten Polen als Operationsbasis für einen Angriff auf die Sowjetunion.

„Ziel muss es sein, Russland allmählich in eine europäische Zusammenfassung einzubeziehen; denn in seinen weiten Räumen liegen die Rohstoffe und Nahrungsmittelmöglichkeiten, die die Lage eines zusammengefassten Europa allen anderen Weltteilen gegenüber erheblich verbessern.“ ― Ludwig Beck, ehemaliger deutscher Generalstabschef, in seiner Denkschrift für eine Machtübernahme, 1941 (Kühnl, Der deutsche Faschismus in Quellen und Dokumenten, S. 439)

Beck

Deutscher Generalstabschef 1935-38

Aug. 1940

Entsendung eines deutschen „Judenberaters“ in die separatistische „Slowakische Republik“.

13. Aug. 1940

Beginn der „Luftschlacht um England“ zur Vorbereitung des Unternehmens „Seelöwe“, der deutschen Invasion Großbritanniens.

Brennendes London aus deutschem Bomber fotografiert

Zur Erinnerung:

 

„Für die weitere Behandlung Englands kommen […] folgende Faktoren in Betracht: die systematische Einwirkung auf die Nerven der Städte durch einen überwältigenden Luftdienst in erheblich größeren Dimensionen als bisher verlautete.“ ― Walther Rathenau, Chef der deutschen „Kriegsrohstoffbehörde“, 7. Sep. 1914 (Schumann, Weltherrschaft im Visier, S. 86)

15. Aug. 1940

Der deutsche „Eichmann-Plan“ zur Deportation der europäischen Juden in die französische Kolonie Madagascar wird formuliert.

15. Aug. 1940

Einrichtung des SS-„Führungshauptamts“ als Kommandozentrale der deutschen Waffen-SS.

20. Aug. 1940

Beginn der Planung des Unternehmens „Felix“ zur Einbeziehung der iberischen Halbinsel in den deutschen Block und Eroberung der britischen Kolonie Gibraltar. Gleichzeitig plant Deutschland auch den Überfall auf Portugal und die Annexion der Distrikte Angra de Heroismo, Horta und Ponta Delgada als Unternehmen „Isabella“. Außerdem beginnt die Planung des Unternehmens „Ikarus“, einer deutschen Invasion Islands.

26. Aug. 1940

Erste Weisung des deutschen Generalstabs für die Planung zu einer deutsch-italienischen Eroberung der Schweiz.

30. Aug. 1940

„Wiener Schiedsspruch“ der „Achsenmächte“ Deutschland und Italien über die Rumänien-Frage. Rumänien muss Teile des Gebiets Transilvania an Ungarn abtreten.

Sep. 1940

Das ehemalige „Französisch-deutsche Komitee“ (CFA), eine „Fünfte Kolonne“ Deutschlands in Frankreich vor dem Krieg, wird als Organisation „Kollaboration“ (Collaboration) mit der Jugendorganisation „Die Jugend des neuen Europa“ (JEN) wiedergegründet.

15. Sep. 1940

Die „Operationsstudie Ost“ über einen deutschen Angriff auf die Sowjetunion entsteht.

20. Sep. 1940

Der deutsche Außenminister Ribbentrop (NSDAP) meldet gegenüber dem italienischen Ministerratspräsidenten Mussolini (PNF) Ansprüche Deutschlands auf nordafrikanische Kolonien an. V.a. eine Expansion nach Marokko und den spanischen Provinzen Las Palmas de Grand Canária und Santa Cruz de Tenerife sei geplant.

23. Sep. 1940

Ein militärischer „Transitvertrag“ Deutschlands mit Finnland wird abgeschlossen.

27. Sep. 1940

Der „Dreimächtepakt“ Deutschlands mit Italien und Japan wird abgeschlossen. Damit wird die Aufnahme Japans in die „Achse“ offiziell vollzogen.

 

Unterzeichnung in Berlin

1. Okt. 1940

Ein „Rüstungsvertrag“ Deutschlands mit Finnland wird abgeschlossen.

3. Okt. 1940

Sitzung des Großen Beirats der „Reichsgruppe Industrie“ zum Thema „Wünsche für den Friedensvertrag und Neugestaltung der europäischen Wirtschaftsbeziehungen“.

„Wenn wir schließlich die Führung Europas haben, dann müssen wir auch Einfluss haben; und das setzt eben voraus, dass wir uns diejenigen Positionen in Europa verschaffen, die wir brauchen, um unsere führende Rolle spielen zu können.“ ― Aus einer Denkschrift des Großen Beirats der „Reichsgruppe Industrie“, 3. Okt. 1940 (Eichholtz, Anatomie des Krieges, S. 292)

12. Okt. 1940

Eine deutsche Militärmission trifft in Rumänien ein.

 

Deutsche Truppen in Rumänien

16. Okt. 1940

Befehl zur Bildung des jüdischen Ghettos in der deutsch besetzten polnischen Hauptstadt Warszawa.

23. Okt. 1940

Die deutsche „Erklärung an die Araber“ wird verkündet.

24. Okt. 1940

Verhandlungen Deutschlands über einen Kriegseintritt Frankreichs gegen Großbritannien im Rahmen einer „Europäischen Koalition“.

 

Pétain

Französischer Staatschef 1940-44

Ein Komplize des deutschen Imperialismus

29. Okt. 1940

Der deutsche Kanzler Hitler (NSDAP) spricht über eine mögliche Besetzung der portugiesischen Distrikte Angra de Heroismo, Horta und Ponta Delgada und der spanischen Provinzen Las Palmas de Grand Canária und Santa Cruz de Tenerife für die spätere Kriegsführung gegen die USA.

„Der nordwestafrikanische Raum kann zusammen mit Äquatorialafrika der Ausgangsraum eines großen Ringens mit den europäischen und angelsächsischen Mächten werden.“ ― Franz Halder, deutscher Generalstabschef, 4. Nov. 1940 (Halder, Kriegstagebuch, II, S. 165)

Halder

Deutscher Generalstabschef 1938-42

Herbst 1940

Der palästinensische Großmufti Husaini (NA) sendet von der irakischen Hauptstadt Baghdad aus seinen Sekretär Kamal al-Hadad nach Berlin, um Deutschland seiner Unterstützung zu versichern. Ein als rumänischer Geschäftsmann getarnter Abwehr-Agent wird Husaini in Baghdad zur Seite gestellt.

2. Nov. 1940

Der Führer-Stellvertreter Rudolf Hess (NSDAP) beauftragt die Auslandsorganisationen der NSDAP „alle Vorbereitungen für den Aufbau der Parteiorganisation in den Kolonien zu treffen“.

3. Nov. 1940

Eine Erkundungsreise des deutschen Generalmajors Wilhelm von Thoma in der italienischen Kolonie Libia ist abgeschlossen.

„Wir müssen über die Ereignisse in Nordafrika auf dem laufenden sein. […] Wir müssen die Schwierigkeiten, auf die die Franzosen in diesen Ländern stoßen, höchstmöglich ausnutzen.“ ― Hans Speidel, deutscher Militärattacheé in Frankreich, 1940 (Etinger, Bonn greift nach Afrika)

14. Nov. 1940

Der deutsche Kanzler Hitler (NSDAP) spricht von dem Plan, die USA von den portugiesischen Distrikten Angra de Heroismo, Horta und Ponta Delgada aus anzugreifen.

20. Nov. 1940

Ungarn tritt dem „Dreimächtepakt“ mit Deutschland bei.

23. Nov. 1940

Rumänien tritt dem „Dreimächtepakt“ mit Deutschland bei.

24. Nov. 1940

Die separatistische „Slowakische Republik“ tritt dem „Dreimächtepakt“ mit Deutschland bei.

7. Dez. 1940

Das Unternehmen „Felix“ wegen spanischer Weigerung aufgegeben.

10. Dez. 1940

Erste Direktive des OKW zu einer möglichen deutschen Besetzung von Vichy-Frankreich im Unternehmen „Attila“.

18. Dez. 1940

Die „Führerweisung Nr 21“ legt die Pläne zum Unternehmen „Barbarossa“, dem deutschen Angriff auf die Sowjetunion fest.

19. Dez. 1940

Italien bittet um eine deutsche Intervention in der Kolonie Libia.


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