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II 1918 - 1933 15 Jahre festgesetzt
Die drei wichtigsten Gestalten des deutschen Imperialismus in seiner zweiten Phase: Stresemann, Seeckt, Groener
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15. Nov. 1918 |
In den litauischen Orten Marijampole und Šavli wird eine deutsche Militärverwaltung etabliert. |
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23. Nov. 1918 |
Oberleutnant Gerhardt Rossbach ruft zur Bildung des ersten deutschen „Freikorps“ auf, der „Freiwilligen-Sturmabteilung Rossbach“. |
Erstes „Freikorps“ |
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24. Nov. 1918 |
Ein geheimer Erlass der OHL zur Bildung „zuverlässiger Freiwilligenverbände“ wird ausgegeben. Beginn des planmäßigen Aufbaus der „Freikorps“, um gegen die sozialistischen Revolutionen in Deutschland vorzugehen. |
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25. Nov. 1918 |
Die letzten deutschen Truppen kapitulieren im britischen Protektorat Northern Rhodesia. |
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25. Nov. 1918 |
Deutschland erkennt als erster Staat die Unabhängigkeit der „Republik Latvija“ von Sowjetrussland an. |
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Nov. 1918 |
Der „Landesrat“ des deutschen Marionettengebildes „Baltischen Staats“ bildet die deutsche „Landeswehr“. |
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Nov. 1918 |
Ernst von Mann wird deutscher Marinestaatssekretär. |
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17. Nov. 1918 |
Zusammenbruch des deutschen Marionettengebildes „Baltischer Staat“. Die deutsche „Landeswehr“ bleibt jedoch im unabhängigen Lettland bestehen. |
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6. Dez. 1918 |
Besprechung General Ludwig Maerckers mit dem OHL-Vertreter Wilhelm Heye über die planmäßige Aufstellung von „Freikorps“ aus abgerüsteten Truppen, zum Einsatz an der polnischen Grenze und zur Niederhaltung der sozialistischen Revolution in Deutschland. |
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10. Dez. 1918 |
Die RWV wird in „Großdeutsche Vereinigung“ (GV) umbenannt. |
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11. Dez. 1918 |
Der deutsche Militärbeauftragte Ebert (SPD) gibt gegenüber heimkehrenden Soldaten in Berlin das Stichwort zur so genannten „Dolchstoßlegende“: „Kein Feind hat euch überwunden“. |
„Wir verteidigten Ehre und Heimaterde, wir ließen keinen Feind auf deutschen Boden. […] Mit Waffen nicht besiegt, aber durch das Erdöl heimlich geschlagen kehrten wir heim in die Schmach einer von Ölgeldern finanzierten Novemberrevolte der Ehrlosigkeit.“ ― Herbert Volck, ehemaliger deutscher Agent im russischen Gebiet Sakavkase, 1938 (Volck, Öl und Mohammed, S. 6) |
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12. Dez. 1918 |
Eine Denkschrift General Maerckers über die Aufstellung der deutschen „Freikorps“ entsteht. |
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13. Dez. 1918 |
Scheidemann (SPD) wird deutscher Kolonialstaatssekretär. |
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13. Dez. 1918 |
Die Entente verlängert den Waffenstillstand mit Deutschland bis zum 17. Jan. 1919. |
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14. Dez. 1918 |
Der „grundlegende Befehl für Freiwilligen-Landesjägerkorps“ wird zum Grundgesetz sämtlicher deutscher „Freikorps“. |
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14. Dez. 1918 |
Der ehemalige ukrainische Hauptmann Skoropadskij geht ins deutsche Exil. |
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Dez. 1918 |
Bildung der in Deutschland rekrutierten „Eisernen Division“ für Lettland. |
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Dez. 1918 |
Die GV schließt sich mit dem „Österreichisch-deutschen Arbeitsausschuss“ (ÖDAA) zur „Großdeutschen Arbeitsgemeinschaft“ (GAG) zusammen. |
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21. Dez. 1918 |
Ulrich von Brockdorff-Rantzau wird deutscher Außenstaatssekretär. |
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27. Dez. 1918 |
Deutsche Soldaten der „Landeswehr“ gehen in der lettischen Hauptstadt Riga gegen Revolutionäre vor. |
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28. Dez. 1918 |
Der Abgeordnete Noske (SPD) wird deutscher Heeres- und Marinebeauftragter. Er wird unter dem Titel „Oberbefehlshaber“ eingesetzt. Noske war im Weltkrieg Mitglied von Naumanns „Arbeitsausschuss für Mitteleuropa“. |
„Der Name Noske fand die volle Billigung Groeners, er erinnerte sich, dass Noske im Reichstag den finanziellen Wünschen der Armee stets entgegengekommen war.“ ― Dominique Venner, französischer Historiker, 1974 (Venner, Söldner ohne Sold, S. 50 f)
„Einer muss der Bluthund sein, ich scheue die Verantwortung nicht.“ ― Gustav Noske (SPD), deutscher Abgeordneter, 27. Dez. 1918 (Venner, Söldner ohne Sold, S. 60)
Noske Deutscher Oberbefehlshaber 1918-19 Deutscher Wehrminister 1919-20
Zur Erinnerung:
„Wir würden es vor dem deutschen Vaterlande nicht verantworten können, wenn wir nicht den Versuch machten, als Preis des Krieges, eine Reform der Sozialdemokratie nach der nationalen […] Seite anzubahnen.“ ― Klemens Delbrück, deutscher Innenstaatssekretär, 13. Sep. 1914 (Schumann, Weltherrschaft im Visier, S. 91) |
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29. Dez. 1918 |
Stillschweigende Wiedereinführung der Bezeichnung „Deutsches Reich“. |
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29. Dez. 1918 |
Ein Vertrag zwischen dem deutschen Bevollmächtigten Winnig (SPD) und der lettischen Regierung über die Entsendung deutscher „Freikorps“ nach Lettland wird abgeschlossen. |
„In […] entscheidenden Entwicklungsjahren […] darf ein Volk sich keiner Verpflichtung entziehen, die aus seinem Wachstum entsteht.“ ― Alfred von Tirpitz, ehemaliger deutscher Marinestaatssekretär, 1919 (Tirpitz, Erinnerungen, S. 157) |
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6. Jan. 1919 |
Der deutsche Oberbefehlshaber Noske (SPD) ruft die „Freikorps“ zu „Wiederherstellung und Schutz der Grenzen auf“. |
„Die spartakistische Gefahr ist noch nicht beseitigt. Der Pole dringt noch tiefer in deutsches Gebiet.“ ― Aus einem Werbeplakat des „Freikorps Hülsen“ in Potsdam, Jan. 1919 (Venner, Söldner ohne Sold, S. 86)
„Auf, gegen die Bolschewiken, die Polen und das Elend.“ ― Aus einem Werbeplakat der „Deutschen Schutzdivision“ in Hamburg, Jan. 1919 (Venner, Söldner ohne Sold, S. 86)
„In Deutschland gibt es keine Armee mehr und Deutschland stellt daher nicht mehr die geringste Gefahr da. Die wahre Bedrohung ist der Kommunismus.“ ― Konrad Adenauer (Zentrum), Kölner Bürgermeister, 16. Jan. 1919 (Matin, 16.01.1919) |
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9. Jan. 1919 |
Beginn der Intervention der deutschen „Freikorps“ gegen die sozialistische Revolution in Berlin. |
Regierungstruppen in Berlin |
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10. Jan. 1919 |
Die deutsche „Landeswehr“ in Lettland richtet ihr Hauptquartier in Liepaja ein. |
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Jan. 1919 |
Major Josef Bischoff wird nach Liepaja gesandt, um den Einmarsch der deutschen „Freikorps“ zu koordinieren und gegen die lettische Sowjetregierung vorzugehen. |
Deutsche Truppen in Sowjetlettland |
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18. Jan. 1919 |
Die Friedenskonferenz im französischen Versailles beginnt. |
Verhandlungen in Versailles |
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29. Jan. 1919 |
Die „Freiwilligen-Sturmabteilung Rossbach“ geht gegen polnische Partisanen in Ostpreußen vor. |
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Jan. 1919 |
Der deutsche Oberbefehlshaber Noske (SPD) befiehlt der „Division Gerstenberg“ den Marsch nach Sowjetbremen. |
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1. Feb. 1919 |
General Rüdiger von der Goltz trifft in Lettland ein und übernimmt das Kommando der deutschen „Eisernen Division“. |
„Warum […] sollte die unerfüllte Ostpolitik bis Aug. 1918 nicht weiterhin möglich sein, jedoch unter dem Banner des Antibolschewismus und unterstützt durch Weiße Russen.“ ― Rüdiger von der Goltz, deutscher General, Feb. 1919 (Page, The Formation of the Baltic States, S. 146) |
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2. Feb. 1919 |
Der deutsche Oberbefehlshaber Noske (SPD) stellt Sowjetbremen ein Ultimatum zur Auflösung der Regierung. |
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4. Feb. 1919 |
Intervention der „Division Gerstenberg“ gegen Sowjetbremen. |
Regierungstruppen in Sowjetbremen |
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11. Feb. 1919 |
Das „Freikorps Lichtschlag“ besetzt Münster, um einen Massenstreik der Ruhr-Bergarbeiter durch Absetzung ihrer Soldatenräte zu beenden. |
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11. Feb. 1919 |
Der Militärbeauftragte Ebert (SPD) wird deutscher Präsident. |
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12. Feb. 1919 |
Intervention des „Freikorps Lichtschlag“ gegen die in Mühlheim ausgerufene sozialistische Republik. |
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12. Feb. 1919 |
Verlegung des „Großen Hauptquartiers“ nach Kolberg zur Koordinierung der deutschen Truppen in Lettland. |
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13. Feb. 1919 |
Kolonialstaatssekretär Scheidemann (SPD) wird deutscher Ministerpräsident. Die Bezeichnung „Reichskanzler“ wird jedoch nur vorübergehend abgeschafft. Außenstaatssekretär Brockdorff wird erster Außenminister. Johannes Bell (Zentrum) wird erster Kolonialminister. |
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14. Feb. 1919 |
Gründung des „Völkerbunds“. |
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17. Feb. 1919 |
Die Entente verlängert den Waffenstillstand mit Deutschland auf unbestimmte Zeit. |
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25. Feb. 1919 |
Intervention des „Landesjägerbatallions Maercker“ gegen die in Halle ausgerufene sozialistische Republik. |
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1. Mär. 1919 |
Intervention des „Landesjägerbatallions Maercker“ gegen die in Gotha ausgerufene sozialistische Republik. |
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4. Mär. 1919 |
Intervention der „Freikorps“ gegen den Berliner Generalstreik. |
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13. Mär. 1919 |
Endgültige Niederschlagung der sozialistischen Revolution in Berlin. |
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19. Mär. 1919 |
Die deutsche Nationalversammlung beschließt das „Gesetz über die Bildung einer vorläufigen Reichswehr“ auf der Basis des „grundlegenden Befehls für das Freiwilligen-Landesjägerkorps“ vom 14. Dez. 1918. |
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16. Apr. 1919 |
Ein Kommando der deutschen „Landeswehr“ in Lettland verhaftet die lettische Regierung im so genannten „April-Putsch“. |
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19. Apr. 1919 |
Die Gegenregierung zur sowjetbayerischen Regierung unter Johannes Hoffmann (SPD) bestimmt die Bildung des „Freikorps Oberland“. |
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21. Apr. 1919 |
Einsetzung einer deutschen Marionettenregierung in Lettland unter Ministerpräsident Oskars Borkovskis durch die „Landeswehr“. |
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25. Apr. 1919 |
Der deutsche Oberbefehlshaber Noske (SPD) ordnet die Bildung von „Einwohnerwehren“ an. In Bayern wird die „Organisation Escherich“ (OrgEsch) aufgestellt.
Einwohnerwehren in München |
„Die zukünftige Existenz der Einwohnerwehren ist durch die Friedensbedingungen [von Versailles] in Frage gestellt. […] Um die Einwohnerwehren mit Zustimmung der Entente erhalten zu können, müssen sie daher unverzüglich ihres militärischen Charakters entkleidet werden. […] Es wäre jedoch auch nach dieser Entmilitarisierung wünschenswert, wenn Offiziere den Zivilbeamten als Berater an der Seite stünden.“ ― Gustav Noske (SPD), deutscher Oberbefehlshaber, 5. Jul. 1919 (Venner, Söldner ohne Sold, S. 310) |
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26. Apr. 1919 |
Eine weitere Marionettenregierung der deutschen „Landeswehr“ in Lettland wird unter Ministerpräsident Andrievs Niedra („Lettischer Grundbesitzerrat“ – LZP) eingesetzt. |
Niedra Lettischer Ministerpräsident 1919 Ein Komplize des deutschen Imperialismus |
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27. Apr. 1919 |
Intervention der „Freikorps“ gegen Sowjetbayern. Die nationalsozialistische „Thule-Gesellschaft“ bildet in der Hauptstadt München die „Fünfte Kolonne“ der Konterrevolutionäre. |
Regierungstruppen in München |
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1. Mai 1919 |
Sowjetbayern wird endgültig von den deutschen „Freikorps“ besetzt. |
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Mai 1919 |
Angriff der deutschen Truppen in Lettland auf sowjetlettisches Gebiet. |
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19. Mai 1919 |
General Goltz teilt dem deutschen Auswärtigen Amt seinen Plan mit, die sowjetlettische Hauptstadt Riga mit der deutschen „Eisernen Division“ zu erobern, um dann das sowjetrussische Petrograd anzugreifen. |
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22. Mai 1919 |
Eroberung der sowjetlettischen Hauptstadt Riga durch die deutsche „Landeswehr“, die deutsche „Eiserne Division“ und ihre russischen Komplizen. Die Marionettenregierung Niedra hat nun in fast ganz Lettland das Sagen. |
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Jun. 1919 |
General Goltz ordnet den Vorstoß der deutschen „Eisernen Division“ nördlich der sowjetlettischen Hauptstadt Riga an, der aber aufgehalten wird. |
„Nur durch Kurland war es noch möglich durch den Ring von Versailles zu brechen.“ ― Josef Bischoff, ehemaliger deutscher Major in Lettland, 1935 (Bischoff, Die letzte Front, S. 191) |
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17. Jun. 1919 |
Generalstabschef Hindenburg erklärt gegenüber der deutschen Regierung, dass eine Wiederaufnahme des Kriegs im Osten durchaus erfolgreich sein und der polnische Regierungsbezirk Poznąńskie besetzt werden könnte. |
„Wir sind bei der Wiederaufnahme der Feindseligkeiten in der Lage, im Osten die Provinz Posen zurückzuerobern und unsere Grenzen zu halten.“ ― Paul von Hindenburg, deutscher Generalstabschef, 17. Jun. 1919 (Soldan, Zeitgeschichte in Wort und Bild, I, S. 346)
„Das deutsche Volk kommt zur Besinnung, zum Bewusstsein seiner unzerstörbaren Werte, der nationalen Kraft seiner Volkszahl, der Ansprüche seiner Kulturleistungen, der ewigen Rechte eines jeden Volkes auf Freiheit und Leben. Es protestiert gegen die Würdelosigkeit der Verzweiflung, des Bettelns vor dem Sieger.“ ― Walther Schotte (GAG), Schriftleiter des deutschen MWV, Jan. 1919 (Gerechtigkeit 1/1919) |
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21. Jun. 1919 |
Gustav Bauer (SPD) wird deutscher Ministerpräsident. Hermann Müller (SPD) wird Außenminister. |
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23. Jun. 1919 |
General Maercker versucht den deutschen Oberbefehlshaber Noske (SPD) zu einem Putsch zu überreden. |
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28. Jun. 1919 |
Der „Versailler Vertrag“ weist den deutschen Imperialismus in die Schranken. Bestimmungen u.a.: Militärbeschränkung auf 100,000 Mann; Verbot von OHL, Generalstab, Wehrpflicht und Giftgasproduktion; Entmilitarisierung der Rheinzone. Die Schuld der deutschen Regierung am Ausbruch des „Weltkriegs“ wird im Vertrag klar ausgesprochen. |
„Die uns durch den Versailler Vertrag unter dem Druck übermäßiger Gewalt auferlegte Feststellung, dass Deutschland den Weltkrieg durch seinen Angriff entfesselt habe, widerspricht den Tatsachen der Geschichte. Die Reichsregierung erklärt daher, dass sie diese Feststellung nicht anerkennt.“ ― Wilhelm Marx (Zentrum), deutscher Kanzler, 29. Aug. 1925 (Soldan, Zeitgeschichte in Wort und Bild, III, S. 140)
Marx Deutscher Kanzler 1923-25, 1926-28 Preußischer Ministerpräsident 1925
Zur Erinnerung:
„Warum sollte man nicht zugeben was die Wahrheit ist und die Wahrheit sein muss, dass alles gemeinsam von Wien und Berlin vorbereitet wurde.“ ― „Die Zukunft“, deutsche Zeitschrift, 1. Aug. 1914
„Wir sind jetzt in der Notwehr; und Not kennt kein Gebot. Unsere Truppen haben Luxemburg besetzt, vielleicht schon belgisches Gebiet betreten. Meine Herren, das widerspricht den Geboten des Völkerrechts.“ ― Theobald von Bethmann-Hollweg, deutscher Kanzler, 4. Aug. 1914 (Bredt, Der deutsche Reichstag im Weltkrieg, S. 52)
„[Deutschland] hat planmäßig darauf hingearbeitet, Österreich zunächst fest zu engagieren, um seiner sicher zu sein. Die ganze Aktion in Serbien ist von vornherein in solcher Form eingeleitet worden, dass der Konflikt unvermeidlich war.“ ― Arthur von Gwinner, Direktor der „Deutschen Bank“, 22. Aug. 1914 (Kloster, Der deutsche Generalstab und der Präventivkriegs-Gedanke, S. 4)
„Alles war sehr geschickt von Deutschland vorbereitet und der Moment sehr schnell genutzt worden, mit der sicheren Absicht einen Krieg zu beginnen der in den letzten Jahren unvermeidlich geworden war.“ ― Otto Hoetzsch, deutscher Geostratege, Nov. 1915 (Koch, The Origins of the First World War, S. 187) |
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28. Jun. 1919 |
Die deutsche Marionettenregierung Niedra wird in Lettland abgesetzt. |
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3. Jul. 1919 |
Die OHL wird aufgelöst, bleibt jedoch de facto in der „Kommandostelle Kolberg“ bestehen. Die „Einwohnerwehren“ werden zur Umgehung der Bestimmungen des „Versailler Vertrags“ dem deutschen Innenministerium unterstellt und nicht aufgelöst. |
„Sie haben [unsere] Waffen zerstört. Aber diese Waffen wären in jedem Falle vor dem nächsten Krieg veraltet gewesen. Jener Krieg wird mit brandneuen geführt werden, und die Armee die am wenigsten behindert ist durch veraltetes Material wird den größten Vorteil besitzen.“ ― Walther Rathenau („Deutsche demokratische Partei“ – DDP), deutscher Wiederaufbauminister, 1921 (Churchill, The Second World War, I, S. 57)
„Ich wollte und musste Krupp trotz aller Gegnerschaft als Rüstungswerk für die spätere Zukunft erhalten, sogar in getarnter Form. Ich konnte nur in den kleinsten, intimsten Kreisen über die wirklichen Gründe sprechen, die mich veranlassten die Werke auf bestimmte Produktionslinien umzustellen. […] Sogar die alliierten Schnüffelbeauftragten wurden irregeführt.“ ― Gustav Krupp, deutscher Unternehmer, 1. Mär. 1940 (Internationaler Militärgerichtshof Nürnberg, Der Prozess gegen die Hauptkriegsverbrecher, I, S. 147) |
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5. Jul. 1919 |
Hauptmann Waldemar Pabst versucht den deutschen Oberbefehlshaber Noske (SPD) zu einem Putsch zu überreden. |
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Aug. 1919 |
General Goltz und seine deutsche „Eiserne Division“ gründen den „Westrussischen Staatsrat“ als antisowjetische Gegenregierung in Lettland. |
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14. Aug. 1919 |
Die Bezeichnung „Reichskanzler“ wird wieder eingeführt. |
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18. Aug. 1919 |
Offensive deutscher „Freikorps“ gegen polnische Partisanen in Oberschlesien. |
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20. Aug. 1919 |
Die „Verordnung zur Vereinheitlichung des Militärs“ wird beschlossen. Auflösung der Kriegsministerien der Länder und Bündelung im deutschen Wehrministerium. |
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21. Aug. 1919 |
Erstes Treffen zwischen Wolfgang Kapp („Nationale Vereinigung“ – NV) und General Walther von Lüttwitz zur Vorbereitung eines Staatsstreichs. |
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25. Aug. 1919 |
Gründung der „Deutschen Legion“ im lettischen Jelgava. |
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Sep. 1919 |
Die „Kommandostelle Kolberg“ geht in das Wehrministerium über. Oberbefehlshaber Noske (SPD) ist nun deutscher Wehrminister. |
„Ich habe mir die ehemaligen Offiziere, die ehemaligen Beamten, einen nach dem andern, zurückgeholt, die Männer die man misshandelt und bespien hat und mit ihnen, ja, allein mit ihnen habe ich das schlimmste verhütet, […] um das Vaterland zu retten.“ ― Gustav Noske (SPD), deutscher Oberbefehlshaber, 6. Jan. 1919 (Venner, Söldner ohne Sold, S. 85) |
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Sep. 1919 |
Im Auftrag des ehemaligen Generalstabschefs Hindenburg u.a. wird im niederländischen Wieringen der ehemalige Thronfolger Wilhelm von Hohenzollern-Sigmaringen zur Übernahme des deutschen Kaiseramts nach einem Putsch aufgefordert. |
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1. Okt. 1919 |
Ein Vertrag Deutschlands mit Polen wird abgeschlossen. |
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1. Okt. 1919 |
Das „Truppenamt“ der deutschen Reichswehr wird als Ersatz für den im „Versailler Vertrag“ verbotenen Generalstab gebildet. Erster Chef wird Hans von Seeckt. |
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6. Okt. 1919 |
Alle deutschen Truppen in Lettland werden in die „Westrussische Armee“ übernommen. Die „Deutsche Legion“ und die „Eiserne Division“ bleiben als selbständige Truppenteile bestehen. |
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8. Okt. 1919 |
„Deutsche Legion“ und „Eiserne Division“ gehen in Lettland zum Angriff über. |
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14. Okt. 1919 |
Deutscher Beschuss eines britischen Schiffs in der Düna-Mündung veranlasst die Briten zum Angriff auf die deutschen Truppen in Lettland. |
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30. Okt. 1919 |
Die „Freiwilligen-Sturmabteilung Rossbach“ marschiert als „Jägerbataillon 37“ in Litauen ein, um sich den deutschen Truppen in Lettland anzuschließen. |
„Wir trieben die Letten wie Hasen übers Feld und warfen Feuer in jedes Haus und pulverten jede Brücke zu Staub und knickten jede Telegrafenstange. Wir schmissen die Leichen in die Brunnen und schmissen Handgranaten hintendrein.“ ― Ernst von Salomon, ehemaliger deutscher „Freikorps“-Soldat, über seine Arbeit in Lettland, 1930 (Venner, Söldner ohne Sold, S. 167) |
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24. Nov. 1919 |
Der Krieg der deutsch-westrussischen Armee gegen Lettland wird durch einen von Großbritannien erzwungenen Waffenstillstand beendet. |
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1. Dez. 1919 |
Die Entente legt Beschwerde wegen der Nichtauflösung der illegalen deutschen „Einwohnerwehren“ ein. |
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13. Dez. 1919 |
Die deutsche Militärverwaltung in den litauischen Orten Marijampole und Šavli wird aufgelöst. |
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1920 |
Bildung der „Sondergruppe Russland“ im deutschen Wehrministerium zur Aufnahme geheimer militärischer Beziehungen zu Sowjetrussland zur Umgehung der Rüstungsbeschränkungen des „Versailler Vertrags“. Deutschland will in Sowjetrussland Kampfflugzeuge, Giftgas und Artilleriemunition herstellen lassen. |
„Das Ergebnis unserer Arbeit, die aus naheliegenden Gründen sowohl dem Auslande als auch dem Inlande gegenüber sorgfältig getarnt werden musste, war die Gründung der Gesellschaft zur Förderung gewerblicher Unternehmungen (GEFU) mit dem Sitz in Berlin und Moskau […] mit einem von der damaligen Reichsregierung zu Verfügung gestellten Kapital. Aufgabe der Gesellschaft war: 1. Konzessionsvertrag Flugzeugwerke Junkers-russische Regierung zwecks Fabrikation von Metallflugzeugen in dem Werk Fili bei Moskau; 2. Gründung der deutsch-russischen Aktiengesellschaft Bersol bei Samara zum Ausbau einer chemischen Fabrik für Giftgase; 3. Herstellung von Artilleriemunition für uns mit deutscher technischer Hilfeleistung.“ ― Friedrich Tschunke, ehemaliger GEFU-Chef, Feb. 1939 (Dollinger, Die Weimarer Republik, S. 246) |
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10. Jan. 1920 |
Der „Versailler Vertrag“ tritt in Kraft. |
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7. Feb. 1920 |
Die von der Entente geforderte Auslieferung der deutschen Hauptkriegsverbrecher Bethmann, Falkenhayn, Hindenburg, Ludendorff, August von Mackensen, Tirpitz, Wilhelm II. usw. wird von der deutschen Regierung abgelehnt. Die Anklage der Hauptkriegsverbrecher bezieht sich v.a. auf die Politik der verbrannten Erde, die die deutschen Truppen in Frankreich 1917 im Zug des Unternehmens „Alberich“ betrieben haben. |
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13. Mär. 1920 |
Deutsch-nationaler Putschversuch der NV unter Kapp, der sich zum Kanzler ernennt und Lüttwitz, der sich zum Wehrminister ernennt.
Putschisten in Berlin |
Kapp Selbsternannter deutscher Kanzler 1920 Selbsternannter preußischer Ministerpräsident 1920 |
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17. Mär. 1920 |
Der selbsternannte deutsche Kanzler Kapp (NV) flieht nach Schweden. |
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18. Mär. 1920 |
Der „Kapp-Putsch“ bricht endgültig zusammen. |
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Mär. 1920 |
Intervention der deutschen „Freikorps“ gegen die Sowjetrepublik im Ruhrgebiet. |
Regierungstruppen in Klingenthal |
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26. Mär. 1920 |
Otto Geßler (DDP) wird deutscher Wehrminister. |
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27. Mär. 1920 |
Außenminister Müller (SPD) wird deutscher Kanzler. |
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27. Mär. 1920 |
Otto Braun (SPD) wird preußischer Ministerpräsident. |
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28. Mär. 1920 |
Heye wird deutscher Truppenamtschef. |
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10. Apr. 1920 |
Adolph Köster (SPD) wird deutscher Außenminister. |
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Mai 1920 |
Die OrgEsch breitet sich organisatorisch auf ganz Deutschland aus. |
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25. Jun. 1920 |
Konstantin Fehrenbach (Zentrum) wird deutscher Kanzler. Walter Simons wird Außenminister. |
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1921 |
Das Buch „Der staatsfeindliche Zionismus“ von Alfred Rosenberg (NSDAP) erscheint, in dem erstmals die Ideologie des deutschen Antizionismus ausgearbeitet wird. |
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1921 |
Ein Bündnis zwischen Frankreich und Polen wird abgeschlossen. |
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1921 |
Im Auftrag des ehemaligen deutschen Generalquartiermeisters Ludendorff überbringt der Unternehmer Arnold Rechberg der Entente eine Denkschrift über einen gemeinsamen Angriff auf Sowjetrussland. Auch General Hoffmann war an der Ausarbeitung beteiligt. |
„[Deutschland, England und Frankreich sollten] durch eine gemeinsame militärische Intervention die Sowjetregierung stürzen […] und Russland wirtschaftlich wiederherstellen in Interessengemeinschaft der englischen, französischen und deutschen Wirtschaftskräfte.“ ― Max Hoffmann, deutscher General, 1925 (Nowak, Die Aufzeichnungen des Generalmajors Max Hoffmann, I, 336; II, 366)
Hoffmann Ein Vordenker des deutschen Imperialismus
„Die Westmächte können diesen Sieg [über die Sowjetunion] […] sehr viel leichter erkämpfen, wenn Deutschland in ihre Front tritt. Wir können also unsere Hilfe teuer verkaufen. […] Die Westmächte werden […] im eigenen Interesse Deutschland ein wirkliches Heer zugestehen müssen. Damit allein aber wäre Deutschland wieder zur Großmacht geworden. […] Wir können aber noch mehr verlangen: Die Rückgabe einiger der verlorenen Grenzgebiete, insbesondere des Korridors von Danzig und den Wiedererwerb von Kolonien. Dazu können wir fordern mit England und Frankreich gleichberechtigt an dem wirtschaftlichen Wiederaufbau des vom Bolschewismus befreiten Russland beteiligt zu werden.“ ― Arnold Rechberg, deutscher Unternehmer, 24. Nov. 1925 (Deutsche Bergwerk-Zeitung, 24.11.1925)
„Das Entscheidende bleibt, dass das russische Heer in einem zweiten Tannenberg über seine Grenzen gejagt wird. Das ist eine ausschließlich deutsche Angelegenheit und der eigentliche Beginn unseres Wiederaufbaus.“ ― Alfred Rosenberg (NSDAP), deutscher Geostratege, 1. Jan. 1921 (Heiden, Geschichte des Nationalsozialismus, S. 46)
„Ist der Bissen für den einzelnen zu groß, dann wird er in Einflusssphären aufgeteilt. […] Russland tritt auf jeden Fall in ein neues Stadium seiner Geschichte: es wird Kolonialland.“ ― „Zeitschrift für Geopolitik“, deutsche Zeitschrift, 1926 (Giordano, Wenn Hitler den Krieg gewonnen hätte, S. 25) |
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Jan. 1921 |
Die Denkschrift „Grundlegende Gedanken für den Wiederaufbau der Wehrmacht“ von Heeresleitungschef Seeckt über eine Verdreifachung der deutschen Reichswehr entsteht. |
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Mär. 1921 |
Vor der Volksabstimmung über die Zukunft Oberschlesiens schickt die deutsche Regierung bewaffnete Banden in das Gebiet, um antideutsche Kräfte zu „überzeugen“, für Deutschland zu stimmen. |
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23. Mär. 1921 |
Endgültige Konstituierung der deutschen Reichswehr. |
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Mär. 1921 |
Nach der Volksabstimmung in Oberschlesien kommt es zu einem von Deutschland geschürten Bürgerkrieg. |
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21. Apr. 1921 |
Adam Stegerwald (Zentrum) wird preußischer Ministerpräsident. |
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Mai 1921 |
Tausende ehemaliger „Freikorps“-Soldaten begeben sich nach Oberschlesien, um gegen die Polen zu kämpfen. |
Deutsche Truppen in Oberschlesien |
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5. Mai 1921 |
Ultimatum der Entente für die endgültige Auflösung der illegalen deutschen „Einwohnerwehren“. |
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10. Mai 1921 |
Joseph Wirth (Zentrum) wird deutscher Kanzler. |
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16. Mai 1921 |
Treffen der deutschen „Freikorps“-Führer im schlesischen Löwen, um über das Vorgehen in Oberschlesien zu beraten. |
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21. Mai 1921 |
Der Krieg der deutschen „Freikorps“ gegen die Polen in Oberschlesien beginnt. |
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23. Mai 1921 |
Friedrich Rosen wird deutscher Außenminister. |
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24. Mai 1921 |
Nach Auflösung der OrgEsch übernimmt die Untergrundorganisation „Schwarze Reichswehr“ deren Waffenbestände. |
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20. Jun. 1921 |
Der Krieg in Oberschlesien wird durch eine interalliierte Kommission beendet. |
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25. Aug. 1921 |
Ein „Friedensvertrag“ Deutschlands mit den USA wird abgeschlossen. |
„Glaubt irgendjemand dass Deutschland gerne nette Dinge zu den Vereinigten Staaten sagt, oder dass diese die Ausfließungen eines liebenden Herzens seien? Es sagt sie nur, weil Deutschland die Verdächtigungen ausmerzen muss mit denen die Amerikaner seine Politik betrachten.” ― Paul Rohrbach (DDP), deutscher Geostratege, 1921 (Rohrbach, Deutschland unter den Weltvölkern)
„Ging es gegenüber Frankreich darum, es partnerschaftlich in die deutschen Bemühungen um die europäische Vorherrschaft einzubeziehen und so seinen Widerstand gegen einen Aufstieg Deutschlands zur europäischen Vormacht aufzuweichen, so handelte es sich gegenüber Amerika um Deutschlands Bewerbung als Partner der Weltbeherrschung.“ ― Ernst Jäckh, deutscher Geostratege, 1921 (Opitz, Der deutsche Sozialliberalismus, S. 153) |
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5. Nov. 1921 |
Braun (SPD) wird erneut preußischer Ministerpräsident. |
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1. Feb. 1922 |
Der ehemalige Chef der „Kriegsrohstoffbehörde“, Rathenau (DDP), wird deutscher Außenminister. |
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1. Feb. 1922 |
Das Auswärtige Amt bespricht sich mit Tarnorganisationen der „Deutschtumspflege im Ausland“. |
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16. Apr. 1922 |
Ein Vertrag Deutschlands mit Sowjetrussland wird im italienischen Rapallo abgeschlossen. |
Verhandlungen in Rapallo |
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10. Jun. 1922 |
Die deutsche Firma „Stolzenberg“ unterzeichnet mit der spanischen Regierung einen Vertrag über den Bau einer Giftgasfabrik für die Versorgung des spanischen Kriegs gegen Rif. |
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11. Sep. 1922 |
Eine Denkschrift des deutschen Heeresleitungschefs Seeckt an Kanzler Wirth (Zentrum) zur polnischen Frage entsteht. Die Zerschlagung des Staats wird als oberstes Ziel genannt. |
„Polens Existenz ist unerträglich, unvereinbar mit den Lebensbedingungen Deutschlands. Es muss verschwinden und wird verschwinden. […] Die Wiederherstellung der alten Grenze zwischen Russland und Deutschland ist die Voraussetzung jeder gegenseitigen Erholung. Russland und Deutschland in den Grenzen von 1914 sollte die Grundlage einer gegenseitigen Verständigung [mit Russland] sein. […] Diese Einstellung Deutschlands zu Polen braucht kein ängstlich zu hütendes Geheimnis zu sein.“ ― Hans von Seeckt, deutscher Heeresleitungschef, 11. Nov. 1922 (Dollinger, Der Erste Weltkrieg, S. 219; Tetens, Germany Plots with the Kremlin, S. 50) |
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22. Nov. 1922 |
Der ehemalige Chef des „Generalreferats für kriegswirtschaftliche Fragen“ im Schatzamt, Wilhelm Cuno, wird deutscher Kanzler. Frederic von Rosenberg wird Außenminister. |
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1923 |
Das Buch „Zur Geopolitik der Selbstbestimmung“ von Karl Haushofer – dem Vordenker deutscher „Geopolitik“ – erscheint. |
„Ein Beharrenwollen auf dem Gefüge von 1918/19 würde für das Hundertmillionenvolk der Deutschen dauernde Verstümmelung, Verkümmerung, schließlich den Rassen- und Volkstod bedeuten.“ ― Karl Haushofer, deutscher Geostratege, 1934 (Haushofer, Weltpolitik von Heute, S. 22)
Haushofer Ein Vordenker des deutschen Imperialismus |
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1923 |
Das Buch „Das Dritte Reich“ von Arthur Moeller erscheint. |
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1923 |
Die „Stelle Köln“ des preußischen Innenministeriums zur „Abwehr des Separatismus im Rheinland“ beginnt mit Entsendung von Agenten nach Belgien, um die deutschsprachige Bevölkerung in Malmédy aufzustacheln. |
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1923 |
Die deutsche GEFU gibt der Firma „Stoltzenberg“ den Auftrag, im sowjetischen Trotzk eine Fabrik zur Erzeugung von Giftgasen einzurichten. |
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7. Feb. 1923 |
Auf einer Besprechung von deutscher Regierung und Reichswehr wird im so genannten „Seeckt-Severing-Vertrag“ die illegale Wiederaufstellung von „Freikorps“ beschlossen. |
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Feb. 1923 |
Otto Hasse wird deutscher Truppenamtschef. |
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11. Mär. 1923 |
Verhandlungen zwischen dem ehemaligen deutschen Truppenamtschef Seeckt und NSDAP-Chef Adolf Hitler. |
„Im Ziel waren wir uns einig, nur der Weg war unterschiedlich.“ ― Hans von Seeckt, ehemaliger deutscher Truppenamtschef, über seine Unterredung mit NSDAP-Chef Adolf Hitler, 1923 (Rabenau, Seeckt, S. 348)
„Er [= Hitler] ist der von Gott gesendete Mann, der die Deutschen herausführen wird aus ihrer schrecklichen Konstitution.“ ― Adolf Heusinger, später Generalinspekteur der westdeutschen Bundeswehr, 1923 (Allen, Heusinger of the Fourth Reich, S. 27) |
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16. Apr. 1923 |
Beginn der diktatorischen Vollmachten des ehemaligen deutschen Truppenamtschefs Seeckt. |
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13. Aug. 1923 |
Gustav Stresemann (DVP) wird deutscher Kanzler. |
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27. Sep. 1923 |
Deutsch-nationaler Putschversuch der so genannten „Schwarzen Reichswehr“ in Küstrin. |
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9. Nov. 1923 |
Deutsch-nationaler und nationalsozialistischer Putschversuch der NSDAP unter Hitler und des ehemaligen Generalquartiermeisters Ludendorff in München. |
Putschisten in München |
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9. Nov. 1923 |
Gründung der „Kommission für chemische Fragen“ der deutschen Reichswehr zur Vorbereitung neuer Giftgasproduktion. |
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30. Nov. 1923 |
Wilhelm Marx (Zentrum) wird deutscher Kanzler. Der ehemalige Kanzler Stresemann (DVP) wird Außenminister. |
Zur Erinnerung:
„Wir müssen so stark werden und unsere Gegner so rücksichtslos schwächen, dass uns kein Feind mehr anzugreifen wagt: dazu ist unbedingt eine Grenzveränderung im Westen wie im Osten erforderlich.“ ― Gustav Stresemann (NLP), deutscher Abgeordneter, 1915 (Dollinger, Der Erste Weltkrieg, S. 203)
„Von meinen Vorgängern war Stresemann nicht die schlechteste Ausgabe.“ ― Adolf Hitler (NSDAP), deutscher Kanzler, 15. Okt. 1941 (Jochmann, Adolf Hitler - Monologe im Führerhauptquartier, S. 87) |
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1924 |
Neugründung des MWV. |
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1924 |
Gründung der internationalen „Paneuropa-Union“ (PEU) durch den Österreicher Richard von Coudenhove-Kalergi. |
„Paneuropa-Politik [ist] nationale Politik auf lange Sicht. Für den nationalen Deutschen gibt es nur zwei Wege: […] entweder die Vorbereitung eines Revanchekrieges gegen seine Nachbarn […] oder aber die Vorbereitung Paneuropas, das allen Deutschen in Europa nationale Unabhängigkeit […] gewährleistet.“ ― Richard von Coudenhove-Kalergi, PEU-Chef, 1926 (Der Rechte Rand 62/2000)
Coudenhove Österreichischer PEU-Gründer Ein Komplize des deutschen Imperialismus |
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11. Jan. 1924 |
Im deutschen „Truppenamt“ findet eine Grundsatzdiskussion zur Giftgasproduktion statt. |
„Unabhängig von der Einrichtung einer Großfabrikation ist die Kampfstofffabrikation in Kleinanlagen usw. so zu entwickeln, dass die rasche und reibungslose Einrichtung von Großanlagen im Bedarfsfalle sichergestellt ist.“ ― Aus einem Bericht der „Deutsche Heeresleitung“, 5. Jan. 1926 (Groehler, Der lautlose Tod, S. 77) |
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1. Mär. 1924 |
Ende der diktatorischen Vollmachten des ehemaligen deutschen Truppenamtschefs Seeckt. |
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Herbst 1924 |
Die Kolonialabteilung des deutschen Auswärtigen Amts erarbeitet die „Richtlinien unserer Kolonialpolitik“, in denen v.a. der Eintritt in den „Völkerbund“ und die Erreichung „wirtschaftlicher Gleichberechtigung“ als Voraussetzung für eine „wirtschaftliche Durchdringung“ der ehemaligen deutschen Kolonien genannt wird. |
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Dez. 1924 |
Der deutsche Botschafter in der Sowjetunion, Brockdorff, versucht die sowjetische Regierung von den Vorzügen eines gemeinsamen Kriegs gegen Polen zu überzeugen. |
„Er [= Brockdorff] hat als Ziel dieses russisch-deutschen Zusammenwirkens hingestellt, Polen auf seine ethnografischen Grenzen zurückzudrängen. Das Wort zurückdrängen ist doch gar nicht anders zu verstehen gewesen als ein militärisches Zusammenwirken gegenüber Polen, um das heutige Polen zu zertrümmern.“ ― Georgij Čičerin („Kommunistische Partei Russlands“ – KPR), sowjetischer Außenvolkskommissar, Sep. 1925 (Dollinger, Der Erste Weltkrieg, S. 219) |
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1925 |
Auf Veranlassung des ehemaligen Truppenamtschefs Seeckt beginnt die gezielte Vorbereitung der deutschen Reichswehr auf den nächsten europäischen Krieg. Planungsaufgabe: eine Armee mit bis zu drei Millionen Mann aufstellen. Beginn der illegalen Entwicklung der Panzer, die den Kern der künftigen Panzertruppe bilden. |
„Durch Jahre geheimer Arbeit wurde eine wissenschaftliche und fundamentale Grundlage gelegt, um wieder bereit zu sein, zur festgesetzten Stunde ohne Verlust an Zeit und Erfahrung für das deutsche Heer zu arbeiten.“ ― Gustav Krupp, deutscher Unternehmer, Jan. 1944 (IMN, Der Prozess gegen die Hauptkriegsverbrecher, I, S. 147) |
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1925 |
Gründung der „Interessengemeinschaft Farbenindustrie“ (IG-Farben). |
„Welche Trümpfe habe ich denn auszuspielen außer […] der IG[-Farben], und den Kohlenleuten?“ ― Gustav Stresemann (DVP), deutscher Außenminister, über das deutsche Kriegsführungspotential, 1927 (Office of Military Government for Germany, United States, Ermittlungen gegen die IG-Farben, S. 15) |
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13. Jan. 1925 |
Die Denkschrift „Die außenpolitische Notwendigkeit einer den Bedürfnissen der deutschen Minderheiten in Europa entsprechenden Regelung des Minderheitenrechts innerhalb des Reichs“ des deutschen Außenministers Stresemann (DVP) erscheint. |
„[Es muss gelingen] die Weltmeinung für den Grundsatz zu gewinnen, dass der Anspruch einer Minderheit auf kulturelle Autonomie ein von allen politischen Erwägungen und Bedenken vollkommen unabhängiges Naturrecht jeder Minderheit darstellt, dessen Vorenthaltung sich nicht entschuldigen lässt und gleichbedeutend mit Unterdrückung ist.“ ― Gustav Stresemann (DVP), deutscher Außenminister, 13. Jan. 1925 (Opitz, Europastrategien des deutschen Kapitals, S. 503)
StresemannDeutscher Kanzler 1923 Deutscher Außenminister 1923-29 |
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15. Jan. 1925 |
Hans Luther wird deutscher Kanzler. |
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18. Feb. 1925 |
Der ehemalige deutsche Kanzler Marx (Zentrum) wird preußischer Ministerpräsident. |
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28. Feb. 1925 |
Nach dem Tod von Präsident Ebert (SPD) übernimmt Kanzler Luther vorübergehend die deutsche Staatsführung. |
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12. Mär. 1925 |
Der ehemalige Außenminister Simons übernimmt vorübergehend die deutsche Staatsführung. |
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6. Apr. 1925 |
Braun (SPD) wird erneut preußischer Ministerpräsident. |
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26. Apr. 1925 |
Der ehemalige Generalstabschef Hindenburg wird deutscher Präsident. |
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17. Jun. 1925 |
Deutschland unterschreibt im schweizerischen Genève das „Protokoll über das Verbot der Verwendung von Giftgas sowie von bakteriologischen Mitteln im Krieg“. |
„Die Forschungen auf dem Gaskampfgebiet sind außerordentlich wichtig.“ ― Alfred von Vollard-Bockelberg, deutscher General, 25. Apr. 1931 (Groehler, Der lautlose Tod, S. 84) |
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18. Jul. 1925 |
Erstveröffentlichung von NSDAP-Chef Hitlers „Mein Kampf“. |
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7. Sep. 1925 |
Der deutsche Außenminister Stresemann (DVP) legt in einem Brief an den ehemaligen Thronfolger Hohenzollern die aktuellen Minimalziele des deutschen Imperialismus dar. |
„Die deutsche Außenpolitik hat nach meiner Auffassung für die nächste absehbare Zeit drei große Aufgaben: Einmal die Lösung der Reparationsfrage in einem für Deutschland erträglichen Sinne und die Sicherung des Friedens, die die Voraussetzung für eine Wiedererstarkung Deutschlands ist. Zweitens rechne ich dazu den Schutz der Auslandsdeutschen, jener zehn bis zwölf Millionen Stammesgenossen, die jetzt unter fremdem Joch in fremden Ländern leben. Die dritte große Aufgabe ist die Korrektur der Ostgrenzen: die Wiedergewinnung Danzigs, des polnischen Korridors und eine Korrektur der Grenze in Oberschlesien. Im Hintergrund steht der Anschluss von Deutsch-Österreich. […] Das Wichtigste ist […] das Freiwerden deutschen Landes von fremder Besatzung. Wir müssen den Würger erst vom Halse haben. Deshalb wird die deutsche Politik […] in dieser Beziehung darin bestehen müssen, zu finassieren und den großen Entscheidungen auszuweichen.“ ― Gustav Stresemann (DVP), deutscher Außenminister, gegenüber dem ehemaligen Thronfolger Wilhelm von Hohenzollern-Sigmaringen, 7. Sep. 1925 (Stresemann, Vermächtnis, S. 553) |
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Okt. 1925 |
Erster „Europäischer Nationalitätenkongress“ im schweizerischen Genève, begründet und gefördert durch die deutsche Regierung. Mit der Ortswahl soll Stimmung gegen den „Völkerbund“ gemacht werden. |
„Menschenrecht bricht Staatsrecht. […] Im allgemeinen soll nie vergessen werden, dass nicht die Erhaltung eines Staates oder gar die einer Regierung höchster Zweck des Daseins der Menschen ist, sondern die Bewahrung ihrer Art.“ ― Adolf Hitler, NSDAP-Chef, 1925 (Hitler, Mein Kampf, I, S. 105) |
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Okt. 1925 |
Georg Wetzell wird deutscher Truppenamtschef. |
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9. Nov. 1925 |
Bildung der „Schutz-Staffeln“ (SS) aus der „Sturmabteilung“ (SA) der NSDAP. |
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22. Nov. 1925 |
Auf einem Treffen der nord- und westdeutschen Gauleiter der NSDAP wärmt der Flügel um Otto und Gregor Strasser das alte deutsche Projekt der „Vereinigten Staaten von Europa“ als „Bollwerk“ gegen die USA erneut auf. |
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1. Dez. 1925 |
Auf der Konferenz im schweizerischen Locarno verzichtet Deutschland auf Ansprüche an Frankreich. Eine entsprechende Erklärung wird in der britischen Hauptstadt London unterzeichnet. Außerdem wird ein deutsch-tschechoslowakischer Vertrag abgeschlossen.
Unterzeichnung in London |
Zur Erinnerung:
„Die Zerschlagung Frankreichs ist die Etappe, über die allein der Weg zu neuer Seegeltung, Welthandelspolitik, Kolonialbesitz geht. Nur dann kann auch England geschlagen und die europäische Kolonisation an unseren Grenzen durchgeführt werden.“ ― Hans von Haeften, Stabsabteilungschef beim deutschen Generalstabschef, 3. Jun. 1918 (Opitz, Europastrategien des deutschen Kapitals, S. 447 f)
„Ich sehe in Locarno die Erhaltung des Rheinlandes und die Möglichkeit der Wiedergewinnung deutschen Landes im Osten.“ ― Gustav Stresemann (DVP), deutscher Außenminister, 27. Nov. 1925 (Chvostov, Geschichte der Diplomatie, II, S. 402)
„Der Sicherheitspakt birgt […] in sich den Verzicht auf eine kriegerische Auseinandersetzung mit Frankreich wegen der Rückgewinnung Elsass-Lothringens, einen deutschen Verzicht, der aber insoweit nur theoretischen Charakter hat, als keine Möglichkeit eines Krieges gegen Frankreich besteht.“ ― Gustav Stresemann (DVP), deutscher Außenminister, gegenüber dem ehemaligen Thronfolger Wilhelm von Hohenzollern-Sigmaringen, 7. Sep. 1925 (Stresemann, Vermächtnis, S. 553)
„Unsere Politik, der Entente einen Sicherheitspakt anzubieten war unzweifelhaft richtig. […] Sie hat die Entente zerbrochen.“ ― Gustav Stresemann (DVP), deutscher Außenminister, 1925 (Tetens, Germany Plots with the Kremlin, S. 153) |
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1926 |
Einrichtung eines „Ukrainischen wissenschaftlichen Instituts“ durch das deutsche Auswärtige Amt. |
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1926 |
Ein Vertrag Deutschlands mit Italien wird abgeschlossen. |
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5. Feb. 1926 |
Der bayerische Ministerpräsident Heinrich Held („Bayerische Volkspartei“ – BVP) spricht von angeblicher Unterdrückung der deutschsprachigen Bevölkerung in der italienischen Provinz Trento. |
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23. Mär. 1926 |
Reichsbankpräsident Hjalmar Schacht, vor 1918 Mitglied von Naumanns „Arbeitsausschuss für Mitteleuropa“, fordert eine neue deutsche Kolonialpolitik. |
„[Die] Periode der praktischen deutschen Kolonialbetätigung, [ist] jetzt vorläufig, aber wie ich zuversichtlich hoffe, nicht endgültig abgeschlossen.“ ― Friedrich Ebert (SPD), deutscher Präsident, 24. Dez. 1920 (Deutsche National-Zeitung, 16.09.2005)
EbertDeutscher Kanzler 1918 Deutscher Ratschef und Militärbeauftragter 1918-19 Preußischer Regierungspräsident 1918 Deutscher Präsident 1919-25 |
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31. Mär. 1926 |
Beschluss der deutschen Regierung zur „Gewährung von Krediten an das bodenständige Deutschtum im europäischen Ausland“. |
„Es [kann] sich für Deutschland in den nächsten Stadien seiner politischen Entwicklung nur um die Wiedergewinnung seiner europäischen Stellung handeln […] und viel später erst um das Wiedererkämpfen seiner Weltmachtstellung.“ ― Joachim von Stülpnagel, Leiter der „Abrüstungsabteilung“ im deutschen Wehrministerium, 6. Mär. 1926 (Giordano, Die zweite Schuld, S. 58) |
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24. Apr. 1926 |
Der Berliner „Freundschafts- und Neutralitätsvertrag“ Deutschlands mit der Sowjetunion wird abgeschlossen. |
Verhandlungen in Berlin |
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13. Mai 1926 |
Nach dem Rücktritt von Kanzler Luther übernimmt Wehrminister Geßler (DDP) vorübergehend die deutschen Regierungsgeschäfte. |
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16. Mai 1926 |
Marx (Zentrum) wird erneut deutscher Kanzler. |
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Jul. 1926 |
Geheimkonferenz in der britischen Hauptstadt London mit dem deutschen General Hoffmann und dem stellvertretenden britischen Außensekretär Godfrey Locker-Lampson („Konservative Partei“ – Conservative Party). Man kommt zu dem Schluss: „Der Bolschewismus ist zu liquidieren“. |
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8. Sep. 1926 |
Eintritt Deutschlands in den „Völkerbund“. |
„Es besteht dann [= nach Eintritt Deutschlands in den ‚Völkerbund’ und der Erreichung wirtschaftlicher Gleichberechtigung] durchaus die Möglichkeit, dass wir auch die uns nicht wieder zurückgegebenen früheren deutschen Schutzgebiete wirtschaftlich in nicht zu langer Zeit so durchdringen, dass eine spätere Mandatsübertragung auf Deutschland nicht ausgeschlossen ist.“ ― Aus den „Richtlinien unserer Kolonialpolitik“ der Kolonialabteilung des deutschen Auswärtigen Amts, Herbst 1924 (Hinnenberg, Die deutschen Bestrebungen zur wirtschaftlichen Durchdringung Tanganyikas, S. 20)
„Die Sorge für die Auslandsdeutschen spricht für den Eintritt in den Völkerbund. […] Wir werden in Genf der Wortführer der ganzen deutschen Kulturgemeinschaft sein. Die Bedenken, dass wir im Völkerbund überstimmt werden, gehen von [einer] falschen Voraussetzung aus. […] Die Beschlüsse des Völkerbundsrats müssen einstimmig gefasst werden. Deutschlands ständiger Sitz im Völkerbundsrat ist ihm zugesichert.“ ― Gustav Stresemann (DVP), deutscher Außenminister, gegenüber dem ehemaligen Thronfolger Wilhelm von Hohenzollern-Sigmaringen, 7. Sep. 1925 (Stresemann, Vermächtnis, S. 553) |
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9. Dez. 1926 |
Einrichtung einer „Flieger- und Panzerschule“ der deutschen Reichswehr im sowjetischen Lipetzk. Hier werden bis 1933 deutsche Flieger- und Panzeroffiziere gegen die Bestimmungen des „Versailler Vertrags“ ausgebildet. |
Ausbildung in Lipetzk |
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16. Dez. 1926 |
Enthüllung der deutsch-sowjetischen Militärkooperation im Reichstag. |
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Jan. 1927 |
Werner von Blomberg wird deutscher Truppenamtschef. |
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25. Feb. 1927 |
Die britische Presse berichtet über den Zuwachs der deutschen Ausgaben für die Reichsmarine um eine Million Pfund. |
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1. Aug. 1927 |
Das deutsche „Heereswaffenamt“ legt eine Übersicht über Möglichkeiten der Giftgasherstellung vor.
Giftgasmanöver der deutschen Reichswehr 1931 |
„Hemmungen irgendwelcher Art darf es nicht geben. […] Ein aufs äußerte zu steigender Hass darf vor keinem Mittel der Sabotage, des Mordes und der Verseuchung zurückschrecken. […] Gas und Rauch, Bakterien, elektrische Fernlenkung und Zündung, Aviatik.“ ― Joachim von Stülpnagel, Leiter der „Abrüstungsabteilung“ im deutschen Wehrministerium, 1925 (Die Zeit, 07.03.1997) |
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1928 |
Eine deutsche Militärmission von 18 Offizieren trifft in Chile ein. |
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1928 |
Gründung der ägyptischen klerikalfaschistischen „Partei der moslemischen Bruderschaft“ (JIM) – der Mutterorganisation des modernen Islamismus – durch Hasan al-Banna. Die Gruppe wird bis 1939 von der deutschen Regierung finanziert. |
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19. Jan. 1928 |
Der ehemalige Generalquartiermeister Groener wird deutscher Wehrminister. |
„Wenn man um die Weltherrschaft kämpfen will, muss man dies von langer Hand her vorausschauend mit rücksichtsloser Konsequenz vorbereiten. […] Man muss restlos Machtpolitik treiben. Dazu gehört aber, dass der Grund und Boden, auf dem man steht, im Innern wie nach Außen fest und unerschütterlich bleibt. Wir haben [vor 1918] unbewusst nach der Weltherrschaft gestrebt […] ehe wir unsere Kontinentalstellung fest gemacht hatten.“ ― Wilhelm Groener, deutscher Generalquartiermeister, 1919 (Carlebach, Hitler war kein Betriebsunfall, S. 26)
Groener Deutscher Wehrminister 1928-32 |
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14. Mär. 1928 |
Berliner Schlussbesprechung des „Deutschen Schutzbunds für das Grenz- und Auslandsdeutschtum“ (u.a. „Institut für Grenz- und Auslandsstudien“, „Ostdeutscher Heimatdienst“, „Stiftung für deutsche Volks- und Kulturbodenforschung“, „Deutscher Ostmarkenverein“) mit dem Auswärtigen Amt. Besprochen wird der Anschluss Österreichs sowie die Einverleibung oder Assoziation von Gebieten Belgiens, Dänemarks, Frankreichs, Italiens, Polens und der Tschechoslowakei. Es werden die „Europäische Zielsetzung“ („allgemeine These, deren Veröffentlichung an sich unbedenklich ist“) und die „Deutsche Zielsetzung“ („vertrauliche Richtlinie der Arbeit unter Deutschen. Sie darf nicht veröffentlicht werden“) verabschiedet. |
„[Der Kampf um Deutschlands Führungsrolle kann] niemals Erfolg haben, wenn er nur für die Deutschen und nur mit deutschen Argumenten geführt wird. Er muss […] auf erweiterter Grundlage um Rechte aller Völker des europäischen Raumes […] angesetzt werden. [Die] Neuordnung Europas [soll] fortan nicht allein als deutsche, sondern als europäische Forderung geltend gemacht werden können.“ ― Aus dem Konferenzbericht der Schlussbesprechung des „Deutschen Schutzbunds für das Grenz- und Auslandsdeutschtum“, 14. Mär. 1928 (Konkret 2/1995)
„[Es ist durch die Auslandsdeutschen] für die gesamtdeutschen Ostaufgaben in gemeinsamer Arbeit mit dem Muttervolk geistige Vorarbeit für Verstärkung der Anziehungskraft der deutschen Kultur auch auf das Geistesleben […] mit ihnen in Schicksalsgemeinschaft lebender Völker zu leisten. […] Vorwiegend unter diesem Gesichtspunkt hat eine Unterstützung und auch ein Ausbau deutscher Kultureinrichtungen in nichtdeutschen Staaten – mögen sie in erster Linie Auslandsdeutschen oder nichtdeutschen Ausländern dienen – zu geschehen.“ ― Aus der geheimen „Deutschen Zielsetzung“ der Schlussbesprechung des „Deutschen Schutzbunds für das Grenz- und Auslandsdeutschtum“, 17. Mär. 1928 (Opitz, Europastrategien des deutschen Kapitals, S. 552) |
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5. Apr. 1928 |
Der ehemalige deutsche Truppenamtschef Seeckt erklärt in einer Rede, dass künftige Kriege von „kleinen mobilen Eingreiftruppen“ gewonnen werden. |
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20. Mai 1928 |
Ein Phosgen-Unfall in Hamburg enthüllt die heimliche Giftgasproduktion Deutschlands. |
„Um politischen Kombinationen zu begegnen, wird amtlicherseits darauf hingewiesen, dass das gefährliche Phosgen im flüssigen Zustande Handelsware ist und seine Herstellung nicht etwa den Bestimmungen des Versailler Vertrages widerspricht.“ ― „Berliner Tageblatt“, deutsche Tageszeitung, 21. Mai 1928 |
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28. Jun. 1928 |
Müller (SPD) wird erneut deutscher Kanzler. |
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10. Aug. 1928 |
„Panzerkreuzer-Entscheidung“ der deutschen Regierung zum Aufbau einer Reichsmarine. |
„Deutschland wird sich an einem Kampf nur dann beteiligen können, wenn es wirkliche Aussichten auf Erfolg hat. Sind aber diese Aussichten gegeben, dann wird sie Deutschland umso besser nützen können, je stärker es ist.“ ― Wilhelm Groener, deutscher Wehrminister, Nov. 1928 (Lehmann, Die Reichswehr, S. 55)
„Als Hitler 1933 an die Macht kam, fand er dank der Reichswehr alle technischen Voraussetzungen für die Wiederaufrüstung fertig vor. […] Abgesehen von dem Sturmgeschütz [waren] alle neuen Waffen vor der Machtübernahme entwickelt, wenn sie auch weiterhin in ihrer Wirkung noch verbessert worden sind.“ ― Erich von Manstein, deutscher General, 1939 (Manstein, Aus einem Soldatenleben, S. 238 f) |
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27. Aug. 1928 |
Deutschland unterschreibt den „Vertrag über die Ächtung des Kriegs als Instrument nationaler Politik“ – den so genannten „Kellogg-Briand-Pakt“ – in der französischen Hauptstadt Paris. |
Unterzeichnung in Paris |
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28. Okt. 1928 |
Mission des Offiziers Max Bauer zur chinesischen Regierung in Nanjing. Bauer gelingt es, eine illegale deutsche Offizierstruppe im Land zu installieren, um dem Regierungschef Chiang Kaishek („Nationalistische Partei“ – KMT) beim Aufbau einer Armee nach deutschem Vorbild zu helfen. |
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15. Dez. 1928 |
Als bei einer „Völkerbund“-Tagung im schweizerischen Lugano der polnische Außenminister August Zaleski („Unparteiischer Block für Zusammenarbeit mit der Regierung“ – BBWR) über die Wühl- und Hetzarbeit des „Deutschen Volksbunds“ im polnischen Regierungsbezirk Slaskie berichtet, wird er vom deutschen Außenminister Stresemann (DVP) niedergebrüllt. |
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18. Dez. 1928 |
Die deutsche Zeitschrift „Die Weltbühne“ deckt die Pläne für eine „Reichswehr im Untergrund“ auf. |
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6. Jan. 1929 |
Heinrich Himmler (NSDAP) wird Reichsführer-SS. |
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Mär. 1929 |
Gründung der nationalsozialistischen „Aufständischen kroatischen revolutionären Organisation“ (Ustaša) durch Ante Pavelić in Wien. Sie arbeitet ab 1932 eng mit Reichswehr und Auswärtigem Amt zusammen und wird 1941 Hauptkomplize Deutschlands bei der Zerschlagung Jugoslawiens. |
„Mögen die Verschiebungen des Weltkriegs auch noch so groß gewesen sein, die von Naumann immer betonte Tatsache, dass der Lebensraum Deutschlands in Mitteleuropa liegt und gen Südosten zu erweitern ist, ist unverändert geblieben.“ ― Erich Koch-Weser (DDP), deutscher Justizminister, 1929 (Koch, Deutschlands Außenpolitik in der Nachkriegszeit, S. 113 f) |
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Sep. 1929 |
Dem polnischen „Militärischen Nachrichtendienst“ gelingt es, detaillierte Kriegspläne der deutschen Reichswehr gegen Polen und Frankreich – den so genannten „A-Plan“ – aus einem Tresor des Wehrministeriums zu beschaffen. |
„Für uns ist nicht der Friede das höchste Gut eines Volkes.“ ― Erich Koch-Weser (DDP), deutscher Justizminister, 4. Dez. 1925 (Buchheim, Die Weimarer Republik, S. 145) |
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1. Okt. 1929 |
Hans von Hammerstein-Equord wird deutscher Truppenamtschef. |
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11. Nov. 1929 |
Julius Curtius (DVP) wird deutscher Außenminister. |
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30. Mär. 1930 |
Heinrich Brüning (Zentrum) wird deutscher Kanzler. |
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24. Okt. 1930 |
Nach irrtümlichem Beschuss eines deutschen Dampfers vor der brasilianischen Hauptstadt Rio de Janeiro beginnt in Deutschland eine Kampagne für Marinestützpunkte in Lateinamerika. |
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Nov. 1930 |
Gründung der „Dänischen nationalsozialistischen Arbeiterpartei“ (DNSAP) unter Frits Clausen nach dem Vorbild der deutschen NSDAP. |
Clausen Dänischer DNSAP-Chef Ein Komplize des deutschen Imperialismus |
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1. Nov. 1930 |
Wilhelm Adam wird deutscher Truppenamtschef. |
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1931 |
Der „Mitteleuropa-Verein“ konstituiert sich neu als „Mitteleuropäischer Wirtschaftstag“ (MWT). |
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Frühjahr 1931 |
Die so genannte „Studie Ostseekriegsführung“ der deutschen „Marineleitung“ zu einem Zweifrontenkrieg gegen Polen und Frankreich entsteht. |
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Mär. 1931 |
Deutschland verkündet eine „Zollunion“ mit Österreich. Frankreich klagt gegen diesen Bruch des „Versailler Vertrags“ vor dem „Haager Gerichtshof“.
Verhandlungen in Wien |
„Eine Ausweitung des deutschen Raumes nach Osten und Südosten Europas erscheint mir derzeit nicht durch Verschiebung der Ostgrenzen möglich, aber durch deren weitgehende Auflösung.“ ― Edmund Stinnes, deutscher Unternehmer, 9. Jul. 1931 (Gossweiler, Aufsätze zum Faschismus, I, S. 344) |
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1. Mai 1931 |
Die „Auslandsorganisation“ (AO) wird als Organisationseinheit der NSDAP auf Initiative von Organisationsleiter Strasser gegründet. |
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7. Aug. 1931 |
Mit der „Ortsgruppe Buenos Aires“ wird erstmals eine offizielle AO der NSDAP gebildet. Im gleichen Jahr folgen die „Landesgruppe Paraguay“ und die „Ortsgruppe Rio de Janeiro“. |
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5. Sep. 1931 |
Der „Haager Gerichtshof“ erklärt die proklamierte „Zollunion“ Deutschlands mit Österreich für illegal. |
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9. Okt. 1931 |
Kanzler Brüning (Zentrum) wird zusätzlich deutscher Außenminister. |
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Dez. 1931 |
Das Buch „Zwischeneuropa und die deutsche Zukunft“ von Giselher Wirsing erscheint. Darin wird die „Mitteleuropa“-Strategie der Kaiserzeit an die neuen Gegebenheiten angepasst. |
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1932 |
Denkschrift des PEU-Chefs Coudenhove an die deutsche Regierung. Darin schlägt er eine europäische „Einheit“ vor, die mit einer deutsch-französischen Gemeinschaft in Sachen Wirtschaft, Bewaffnung und Außenpolitik beginnen soll. |
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Jan. 1932 |
Eine Auslandsorganisation der NSDAP entsteht in der deutschen Minderheit im britischen Mandat Palestine. |
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Jan. 1932 |
In Chile wird nach dem Vorbild der NSDAP die „Nationalsozialistische Bewegung“ (MNS) gegründet. |
„Bewusst nicht als Partei sondern als Bewegung aufgezogen entspricht die Organisation [MNS] in großen Zügen derjenigen der NSDAP.“ ― Wilhelm von Schoen, deutscher Botschafter in Chile, 12. Feb. 1936 (Nationalsozialistische Bewegung Chiles, www.uni-protokolle.de) |
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1. Jun. 1932 |
Papen (Zentrum) wird deutscher Kanzler. |
„Seitdem die Vorsehung mich dazu berufen hatte, der Wegbereiter der nationalen Erhebung und der Wiedergeburt unserer Heimat zu werden, habe ich versucht, das Werk der nationalsozialistischen Bewegung und ihres Führers mit allen meinen Kräften zu stützen, und wie ich damals bei der Übernahme der Kanzlerschaft dafür geworben habe, der jungen kämpfenden Freiheitsbewegung den Weg zur Macht zu ebnen.“ ― Franz von Papen („Deutsch-nationale Volkspartei“ – DNVP), deutscher Vizekanzler, 2. Nov. 1933 (IMN, Der Prozess gegen die Hauptkriegsverbrecher, XX, S. 12)
Papen Deutscher Kanzler 1932 Preußischer Kommissar 1932, 1933 |
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2. Jun. 1932 |
Constantin von Neurath wird deutscher Außenminister. Kurt von Schleicher wird Wehrminister. |
Schleicher Deutscher Wehrminister 1932 Deutscher Kanzler 1932-33 Preußischer Kommissar 1932-33 |
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20. Jul. 1932 |
Der deutsche Kanzler Papen (Zentrum) wird preußischer Kommissar. |
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6. Aug. 1932 |
Der Kölner Oberbürgermeister Konrad Adenauer (Zentrum) teilt mit, dass seine Partei eine Regierungsbeteiligung der NSDAP begrüßen würde. |
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13. Aug. 1932 |
Besprechung NSDAP-Chef Hitlers mit dem deutschen Präsidenten Hindenburg. |
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Ende 1932 |
Hauptsächlich von der Ustaša geleitete Terroraktionen häufen sich in Jugoslawien. Finanziert werden die Banden von der deutschen Reichswehr. Als Organisator im Hintergrund fungiert der MWT. |
„Auf deutscher Seite lagen der Waffenschmuggel, der Kundschafterdienst, die Verteilung der Schmiergelder, die Verhandlungen mit politischen Parteien und Bandenführern in der Hand der Offiziere des Spionage-Abwehrdienstes der Reichswehr. Die MWT erhielt bis tief ins Jahr 1933 hinein ausführliche Tätigkeitsberichte darüber […] und die Verbindungsleute von Pavelić gingen bei uns ein und aus.“ ― Alfred Sohn-Rethel, ehemaliger wissenschaftlicher Mitarbeiter des MWT (Sohn, Industrie und Nationalsozialismus, S. 70) |
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Nov. 1932 |
Dem italienischen Ministerratspräsidenten Benito Mussolini („Nationale faschistische Partei“ – PNF) wird ein „inoffizielles Memorandum“ von MWT, Auswärtigem Amt und Reichswehr überreicht. Darin wird er als Komplize für deutsche „Mitteleuropa“-Pläne umworben. |
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16. Nov. 1932 |
In Syrien wird nach dem Vorbild der NSDAP die nationalsozialistische „Syrische sozial-nationalistische Partei“ (HQIS) unter dem Deutsch-Lehrer Antwan Sa’adeh gegründet, der sich später selbst als Führer der syrischen Nation tituliert, den „Deutschen Gruß“ gebraucht und auf dessen Parteifahne ein abgewandeltes Hakenkreuz prangt. |
Sa’adeh Syrischer HQIS-Gründer Ein Komplize des deutschen Imperialismus |
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19. Nov. 1932 |
Diverse Unternehmer fordern von Präsident Hindenburg die Ernennung des NSDAP-Chefs Hitler zum deutschen Kanzler. |
„Das allgemeine Ziel der Industriellen war damals, einen starken Führer in Deutschland an die Macht kommen zu sehen.“ ― Kurt von Schröder, deutscher Unternehmer (Hallgarten, Hitler, Reichswehr und Industrie, S. 116) |
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3. Dez. 1932 |
Wehrminister Schleicher wird zum deutschen Kanzler und preußischen Kommissar ernannt und versucht die Bildung einer „Querfront-Regierung“ aus dem „Strasser-Flügel“ der NSDAP, dem „Allgemeinen deutschen Gewerkschaftsbund“ (ADGB) und dem „Noske-Flügel“ der SPD zu bilden. Der Versuch misslingt. |
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30. Jan. 1933 |
Truppenamtschef Blomberg wird zusätzlich deutscher Wehrminister. |
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30. Jan. 1933 |
Ernennung Hitlers zum deutschen Kanzler und damit Machtübergabe an die NSDAP. Aufbauend auf die massiven Kriegsvorbereitungen seit 1925 beginnt die verstärkte Aufrüstung der deutschen Reichswehr.
Macht übergeben |
„Nach dem Machtantritt Adolf Hitlers hatte ich die Genugtuung, dem Führer melden zu können, dass Krupp bereit war, nach einer kurzen Anlaufzeit ohne jegliche Lücken in der Erfahrung mit der Wiederaufrüstung des deutschen Volkes zu beginnen.“ ― Gustav Krupp, deutscher Unternehmer, 1. Mär. 1940 (IMN, Der Prozess gegen die Hauptkriegsverbrecher, I, S. 147 f)
„Andere Völker hätten nach dem Diktat von Versailles wohl nicht anders gehandelt und sich auch ihren starken Mann gewählt.“ ― Klaus von Dohnanyi (SPD), ehemaliger Hamburger Bürgermeister, 3. Dez. 2003 (Hamburger Abendblatt, 03.12.2003)
„Und nun mit Gott vorwärts.“ ― Paul von Hindenburg, deutscher Präsident, 30. Jan. 1933 (Stern 39/1973) |
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