IV

1945 - 1990

45 Jahre festgesetzt

 

  

 

Die drei wichtigsten Gestalten des

deutschen Imperialismus in seiner vierten Phase:

Kohl, Adenauer, Genscher

 

 

9. Mai 1945

Der letzte Lagebericht des deutschen OKW wird veröffentlicht.

„Die einmalige Leistung von Front und Heimat wird in einem späteren gerechten Urteil der Geschichte ihre endgültige Würdigung finden. Jeder Soldat kann deshalb die Waffe aufrecht und stolz aus der Hand legen.“ ― Aus dem letzten Lagebericht des deutschen OKW, 9. Mai 1945 (Engelmann, Wir hab’n ja den Kopf noch fest auf dem Hals, S. 16)

10. Mai 1945

Der ehemalige kroatische Botschafter wird beim deutschen Leitenden Minister Schwerin in Flensburg vorstellig und protestiert gegen die bedingungslose Kapitulation gegenüber den UN. Diese sei nicht mit dem kroatischen Führer Pavelić (Ustaša) abgesprochen gewesen.

10. Mai 1945

Die von Deutschland eingesetzte ukrainische Marionettenregierung wird von den UN abgesetzt.

12. Mai 1945

Da einige deutsche Truppenteile nach der bedingungslosen Kapitulation ihren Krieg gegen die UN fortsetzen (v.a. gegen die sowjetische Armee) wird OKW-Chef Keitel (NSDAP) von UN-Truppen verhaftet.

13. Mai 1945

Nach der Verhaftung von OKW-Chef Keitel (NSDAP) durch die UN ernennt der deutsche Präsident Dönitz (NSDAP) General Jodl zum OKW-Chef. Jodl beginnt sofort einen Plan zur „Überwältigung“ der UN mit Denkschriften, um die Sowjetunion und die westlichen Alliierten gegeneinander auszuspielen. Die Alliierten sollen sich an den großen Problemen „die Zähne ausbeißen“.

23. Mai 1945

Die deutsche Regierung, Präsident Dönitz (NSDAP) und OKW-Chef Jodl werden in Flensburg von UN-Truppen verhaftet.

 

Verhaftete Führung

5. Jun. 1945

Die Siegermächte Frankreich, Großbritannien, Sowjetunion und USA übernehmen offiziell die Regierungsgewalt in Deutschland. Völkerrechtliches Ende des „Deutschen Reichs“. Bildung des Alliierten Kontrollrats (ACC).

26. Jun. 1945

Die „Charta der Vereinten Nationen“ wird unterzeichnet.

Jul. 1945

Die letzten Komplizen des ehemaligen „Deutschen Reichs“ in Europa – die albanische BK in Kosovo-Metohija – werden von der jugoslawischen Volksarmee besiegt. Im Drenica-Gebiet geht der Kleinkrieg der BK unter Shabhan Palusha bis 1948 weiter.

17. Jul. 1945

Die „Potsdamer Konferenz“ der Siegermächte Großbritannien, Sowjetunion und USA beginnt.

 

Verhandlungen in Potsdam

21. Jul. 1945

Gründung der „Deutschen Minenräumverwaltung“ (GMSA) durch die westlichen Siegermächte. 27,000 Soldaten der ehemaligen deutschen Kriegsmarine werden dort eingegliedert.

2. Aug. 1945

Das „Potsdamer Abkommen“ weist den deutschen Imperialismus in die Schranken. Bestimmungen u.a.: Zerlegung von Teilen des ehemaligen „Deutschen Reichs“ (in der Ausdehnung vom 11. Mär. 1938) in vier Besatzungszonen („Amerikanische Besatzungszone“ – ABZ, „Britische Besatzungszone“ – BBZ, „Französische Besatzungszone“ – FBZ, „Sowjetische Besatzungszone“ – SBZ) und Unterstellung der restlichen Gebiete unter französische, polnische bzw. sowjetische Verwaltung; Verbot von Militär, OKW, Generalstab und allen nationalsozialistischen Organisationen; Aussiedlung der „Fünften Kolonnen“ aus der Tschechoslowakei und Polen. Die UN beschließt außerdem die „Feindstaatenklausel“. Diese gibt der Welt das Recht, ohne Zustimmung des „Weltsicherheitsrats“ gegen die deutschen und japanischen Hauptaggressoren des „II. Weltkriegs“ vorzugehen, falls von diesen erneut eine Bedrohung für den Weltfrieden ausgeht.

8. Aug. 1945

Der „Londoner Vertrag“ über die Bestrafung der deutschen Hauptkriegsverbrecher wird abgeschlossen.

30. Aug. 1945

Konstituierung des ACC.

2. Sep. 1945

Die mit dem ehemaligen „Deutschen Reich“ verbündeten Japaner werden von den UN besiegt. Endgültiges Ende des „II. Weltkriegs“.

7. Okt. 1945

Die Angriffe von „Werwolf“-Terroristen auf US-Truppen in der ABZ steigen rapide an. In der ersten Oktoberwoche gab es mehr Übergriffe als in den vergangenen fünf Monaten.

„Die deutsche Einstellung gegenüber den amerikanischen Besatzungstruppen hat sich von Apathie und oberflächlicher Freundlichkeit in rege Abneigung gewandelt. […] Dies findet seinen Ausdruck in der Gründung zahlreicher lokaler antiamerikanischer Organisationen in der gesamten Zone und einem schnellen Anstieg der Zahl von Angriffen auf amerikanische Soldaten.“ ― „The New York Times“, amerikanische Tageszeitung, Okt. 1945

 

„Müssen wir den Amerikanern nicht dankbar sein, dass sie uns von […] Adolf Hitler […] befreit haben? Grund zu solcher Dankbarkeit besteht wohl kaum.“ ― Eugen Drewermann, deutscher Theologe, 21. Okt. 2002 (Planet Interview, 21.10.2002)

 

„Um die Amerikaner zur Vernunft und weg von Potsdam zu bringen, haben wir mit gründlicher Systematik das Chaos organisiert. Es war ein subtiler politischer Widerstand, scheinbar unorganisiert und selten sichtbar, aber nichtsdestoweniger mit tödlichen Auswirkungen. Die Bauern lieferten fast gar nichts in die Städte; keine Kohle wurde aus den Gruben gebracht, die Räder der Industrie haben sich nicht gedreht, das Volk stand kurz vor dem Verhungern; das Währungssystem löste sich auf – es blieb des Yankees nichts anderes übrig als klein bei und das Potsdamer Programm aufzugeben. Bald darauf erhielt die westliche Zone Lebensmittellieferungen, lokale Selbstverwaltung, umfassende wirtschaftliche Hilfe, Kredite für die Währungsreform und, endlich, weitgehende politische Selbstbestimmung. Heute sind wir auf der letzten Stufe zur vollständigen Souveränität.“ ― Aus der Denkschrift „Der Krieg in Korea und die weltpolitischen Möglichkeiten für Deutschland und Europa“ des deutschen nationalsozialistischen Zentrums in Madrid, Sep. 1950 (Tetens, Germany Plots with the Kremlin, S. 218 f)

 

„Wenn die amerikanische Armee sich morgen [aus Deutschland] zurückzieht, gibt es am nächsten Tag Pogrome.“ ― Philipp Bernstein, Mitarbeiter der ABZ-Regierung, gegenüber der UN-Kommission für das britische Mandat Palestine, Mai 1947 (Konkret 7/2006)

Okt. 1945

Die „Exilregierung“ der „Ukraine“ unter Kost Pankivskij nimmt ihren Sitz in München (ABZ). In der gleichen Stadt siedeln sich auch die „Organisation ukrainischer Nationalisten“ (OUN) unter Stefan Bandera, der „Antibolschewistische Block der Nationen“ (ABBN) unter Yaroslav Stetsko und die „Ukrainische Aufstandsarmee“ (UOA) an, die bis 1956 in der Sowjetunion Terroraktionen durchführen. München wird ebenfalls zum Exil vieler ehemaliger islamischer Waffen-SS-Mitglieder aus der Sowjetunion.

20. Nov. 1945

Der „Nürnberger Prozess“ gegen die deutschen Hauptkriegsverbrecher Dönitz, Hans Frank, Frick, Hans Fritzsche, Walther Funk, Göring, Hess, Jodl, Ernst Kaltenbrunner, Keitel, Robert Ley, Neurath, Papen, Raeder, Ribbentrop, Rosenberg, Fritz Sauckel, Schacht, Baldur von Schirach, Seyß, Speer und Julius Streicher beginnt in der ABZ.

Verhandlung in Nürnberg

„Wir können die offene Provokation der Alliierten nicht länger hinnehmen. […] Hess war ein Botschafter des Friedens. […] Er hatte immer ein offenes Ohr für menschliche Anliegen. […] Sein weiteres Verbleiben im Gefängnis ist ein Verstoß gegen das Menschenrecht und bedeutet ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit.“ ― Ewald Bucher, ehemaliger westdeutscher Justizminister, 1976 (Konkret 1/1977)

1946

Der CDU-Chef in der BBZ, Adenauer, fordert erstmals eine „Europäische Armee“ mit deutscher Beteiligung.

1946

Im separatistischen „Königreich Bod“ wird der ehemalige SS-Offizier Heinrich Harrer zum Tutor des XIV. Dalai Lama.

Jan. 1946

Die argentinische Regierung unter Edelmiro Farrell und später unter Juan Perón („Arbeitspartei“ – PL) beginnt mit der Fluchthilfe für deutsche Kriegsverbrecher und ihre Komplizen aus Europa. Argentinische Diplomaten und Agenten werden beauftragt diese zur Ausreise nach Argentinien zu bewegen. Mit Hilfe neuer „Rattenlinien“ über Belgien, Norwegen, Schweden und die Schweiz gelangen u.a. Eichmann, Aribert Heim, Josef Mengele, Erich Priebke und der ehemalige kroatische Führer Pavelić (Ustaša) nach Südamerika.

„Zu dieser Zeit [= 1945/46] fand in Nürnberg etwas statt, was ich persönlich als Schande und als ein unglückliches Lehrstück für die Zukunft der Menschheit betrachtet habe. Ich wurde mir sicher, dass auch das argentinische Volk den Nürnberger Prozess als eine Schande ansah, den Siegern unwürdig. […] Nun realisierten wir, dass sie [= die Alliierten] es verdient hätten, den Krieg zu verlieren.“ ― Juan Perón („Justizialistische Partei“ – PJ), argentinischer Präsident, 1973 (Goñi, The Real ODESSA, S. 100)

Perón

Argentinischer Präsident 1946-55, 1973-74

Ein Komplize des deutschen Imperialismus

Feb. 1946

In Argentinien wird Santiago Peralta zum Einwanderungsbeauftragten und der ehemalige deutsche Agent Ludwig Freude zum Chef von dessen Geheimdienstabteilung ernannt. Zusammen organisieren sie die Flucht deutscher Kriegsverbrecher nach Argentinien. Das Hauptquartier der argentinischen Fluchtorganisation entsteht in der schweizerischen Hauptstadt Bern, geführt von dem ehemaligen deutschen Agenten und SS-Mitglied Carlos Fuldner.

18. Apr. 1946

Auflösung des „Völkerbunds“.

29. Mai 1946

Der palästinensische Großmufti Husaini (NA) kann sich per Flugzeug aus Frankreich nach Ägypten absetzen. Eine Untersuchung der UN kommt 1947 zu dem Ergebnis, dass Husaini während seines Deutschland-Aufenthalts von 1941-45 für die Ermordung von rund 400,000 Juden verantwortlich war.

Jul. 1946

Aus der früheren Wehrmachts-Abteilung „Fremde Heere Ost“ wird die „Organisation Gehlen“.

25. Feb. 1947

Der ACC erklärt den ehemaligen deutschen Freistaat Preußen für aufgelöst.

1. Jan. 1947

Schaffung der britisch-amerikanischen „Bizone“ aus ABZ und BBZ.

Mai 1947

Ein Bericht des amerikanischen Staatsamts nennt den Vatikan als „die größte Einzelorganisation die mit der illegalen Bewegung von Emigranten [= deutschen Kriegsverbrechern] befasst ist“.

14. Jul. 1947

Trotz alliiertem Organisationsverbot für Umgesiedelte gründet sich die „Arbeitsgemeinschaft zur Wahrung sudetendeutscher Interessen“, der spätere „Sudetendeutsche Rat“.

29. Nov. 1947

Teilungsbeschluss der UN-Vollversammlung zum britischen Mandat Palestine. Kurz darauf beginnt dort ein arabisch-jüdischer Bürgerkrieg.

Dez. 1947

Es wird öffentlich, dass sich tausende ehemalige deutsche Soldaten, hauptsächlich aus dem „Afrikakorps“, freiwillig zur ägyptischen Armee und bei bewaffneten klerikalfaschistischen Gruppen (hauptsächlich der JIM) gemeldet haben, um am Krieg gegen die jüdische Bevölkerung des britischen Mandats Palestine teilzunehmen. Die ägyptische Regierung überträgt die Führung dieser Kriegsfreiwilligen der JIM unter Mahmud Labib, der während des Kriegs in Deutschland gelebt hat. Inoffizielle Dachorganisation der in den arabischen Ländern aktiven deutschen Soldaten ist das „Deutsche Hilfskomitee für den Nahen Osten“ unter Gunther von Hardenberg in der libanesischen Hauptstadt Bayrut. Die Flucht ehemaliger deutscher Soldaten aus britischen Lagern in Ägypten und ihr Transport nach Gaza wird durch den palästinensischen Großmufti Husaini (NA) organisiert.

„[Wir sind ausgebrochen] durch die Hilfe des Muftis. 20 von uns haben den [Suways-]Kanal in einem Boot in einer Nacht überquert. Autos haben auf der anderen Seite auf uns gewartet. […] Hunderte mehr [sind ausgebrochen]. Der Großmufti arrangiert alles. In einigen Tagen erwarten wir 25 weitere Kameraden hier. Sie werden mit Waffen kommen. […] Wir haben [bereits] mit ihnen [= den Arabern] gegen die jüdischen Siedlungen gekämpft.“ ― Gerhard … (Nachname nicht genannt), ehemaliger Leutnant im deutschen „Afrikakorps“, im Gespräch mit dem Journalisten John Carlson im Hauptquartier der deutschen Freiwilligen im palästinensischen Gaza, Mai 1948 (Carlson, Cairo to Damascus, S. 212 f)

 

„Die Engländer, die Juden, die Armenier und die Amerikaner müssen vernichtet werden.“ ― Friedrich … (Nachname nicht genannt), ehemaliger Leutnant im deutschen „Afrikakorps“, im Gespräch mit dem Journalisten John Carlson im Hauptquartier der deutschen Freiwilligen im palästinensischen Gaza, Mai 1948 (Carlson, Cairo to Damascus, S. 216 f)

Dez. 1947

Die Sowjetunion erwirkt bei den Westalliierten die Auflösung der GMSA, da sie die geheime Aufstellung einer neuen deutschen Kriegsmarine befürchtet.

Mär. 1948

Beitritt der FBZ zur britisch-amerikanischen „Bizone“. Diese wird damit zur „Trizone“.

17. Mär. 1948

Gründung der „Westunion“ durch den „Brüsseler Pakt“ zwischen Belgien, Frankreich, Großbritannien, Luxemburg und den Niederlanden.

2. Mai 1948

Nach der Eroberung des irakisch-transjordanischen Hauptquartiers im Jerusalemer Vorort Qatamon finden Truppen der jüdischen Rebellengruppe „Die Verteidigung“ (Haganah) Beweise für die Kollaboration deutscher Soldaten mit den im britischen Mandat Palestine aktiven irakischen und transjordanischen Armeen: Sämtliche offiziellen Befehle und Instruktionen sind zweisprachig gedruckt.

 

Eines der deutschen Quartiere in Qatamon

15. Mai 1948

Nach dem Ende des britischen Mandats Palestine Gründung des Staats Israel auf dem jüdischen Gebiet des UN-Teilungsbeschlusses von 1947.

15. Mai 1948

Beginn des „Israelischen Unabhängigkeitskriegs“ nach ägyptischem, irakischem, jemenitischem, libanesischem, libyschem, saudischem, syrischem und transjordanischem Angriff auf den Staat. Tausende ehemalige deutsche Soldaten, hauptsächlich aus dem „Afrikakorps“, nehmen als Freiwillige am Krieg der Araber gegen Israel teil.

„Eine gewisse Anzahl ehemaliger deutscher Offiziere, meistens Männer die aus ägyptischen Kriegsgefangenenlagern geflohen sind, […] werden in Syrien benutzt um Truppen auszubilden die gegen die Juden Palästinas eingesetzt werden.“ ― „The Palestine Post“, palästinensische Tageszeitung, 11. Jan. 1948

 

„Die Deutschen und ich haben den Arabern viele gute Ideen geliefert, um die jüdischen Siedlungen zu vernichten. […] Nehmen sie z.B. dieses Dorf außerhalb von Gaza [= Kfar Darom]. Wir hatten einen perfekten Plan erstellt es mit drei Kolonnen anzugreifen: 34 Deutsche und acht Jugoslawen in einer Kolonne, 210 Ikhwan [= JIM-Mitglieder] in der anderen; hundert Anhänger der Wahrheit [= Soldaten des ägyptischen Großgrundbesitzers Mahmud al-Aza’ayim] in der dritten.“ ― Nazar Čalavić (Ustaša), ehemaliger Offizier der kroatischen Armee, im Gespräch mit dem Journalisten John Carlson in einem Krankenhaus im palästinensischen Gaza, Mai 1948 (Carlson, Cairo to Damascus, S. 217)

 

[Meine Aufgabe ist es] die Syrer zu drillen. Ich drille sie in allem – vom Bombenbau bis zum Artilleriebeschuss. […] Ich kenne den Mufti [Husaini] sehr gut. […] Gerade gestern habe ich von ihm 2,000 Lira erhalten.“ ― Herbert von Fürst, ehemaliger deutscher Offizier, im Gespräch mit dem Journalisten John Carlson in der syrischen Hauptstadt Dimashq, Jun. 1948 (Carlson, Cairo to Damascus, S. 405)

28. Mai 1948

In der als UN-Zone vorgesehenen Stadt Jerusalem im ehemaligen britischen Mandat Palestine ist eine Gruppe von ehemaligen Soldaten der deutschen Waffen-SS unter Robert Brandenburg an der Eroberung des jüdischen Viertels der Altstadt durch irakische und transjordanische Truppen beteiligt. Kommandant der angreifenden Truppen ist der in Deutschland ausgebildete Iraker Fadhil Rashid, Teilnehmer des faschistischen Kailani-Putsches von 1941.

Irakische und transjordanische Truppen in der Altstadt von Jerusalem

[Unser Ziel ist es] Palästina von Juden zu reinigen und wenn es hundert Jahre dauert. […] Wir haben viel von den Deutschen gelernt. Alle ägyptischen Offiziere respektieren den deutschen Militarismus und bewundern wie es den Deutschen möglich war gegen die ganze Welt zu kämpfen.“ ― Mustafa as-Sidki, ägyptischer Offizier im palästinensischen Bayt Lahm, im Gespräch mit dem Journalisten John Carlson, Mai 1948 (Carlson, Cairo to Damascus, S. 351)

Jun. 1948

Der ehemalige deutsche General Hans Speidel fordert in einer Denkschrift die „Gleichbehandlung“ einer künftigen deutschen Armee hinsichtlich Waffenbesitz und -produktion.

1948

Gründung der deutschen „Kampfgruppe gegen Unmenschlichkeit“ (KGU) die Sabotageaktionen in der SBZ durchführt.

Jul. 1948

Der CDU-Chef in der BBZ, Adenauer, übergibt der amerikanischen Regierung eine Denkschrift, in dem die Schaffung einer neuen Wehrmacht mit 25 Divisionen gefordert wird.

Zur Erinnerung:

 

„Die Westmächte können diesen Sieg [über die Sowjetunion] […] sehr viel leichter erkämpfen, wenn Deutschland in ihre Front tritt. Wir können also unsere Hilfe teuer verkaufen. […] Die Westmächte werden […] im eigenen Interesse Deutschland ein wirkliches Heer zugestehen müssen. Damit allein aber wäre Deutschland wieder zur Großmacht geworden.“ ― Arnold Rechberg, deutscher Unternehmer, 24. Nov. 1925 (Deutsche Bergwerk-Zeitung, 24.11.1925)

9. Dez. 1948

Als Reaktion auf den deutschen Vernichtungskrieg wird die „Konvention zur Verhütung und Bestrafung des Völkermords“ durch die UN beschlossen.

10. Dez. 1948

Als Reaktion auf den deutschen Vernichtungskrieg wird die „Allgemeine Erklärung der Menschenrechte“ durch die UN beschlossen.

Frühjahr 1949

Der ehemalige deutsche General Hyazinth Strachwitz beginnt mit einigen Dutzend Helfern die syrischen Panzertruppen im Krieg gegen Israel zu drillen. Bereits 1948 war der ehemalige RSHA-Abteilungschef und Erfinder der „Gaswagen“, Rauff, nach Syrien geflohen und vom dortigen „Generaldirektorat des Geheimdienstes“ (IAA) rekrutiert worden. Er ist an der Folterung israelischer Kriegsgefangener beteiligt. Rauff war ab Jul. 1942 Chef des RSHA- Einsatzkommandos das die Vernichtung der jüdischen Bevölkerung im britischen Mandat Palestine koordinieren sollte.

25. Mär. 1949

Der Chef des Parlamentarischen Rats der „Trizone“, Adenauer (CDU), erklärt im schweizerischen Bern, dass die Deutschen keine Verpflichtungen gegenüber den Alliierten haben, da die Kapitulation von 1945 ungültig sei. Die Rede löst bei den Alliierten Entrüstung aus.

Zur Erinnerung:

 

„Die deutsche Propaganda soll ein wesentlicher Bestandteil des gesamten Nachkriegsprogramms sein. Das unmittelbare Ziel des Propagandaprogramms wird darauf gerichtet sein, die alliierten Kontrollmaßnahmen zu beseitigen.“ ― „The New York Herald Tribune“, amerikanische Tageszeitung, 31. Mär. 1945

4. Apr. 1949

Gründung der „Nordatlantischen Vertragsorganisation“ (NATO) durch Belgien, Dänemark, Frankreich, Großbritannien, Island, Italien, Kanada, Luxemburg, die Niederlande, Norwegen, Portugal und die USA.

4. Apr. 1949

Endgültiges Ende des „Israelischen Unabhängigkeitskriegs“ durch Waffenstillstand. Einige der im Krieg für Ägypten aktiven deutschen Offiziere (z.B. der ehemalige SD-Chef im deutsch besetzten sowjetischen L’viv, Erich Altern) werden Anfang der 50er Jahre zu Ausbildern der von Gaza aus gegen Israel eingesetzten palästinensischen Kommandos der „Selbstopferer“ (al-Fidai’yin), die bis 1956 mehr als 1,300 Israelis ermorden.

„Der wahre Antifaschismus ist die klare und einfache Solidarisierung mit den kämpfenden Fedayin.“ ― Aus einer Erklärung der westdeutschen Organisation „Tupamaros“ zu ihrem Anschlag auf das jüdische Gemeindezentrum in Westberlin, 9. Nov. 1969 (Küntzel, Deutsches Schweigen, www.matthiaskuentzel.de)

17. Apr. 1949

Die 1932 nach dem Vorbild der deutschen NSDAP gegründete HQIS übernimmt kurzzeitig in Syrien die Macht.

8. Mai 1949

Der Parlamentarische Rat der „Trizone“ beschließt das „Grundgesetz“ für eine „Bundesrepublik Deutschland“ (BRD).

23. Mai 1949

Verkündung des „Grundgesetzes“ und damit Gründung des westdeutschen Separatstaats BRD auf dem Gebiet der „Trizone“.

 

Unterzeichnung in Bonn

3. Aug. 1949

Gründung des „Europarats“ (CE) auf Grundlage des Londoner „Zehn-Mächtepakts“.

7. Sep. 1949

Nach der Konstituierung von Bundestag und Bundesrat übernimmt Bundesratspräsident Karl Arnold (CDU) vorübergehend die westdeutsche Staatsführung.

12. Sep. 1949

Theodor Heuss („Freie demokratische Partei“ – FDP) wird westdeutscher Präsident.

15. Sep. 1949

Adenauer (CDU) wird westdeutscher Kanzler. Das Auswärtige Amt wird aufgrund der eingeschränkten westdeutschen Souveränität zunächst nur als „Dienststelle für auswärtige Angelegenheiten des Kanzleramts“ gebildet.

„Die NSDAP habe ich immer durchaus korrekt behandelt und mich dadurch wiederholt in Gegensatz zu den damaligen ministeriellen Anweisungen und auch zu den von der Zentrumsfraktion der Kölner Stadtverordnetenversammlung vertretenen Anschauungen gesetzt. […] Ich habe auch ausdrücklich erklärt, dass nach meiner Meinung eine so große Partei wie die NSDAP unbedingt führend in der Regierung vertreten sein müsse.“ ― Konrad Adenauer, ehemaliger Kölner Oberbürgermeister, in einem Brief an den deutschen Innenminister Wilhelm Frick (NSDAP), 10. Aug. 1934 (Engelmann, Wie wir wurden was wir sind, S. 311/313)

 

„Ein fähiger Mann.“ ― Adolf Hitler (NSDAP), deutscher Kanzler, über Konrad Adenauer, 1936 (Speer, Spandauer Tagebücher, S. 212)

20. Sep. 1949

Jacob Kaiser (CDU) wird westdeutscher Minister für gesamtdeutsche Fragen.

7. Okt. 1949

Gründung der „Deutschen demokratischen Republik“ (DDR) auf dem Gebiet der SBZ.

„Die offiziellen Verlautbarungen aus der Sowjetzone [haben] für Deutschland keinerlei Wirksamkeit, […] wobei ich, lediglich beispielsweise, vor allem an die für uns völlig undiskutierbare Oder-Neiße-Linie erinnern möchte.“ Konrad Adenauer (CDU), westdeutscher Kanzler, 21. Okt. 1949 (Konkret 9/1987)

22. Nov. 1949

Im „Petersberger Vertrag“ beteuert die westdeutsche Regierung, den Aufbau einer neuen Wehrmacht nicht anzustreben.

„Die Bundesregierung erklärt […] ihre feste Entschlossenheit, die Entmilitarisierung des Bundesgebiets aufrechtzuerhalten und mit allen ihr zur Verfügung stehenden Mitteln die Neubildung irgendwelcher Streitkräfte zu verhindern.“ ― Konrad Adenauer (CDU), westdeutscher Kanzler, 22. Nov. 1949 (Petersberger Abkommen, dhm.de)

30. Nov. 1949

Kanzler Adenauer (CDU) erklärt die Bereitschaft zur Stellung eines westdeutschen Kontingents für eine „Europäische Armee“.

„Wenn wir deutsche Divisionen haben, dann haben wir bei der Ausarbeitung strategischer Verteidigungspläne mitzusprechen.“ ― Konrad Adenauer (CDU), westdeutscher Kanzler und Außenminister, 5. Dez. 1952 (AFDE, Bonn bereitet Revanchekrieg vor, S. 58)

 

„Wir Deutschen sollten nicht über Wiederbewaffnung reden, wir sollten handeln, stillschweigend, aber schnell.“ ― Franz Blücher (FDP), westdeutscher Marshall-Plan-Minister, 7. Aug. 1950 (Gießener Freie Presse, 07.08.1950)

24. Jan. 1950

Gründung der westdeutschen „Sudetendeutschen Landsmannschaft“ (SL).

„Unsere unabdingbare Forderung ist die Rückgabe der Heimat in den Sprach- und Siedlungsverhältnissen von 1937. Keine Neugestaltung Europas kann an dem zentralen Problem einer neuen staatsrechtlichen Ordnung des Donauraumes und der übrigen von der Sowjetunion seit 1945 besetzten und beherrschten Gebiete vorübergehen.“ ― Aus der „Eichstätter Erklärung“ der „Arbeitsgemeinschaft zur Wahrung sudetendeutscher Interessen“, 14. Jul. 1947

 

„Diese Re-Kolonisation [des ‚Sudetenlands’] stände nicht mehr unter irgendwelchen nationalistischen-imperialistischen Vorzeichen, sondern würde gewissermaßen im Auftrag von Gesamteuropa vor sich gehen.“ ― Walter Brand, ehemaliger Leiter der Kanzlei von Konrad Henlein, Sep. 1949

Feb. 1950

Die im Jun. 1945 gebildete „Deutsche Bruderschaft“ tritt erstmals ins Licht der Öffentlichkeit. Ziel der Organisation ist „ein geeintes Europa mit Afrika als Hinterland“. Ein „Bruderrat“ soll „den Generalstab einer zukünftigen deutschen Armee“ stellen. Einer der Führer ist Alfred Francke-Gricksch, der im RSHA mit der Ausarbeitung von „Methoden der Untergrundarbeit nach einer Niederlage“ beauftragt war.

„Die Bildung des europäischen Großraumes schließt naturnotwendig Afrika als Ergänzungs- und Rohstoffbasis Europas mit ein.“ ― Aussage der „Deutschen Bruderschaft“ laut dem Untersuchungsbericht des hessischen Innenministeriums, Nov. 1950 (Müller, Gladio, S. 75)

10. Apr. 1950

Die amerikanische Zeitschrift „Newsweek“ veröffentlicht einen detaillierten Angriffsplan auf Osteuropa. Gefertigt wurde er von ehemaligen Generälen der deutschen Wehrmacht.

„Wir können nicht oft genug wiederholen, dass Deutschland niemals aufgehört hat den Krieg mit politischen Waffen und Propaganda, mit wirtschaftlicher Sabotage und anderen Mitteln weiterzuführen.“ ― Aus der Denkschrift „Der Krieg in Korea und die weltpolitischen Möglichkeiten für Deutschland und Europa“ des deutschen nationalsozialistischen Zentrums in Madrid, Sep. 1950 (Tetens, Germany Plots with the Kremlin, S. 228 ff)

Apr. 1950

Der westdeutsche Kanzler Adenauer (CDU) bittet bei der „Alliierten hohen Kommission“ (AHC) um die Bildung eines „Grenzschutz-Bereitschaftsdienstes“ in Höhe von 100,000 Mann.

 

Westdeutsches „Grenzschutz“-Manöver 1954

mit dem späteren Verteidigungsminister Gerhard Schröder

21. Mai 1950

Die saarländische Regierung verbietet die von Nationalsozialisten unterwanderte „Demokratische Partei Saar“ (DPS). Die Partei hatte für einen Annexion des Saarlands durch die BRD agitiert.

23. Jun. 1950

Der „Bund deutscher Jugend“ (BDJ) wird in Frankfurt am Main gegründet.

„Nur die Macht gefährdet den Frieden, die seit 1939 unablässig ihr Reich vergrößert hat, durch ständig neue Annexionen: die Sowjetunion.“ ― Paul Lüth (BDJ), westdeutscher Schriftsteller, 1951 (Müller, Gladio, S. 89 f)

25. Jun. 1950

Ausbruch des „Korea-Kriegs“ der UN gegen Korea (Demokratische Volksrepublik).

6. Jul. 1950

Im „Vertrag von Zgorzelec“ erkennt die DDR die Oder-Neiße-Grenze als Westgrenze Polens an. Die BRD erkennt das Abkommen nicht an.

„Keine deutsche Regierung und keine deutsche Partei kann bestehen, die die Oder-Neiße Grenze anerkennt. Wir lehnen Nationalverrat ab.“ ― Kurt Schumacher (SPD), westdeutscher Abgeordneter, 1951 (Sommerrock, Polen ist noch nicht verloren - wieder, www.arbeiterbund-fuer-den-wiederaufbau-der-kpd.de)

 

„Das deutsche Volk wird niemals die Oder-Neiße-Linie als Grenze anerkennen.“ ― Konrad Adenauer (CDU), westdeutscher Kanzler und Außenminister, 20. Okt. 1953

 

„Die Aufgabe ist nicht Wiedervereinigung sondern die Befreiung von allem was verloren wurde.“ ― „Rheinischer Merkur“, westdeutsche Tageszeitung, 22. Jun. 1952

8. Jul. 1950

Hans Globke (CDU) wird Ministerialdirektor im westdeutschen Kanzleramt.

„Globke gehört unzweifelhaft zu den befähigsten und tüchtigsten Beamten meines Ministeriums. […] In ganz hervorragendem Maße ist er an dem Zustandekommen der nachstehend genannten Gesetze beteiligt gewesen: Des Gesetzes zum Schutze des deutschen Blutes und der deutschen Ehre […] des Gesetzes zum Schutz der Erbgesundheit.“ ― Wilhelm Frick (NSDAP), deutscher Innenminister, 25. Apr. 1938 (Der Spiegel, 10.08.1960)

13. Jul. 1950

Die BRD wird CE-Mitglied.

14. Jul. 1950

Der westdeutsche Bundestag beschließt die „Obhuterklärung für die Sudetendeutschen“, in der die am 23. Jun. 1950 besiegelte Friedensvereinbarung zwischen der DDR und der Tschechoslowakei abgelehnt wird.

5. Aug. 1950

In Cannstatt entsteht die „Charta der deutschen Heimatvertriebenen“.

29. Aug. 1950

Der westdeutsche Kanzler Adenauer (CDU) übergibt dem amerikanischen Hochkommissar John McCloy ein Geheimpapier, in dem ein westdeutsches Kontingent für eine „Westeuropäische Armee“ gefordert wird.

„Deutschland ist erneut ein Faktor geworden, mit dem andere in internationalen Angelegenheiten rechnen müssen. […] Es gibt […] ein langfristiges wirtschaftliches Ziel [der europäischen Einigung]: die Kolonisierung von Afrika. […] Wenn wir Europäer Afrika kolonisieren, schaffen wir zur selben Zeit einen Rohstofflieferanten für Europa, der von größter Wichtigkeit sein wird.“ ― Konrad Adenauer (CDU), westdeutscher Kanzler, 20. Mai 1950 (Rheinischer Merkur, 20.05.1950)

Sep. 1950

Das deutsche nationalsozialistische Zentrum in der spanischen Hauptstadt Madrid veröffentlicht die Denkschrift „Der Krieg in Korea und die weltpolitischen Möglichkeiten für Deutschland und Europa“.

 

„Der Kampf gegen die amerikanische Bevormundung Europas wird Deutschlands Hauptaufgabe in der Zukunft werden. Wir dürfen nicht nur danach streben lediglich die Ketten abzuschütteln mit denen uns Washington gefesselt hat, und daran arbeiten unsere Aktionsfreiheit im Osten wiederzuerlangen, sondern wir müssen auch das ganze Europa auf unsere künftige Mission in der Welt vorbereiten. […] Deutschlands zukünftige Politik sollte die stille Durchdringung Europas sein und muss darauf abzielen unsere Interessensphären in Afrika und Lateinamerika zu konsolidieren.“ ― Aus der Denkschrift „Der Krieg in Korea und die weltpolitischen Möglichkeiten für Deutschland und Europa“ des deutschen nationalsozialistischen Zentrums in Madrid, Sep. 1950 (Tetens, Germany Plots with the Kremlin, S. 228 ff)

„Unser Ziel in der unmittelbaren Zukunft muss es sein, die volle Souveränität für Westdeutschland zu erreichen, was schließlich zu einer Wiederherstellung der Handlungsfreiheit in Europa führen wird. Mit steigender Geschwindigkeit erreichen wir den Punkt, an dem wir Europa von amerikanischer Kontrolle befreien müssen. Es ist die Aufgabe Deutschlands diesen Kampf zu führen. […] Die so genannte amerikanische Demokratie ist nicht das Knochenopfer eines einzigen deutschen Soldaten wert. […] Deutschland ist aus dem Kalten Krieg als der Hauptnutznießer hervorgegangen. Dies ist der größte Gewinn aus der fünfjährigen Periode seit Potsdam. Zum ersten Mal in der Geschichte der Nationen wurde bewiesen, dass clevere Propaganda, besonders wenn sie getarnt und durch andere Kanäle [= Vatikan] gelenkt wird, mehr erreicht als die mächtigste Armee. […] In der Rolle des Verfechters des Friedens würden wir in der öffentlichen Weltmeinung an Statur gewinnen und für uns eine unerschütterliche moralische Stellung schaffen. Die Propaganda gegen deutschen Militarismus würde völlig zurückgehen, alte Beschuldigungen würden vergessen und Europa wäre dann bereit deutscher Führung zu folgen.“ ― Aus der Denkschrift „Der Krieg in Korea und die weltpolitischen Möglichkeiten für Deutschland und Europa“ des deutschen nationalsozialistischen Zentrums in Madrid, Sep. 1950 (Tetens, Germany Plots with the Kremlin, S. 211/213/216/232)

6. Sep. 1950

Die westdeutsche Zeitschrift „Der Spiegel“ berichtet über die Ernennung des ehemaligen SS-Offiziers Harrer – des Tutors des XIV. Dalai Lama – zum Oberbefehlshaber der Armee das separatistischen „Königreichs Bod“. Harrer kann sich nur einen Monat im Amt halten, da am 7. Okt. 1950 China – auf der Grundlage des „Simlaer Abkommens“ vom 3. Jul. 1914 – wieder die Regierungsgewalt in der Provinz Xizang übernimmt. Im späteren Exil unterhält der XIV. Dalai Lama freundschaftliche Beziehungen u.a. zu dem verurteilten deutschen Kriegsverbrecher Bruno Beger, einem Tibet-Forscher des „Rasse- und Siedlungshauptamts“ (RuSHA) der SS, und zu dem ehemaligen chilenischen Diplomaten Miguel Serrano, dem Erfinder des „esoterischen Hitlerismus“.

„Ein preußischer Feldwebel hätte noch viel auszusetzen – allerdings könnte auch er nirgends bedingungsloseren Gehorsam finden. Das ist kein Wunder, denn die Armee besteht zum größten Teil aus Leibeigenen, die an blindes Gehorchen gewöhnt sind.“ ― Heinrich Harrer, ehemaliger Oberbefehlshaber der Armee des separatistischen „Königreichs Bod“, 1976 (Harrer, Sieben Jahre in Tibet, S. 229)

 

„Natürlich wusste ich, dass Heinrich Harrer deutscher Abstammung war – und zwar zu einer Zeit, als die Deutschen wegen des Zweiten Weltkrieges weltweit als Buhmänner dastanden. Wir Tibeter haben traditionsgemäß schon immer für Underdogs Partei ergriffen und meinten deshalb auch, dass die Deutschen gegen Ende der 1940er Jahre von den Alliierten genügend bestraft und gedemütigt worden waren. Wir fanden, man sollte sie in Ruhe lassen.“ ― XIV. Dalai Lama, ehemaliger Führer der Dge-lugs-pa-Sekte des tibetanischen Buddhismus, Mär. 1998 (Playboy 3/1998)

XIV. Dalai Lama

Tibetanischer Führer 1939-59

Ein Komplize des deutschen Imperialismus

21. Sep. 1950

Der Aufstellungsplan für künftige westdeutsche Wehrmacht wird bekannt gegeben: zwölf Armeedivisionen bis 1. Jan. 1959, Luftwaffe und Kriegsmarine bis 1. Jan. 1960.

3. Okt. 1950

Tagung von ehemaligen Wehrmachtsoffizieren – u.a. Heusinger, Speidel und Friedrich Foertsch – über eine Remilitarisierung der BRD in Himmerod. Erarbeitung einer „Denkschrift über die Aufstellung eines deutschen Kontingents im Rahmen einer internationalen Streitmacht zur Verteidigung Westeuropas“. Damit Bruch des „Gesetzes Nr 16“ der AHC gegen geheime militärische Betätigung.

Zur Erinnerung:

 

„Die Erhaltung der deutschen Wehrmacht ist so wichtig, dass dieser Gesichtspunkt für Zeit und Art der Beendigung dieses Krieges in den Vordergrund zu stellen ist.“ ― Ludwig Beck, ehemaliger deutscher Generalstabschef, in einer Denkschrift für eine Machtübernahme, 1941 (Kühnl, Der deutsche Faschismus in Quellen und Dokumenten, S. 439)

16. Okt. 1950

Die „Prüfstelle Godesberg“ zur Vorbereitung der Remilitarisierung der BRD wird eingerichtet.

26. Okt. 1950

Das „Amt Blank“ zur Vorbereitung der Remilitarisierung der BRD wird eingerichtet. Theodor Blank (CDU) beruft die ehemaligen Generäle Heusinger und Speidel als Berater.

Blank

Westdeutscher Verteidigungsminister 1955-56

„Für die Bundesregierung muss ich mit Nachdruck erklären, dass von ihrer Seite nichts unternommen wurde, was eine Wiederbewaffnung der Bundesrepublik notwendig macht.“ ― Konrad Adenauer (CDU), westdeutscher Kanzler und Außenminister, 1951 (www.ippnw-hamburg.de/politische-zitate-der-nachkriegszeit-wagner-kolb-ippnw-1997.html)

 

„Eine reine Verteidigung ist lächerlich. Die Verteidigung Europas kann nur mit einem Offensivkrieg durchgeführt werden.“ ― Hasso von Manteuffel (FDP), westdeutscher Abgeordneter, 14. Jan. 1951 (AFDE, Verschwörung gegen Deutschland, S. 41)

1951

Deutsch-nationale westdeutsche Aktivisten landen auf der britischen Heligoland-Insel, um für deren Annexion durch die BRD zu demonstrieren.

 

Westdeutsche Aktivisten auf Heligoland

Jan. 1951

Bildung der „Ersten Legion“, einer „kämpferischen Gemeinschaft der deutschen Männer zur Verwirklichung eines einzigen Deutschlands auf altem angestammten Boden“.

[Es gibt in der BRD eine] steigende Anzahl von rechtsextremen und ultranationalistischen Organisationen. […] Unglücklicherweise haben die meisten der etablierten politischen Parteien ihr nationalistisches Arsenal ebenfalls aufgestockt. Einzelne Personen oder Kreise und in einigen Fällen sogar die herrschenden Elemente einer ganzen politischen Staatsorganisation haben hochgradig nationalistische Ansichten ausgedrückt, sei es aus Überzeugung oder als Mittel zum Stimmenfang. Sogar einige Bundesminister stehen nicht über solchem Geschehen.“ ― Aus einem Report des US-Hochkommissars für Deutschland, John McCloy, Dez. 1951 (Tetens, Germany Plots with the Kremlin, S. 105)

Feb. 1951

Der westdeutsche Minister für gesamtdeutsche Fragen, Kaiser (CDU), ruft die Bevölkerung der BRD auf, sich einem „Selbstschutz gegen den Kommunismus“ zur Verfügung zu stellen.

„Wir müssen endlich allen kommunistischen Agitatoren und ihren Handlangern energisch entgegentreten. Es wird Zeit, dass sich in Städten und Dörfern und in den Betrieben ein wirksamer Selbstschutz gegen alle kommunistischen Umtriebe organisiert.“ ― Jacob Kaiser (CDU), westdeutscher Minister für gesamtdeutsche Fragen, 4. Feb. 1951 (Hamburger Echo, 05.02.1951)

Kaiser

Westdeutscher Minister für gesamtdeutsche Fragen 1949-57

15. Mär. 1951

Der westdeutsche Kanzler Adenauer (CDU) wird zusätzlich Außenminister. Die „Dienststelle für auswärtige Angelegenheiten des Bundeskanzleramts“ geht ins Auswärtige Amt über.

5. Apr. 1951

„Ehrenerklärung“ des westdeutschen Kanzlers Adenauers (CDU) für die deutsche Wehrmacht vor dem Bundestag.

„Die Ausländer müssen verstehen dass die Periode des Zusammenbruchs und unbeschränkter Dominierung durch die Alliierten vorbei ist.“ ― Konrad Adenauer (CDU), Aug. 1949 (The New York Times, 14.08.1949)

Mai 1951

Der westdeutsche Bundestag beschließt die Wiedereinstellung von entlassenen nationalsozialistischen Beamten. Bis 30. Sep. 1953 kehren 163,577 von ihnen in ihre Jobs zurück.

9. Jul. 1951

Die westlichen Alliierten beschließen das Ende des Kriegszustands mit Deutschland.

11. Okt. 1951

Der westdeutsche Unternehmer Friedrich Berg fordert die „Eingliederung der deutschen Industrie in die allgemeine europäische Aufrüstung“.

„Heute müssen wir nicht nur Butter, sondern auch Kanonen produzieren.“ ― August Euler (FDP), westdeutscher Abgeordneter, 17. Nov. 1952 (Nürnberger Nachrichten, 18.11.1952)

1952

Wiedergründung der 1945 verbotenen SOEG.

„Europäische Kultur ist nur dort, wo deutsche Menschen siedeln.“ ― Hans Seebohm („Deutsche Partei“ – DP), westdeutscher Verkehrsminister, 9. Aug. 1952 (AFDE, Bonn bereitet Revanchekrieg vor, S. 63)

1952

Bildung eines „Forschungsbeirats“ für Fragen der „Wiedervereinigung Deutschlands“ im westdeutschen Ministerium für gesamtdeutsche Fragen. Dieser entwickelt Pläne für eine Annexion der DDR und die Integration ihrer Wirtschaft in eine Großdeutsche.

„Der beste Weg, den deutschen Osten wiederzuerlangen, ist die Wiederbewaffnung Deutschlands innerhalb der Europa-Armee.“ ― Konrad Adenauer (CDU), westdeutscher Kanzler und Außenminister, 10. Feb. 1952 (AFDE, Verschwörung gegen Deutschland, S. 44)

1952

Innerhalb der „Christlichen Volkspartei“ (CVP) und der „Sozialdemokratischen Partei Saar“ (SPS) des Saarlands bilden sich Gruppierungen die für eine Annexion des Staats durch die BRD agitieren. Die Legalisierung der Organisationen wird von der saarländischen Regierung abgelehnt, da sie sich weigern die Verfassung von 1947 zu akzeptieren.

1952

Die westdeutsche Regierung erfährt den Aufenthaltsort Eichmanns in der argentinischen Hauptstadt Buenos Aires.

Jan. 1952

Erste Berichte in westdeutschen und schweizerischen Zeitungen über die auffallend hohe Konzentration deutscher Nationalsozialisten in der ägyptischen Hauptstadt Qahirah und ihre Kontakte zum ehemaligen palästinensischen Großmufti Husaini. Das amerikanische Staatsamt sieht auch das Hauptquartier der ODESSA in Qahirah. Der ehemalige SS-Offizier Eugen Dollmann konferiert Ende Jan. 1952 direkt mit Husaini in dessen Villa in Mazr al-Jadidah.

12. Jan. 1952

Die BRD unterzeichnet den „Vertrag zur Verhütung und Bestrafung des Verbrechens des Völkermords“.

Feb. 1952

In der westdeutschen Presse („Frankfurter Rundschau“) wird erstmals ausführlich über die Machenschaften der deutschen nationalsozialistischen Zentren in der spanischen Hauptstadt Madrid und der ägyptischen Hauptstadt Qahirah berichtet. Von dort aus zieht sich ein Netzwerk von Aktivitäten nach Afrika, Asien, Nord- und Südamerika und in die BRD. Das internationale Netzwerk wird auch als „die Spinne“ bezeichnet. Andere Organisationen tragen Namen wie „Edelweiß“, „Konsul“, „Leibwache“, „Lustige Brüder“, „Scharnhorst“, „Sechsgestirn“ etc. Im Apr. 1952 decken die amerikanischen Zeitschriften „United Nations World“ und „The Nation“ die Finanzierung der nationalsozialistischen Zentren aus jenen Geldbeständen auf, die vor Kriegsende von der deutschen Regierung in die Schweiz und nach Portugal transferiert wurden.

8. Feb. 1952

Der Bundestag beschließt den westdeutschen „Verteidigungsbeitrag“.

„Die Wiederaufrüstung Westdeutschlands [soll] die Vorbereitung einer Neuordnung in Osteuropa sein.“ ― Konrad Adenauer (CDU), westdeutscher Kanzler und Außenminister, 16. Mär. 1952 (Stuttgarter Zeitung, 22.03.1953)

 

„Die deutschen Soldaten wären bereit und in der Lage, unter einem gemeinsamen Generalstab mit deutscher Vertretung und unter deutschen Divisionskommandeuren zehn Divisionen zu einer Europa-Armee zu stellen.“ ― Aussage der „Deutschen Bruderschaft“ laut dem Untersuchungsbericht des hessischen Innenministeriums, Nov. 1950 (Müller, Gladio, S. 74)

 

„Nun ist nach sieben Jahren genau eingetroffen, was der Führer in den letzten Monaten des Krieges prophetisch vorausgesehen hat: Dass das widernatürliche Bündnis zwischen West und Ost zerbrechen und eines Tages die Deutschen an der Seite der Amerikaner und Engländer gegen die Russen kämpfen würden.“ ― Walther Funk, ehemaliger deutscher Wirtschaftsminister, 20. Feb. 1952 (Speer, Spandauer Tagebücher, S. 276)

18. Feb. 1952

Erweiterung der NATO um Griechenland und die Türkei.

24. Feb. 1952

Die westdeutsche Zeitschrift „Welt am Sonntag“ deckt das „Atlasprojekt“ auf. Die BRD prüfte die Errichtung von Waffenfabriken im marokkanischen Atlas-Gebirge.

1. Mär. 1952

Großbritannien übergibt die Heligoland-Insel an die BRD.

12. Mär. 1952

Bildung des „Deutschen Arbeitsstabs Afrika“ durch die westdeutsche Regierung.

26. Mai 1952

Der „Vertrag über die Beziehungen der BRD und der drei Mächte“ – der „Deutschland-“ oder „Generalvertrag“ – wird in Bonn abgeschlossen. Der Vertrag wird nicht wirksam, da Frankreich seine Zustimmung verweigert.

 

Unterzeichnung in Bonn

27. Mai 1952

Der Vertrag über die „Europäische Verteidigungsgemeinschaft“ (EDC) wird abgeschlossen.

„Die Einrichtung einer europäischen Wehrmacht, wie sie heute – hoffentlich nicht zu spät – von den Politikern der Westmächte gefordert wird, [konnte] in unseren Reihen bereits mit bestem Erfolg erprobt werden.“ ― Herbert Gille, ehemaliger SS-Offizier, 20. Okt. 1952 (Nürnberger Nachrichten, 20.10.1952)

 

„Vergesst nicht, dass in den Kadern der Waffen-SS die ersten Europäer gefallen sind. […] Der Europa-Gedanke ist das einzige politische Ideal, für das zu streiten sich heute noch lohnt. Nie waren wir seiner Verwirklichung näher.“ ― Paul Hausser, ehemaliger SS-Offizier, 1953 (Hausser, Waffen-SS im Einsatz, S. 262)

26. Jul. 1952

Nach einem Putsch in Ägypten übernimmt der „Bund freier Offiziere“ unter den ehemaligen prodeutschen Kollaborateuren Nasir und Sadat dort die Regierung. Durchgeführt wurde der Staatsstreich mit Unterstützung des ehemaligen palästinensischen Großmuftis Husaini und des ehemaligen SS-Offiziers Dollmann. Wichtigster Verbindungsmann zwischen dem neuen Regime und den deutschen Nazis in Ägypten ist Sadat.

„Der interessanteste Aspekt der Revolte gegen König Faruq war die Rolle die die große Gruppe deutscher Berater die in der ägyptischen Armee dienten bei dem Putsch spielte. […] Die jungen Offiziere die die tatsächliche Planung durchführten, konsultierten die deutschen Berater in Sachen Taktik.“ ― „Newsweek“, amerikanische Zeitschrift, Aug. 1952 (McFadden, Nazis in the Mideast, www.delta-green.com)

 

„Mein lieber Hitler. Ich gratuliere Ihnen vom Grunde meines Herzens. Auch wenn es so aussieht, als seien Sie geschlagen, in Wirklichkeit sind Sie der Sieger. […] Deutschland wird wiedergeboren werden trotz der westlichen und östlichen Mächte. Es wird keinen Frieden geben, bis Deutschland wieder das wird, was es war.“ ― Anwar as-Sadat (HAT), später ägyptischer Präsident, 18. Sep. 1953 (Al-Musawar, 18.09.1953)

 

„Wir müssen versuchen den arabischen Block und so viele asiatische Völker wie möglich an unsere Seite zu bringen. […] Dort können wir als führender Sprecher der Unterdrückten auftreten. Die hartnäckige Aufklärungsarbeit die Deutschland und Italien in der arabischen Welt durchgeführt haben trägt nun Früchte. Antibritische und antiamerikanische Gefühle steigen im gesamten Mittleren Osten an.“ ― Aus der Denkschrift „Der Krieg in Korea und die weltpolitischen Möglichkeiten für Deutschland und Europa“ des deutschen nationalsozialistischen Zentrums in Madrid, Sep. 1950 (Tetens, Germany Plots with the Kremlin, S. 229 f)

9. Sep. 1952

Die Aussage des ehemaligen SS-Offiziers Hans Otto (BDJ) bei der Frankfurter Polizei offenbart das Netz der „Werwolf“-Terroristen in der BRD, die im Fall eines sozialistischen Umbruchs Sabotage-Aktionen starten sollen.

Sep. 1952

Der ehemalige deutsche Wirtschaftsminister Schacht wird Berater der ägyptischen Regierung.

22. Okt. 1952

Der westdeutsche Kanzler Adenauer (CDU) gibt zu, dass 66% aller Diplomaten der BRD früher bei der NSDAP waren.

„Man kann doch ein Auswärtiges Amt nicht aufbauen, wenn man nicht wenigstens zunächst an den leitenden Stellen Leute hat, die von der Geschichte von früher her etwas verstehen. […] Ich meine wir sollten jetzt mit der Naziriecherei Schluss machen.“ ― Konrad Adenauer (CDU), westdeutscher Kanzler und Außenminister, 22. Okt. 1952 (AFDE, Verschwörung gegen Deutschland, S. 59)

 

Zur Erinnerung:

 

„Ich habe mir die ehemaligen Offiziere, die ehemaligen Beamten, einen nach dem andern, zurückgeholt, die Männer die man misshandelt und bespien hat und mit ihnen, ja, allein mit ihnen habe ich das schlimmste verhütet, […] um das Vaterland zu retten.“ ― Gustav Noske (SPD), deutscher Oberbefehlshaber, 6. Jan. 1919 (Venner, Söldner ohne Sold, S. 85)

 

„Die Bundesregierung ist fest entschlossen, alle Spuren der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft aus dem deutschen Leben und seinen Einrichtungen auszutilgen.“ ― Konrad Adenauer (CDU), westdeutscher Kanzler, 22. Nov. 1949 (Petersberger Abkommen, dhm.de)

 

Das äußere Symbol der Aussöhnung mit den Mitläufern der NSDAP war natürlich Globke im Kanzleramt. Ich hab das damals für falsch gehalten. Ich muss rückblickend sagen: Ich halte es heute für eine der großen staatsmännischen Leistungen Adenauers. ― Egon Bahr (SPD), ehemaliger westdeutscher Entwicklungshilfeminister, 1994 (Konkret 12/1994)

Dez. 1952

Der ehemalige deutsche Wirtschaftsminister Schacht wird Berater der syrischen Regierung.

14. Jan. 1953

Die britischen Behörden decken die Putschpläne – die so genannte „Nau-Nau-Strategie“ – der Nationalsozialisten um den ehemaligen Propagandaminister Naumann auf und nehmen in Düsseldorf und Hamburg sieben Verschwörer fest. Die BRD stellt die Sache als britische Erfindung hin, die ihre EDC-Pläne torpedieren soll.

10. Mär. 1953

Offizielle Übernahme des Begriffs „innere Führung“ für das „innere Gefüge“ der Truppe durch das westdeutsche „Amt Blank“.

13. Mär. 1953

Die BRD fordert Großbritannien auf, die Naumann-Verschwörer ihrer Gerichtsbarkeit zu übergeben. Die Briten stimmen leider zu.

8. Apr. 1953

Frankreich übergibt Kehl am Rhein an die BRD.

Jun. 1953

Die Naumann-Verschwörer werden von der BRD freigelassen.

17. Jun. 1953

In der DDR kommt es zu vereinzelten Streiks und Demonstrationen, die sich v.a. durch prowestdeutsche Aktivisten und tausende von Demonstranten aus Westberlin ausweiten: Geschäfte werden geplündert und in Brand gesetzt, Grenzanlagen und Einrichtungen der Regierung demoliert und inhaftierte Kriegsverbrecher freigelassen. Nach kurzer Dauer kann die sowjetische Armee die Vorgänge beenden. Der 17. Jun. wird in der BRD zum „Tag der deutschen Einheit“ erklärt.

„In der Politik gegenüber Russland müssen wir immer entsprechend dem Wachsen unserer eigenen Stärke auftreten – 1951 gemäßigt, 1952 können wir uns fester zeigen, und 1953 können wir uns erlauben, forsch und scharf aufzutreten.“ ― Hasso von Manteuffel (FDP), westdeutscher Abgeordneter, 14. Jan. 1951 (AFDE, Verschwörung gegen Deutschland, S. 41)

 

„Die Aufgabe Berlins besteht unter anderem darin, die Stabilisierung einer sowjetischen Ordnung der Sowjetzone so sehr wie möglich zu erschweren und damit Wege für eine Wiedervereinigung des deutschen Westens und Ostens offenzuhalten.“ ― Willy Brandt (SPD), westdeutscher Abgeordneter, 1949 (Konkret 4/1990)

Brandt

Westdeutscher Außenminister 1966-69

Westdeutscher Kanzler 1969-74

28. Jun. 1953

Der westdeutsche Kanzler Adenauer (CDU) besucht das Gefängnis von Werl wo er demonstrativ mit Kriegsverbrechern zusammentrifft.

„Alle ehemaligen Frontsoldaten, die sich mit den noch in Haft befindlichen Kriegsverurteilten verbunden fühlen, werden diesen Besuch des Kanzlers mit Genugtuung und der Hoffnung aufgenommen haben, dass nunmehr die Zeit gekommen ist, einen Schlussstrich unter das Drama Nürnberg zu ziehen.“ ― „Der Frontsoldat erzählt“, westdeutsche Zeitschrift, Aug. 1953

 

„Die wahren Kriegsverbrecher sind die, die den Versailler Vertrag geschaffen haben und das deutsche Volk versklavt haben.“ ― Hermann Ramcke, ehemaliger SS-Offizier, Okt. 1952 (Tetens, The New Germany and the Old Nazis, S. 89)

30. Aug. 1953

Der Plan zur Gründung der EDC scheitert am Veto Frankreichs.

„Nur Frankreich steht jetzt einer Vereinigung im Wege, und nur die französische Politik bemüht sich, durch einen Rückstoß den Europagedanken zu Fall zu bringen. […] Es ist deshalb Zeit, den Franzosen zu sagen: So geht es nicht weiter.“ ― „Nation Europa“, westdeutsche Zeitschrift, Apr. 1954

 

„Auch die westlichen Nachbarstaaten Deutschlands, besonders Frankreich, stehen unter der Beobachtung der [Organisation-]Gehlen-Agenten. […] Auf Grund von Direktiven der General-Vertretung in Karlsruhe ist mir bekannt, dass gegen Vertreter der französischen Hohen Kommission in Deutschland nachrichtendienstlich gearbeitet worden ist.“ ― Wolfgang Höher, ehemaliger leitender Mitarbeiter der „Organisation Gehlen“, 1954 (Höher, Agent 2996 enthüllt, S. 26 f)

20. Okt. 1953

Eintritt des von Nationalsozialisten geführten „Blocks der Heimatvertriebenen und Entrechteten“ (BHE) in die westdeutsche Regierung.

„Ich [habe] meine Auffassung von Volkstumsfragen in der NS-Zeit nicht geändert.“ ― Theodor Oberländer (CDU), westdeutscher Vertriebenenminister, 27. Nov. 1959 (Süddeutsche Zeitung, 05.04.1986)

Oberländer

Westdeutscher Vertriebenenminister 1953-60


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