1954

Die bayerische Regierung übernimmt die „Schirmherrschaft über die sudetendeutsche Volksgruppe“. Die Versammlung der SL hält seitdem ihre Sitzungen regelmäßig im bayerischen Landtag ab.

18. Mär. 1954

Der Plan zur Remilitarisierung der BRD wird vom „Amt Blank“ vorgelegt.

Mär. 1954

Gustav Sonnenhol, Berater von Vizekanzler Franz Blücher (FDP), veröffentlicht eine Denkschrift, in der gefordert wird, dass die BRD den Kalten Krieg ausnützen soll, um zu verhindern, dass es je zu einem Vertrag zwischen den USA und der Sowjetunion kommt. Großbritannien legt Protest gegen die Denkschrift ein.

Zur Erinnerung:

 

„Der Fürst [Bismarck] sagte mir einmal, sein Hauptaugenmerk sei, Russland und England nicht zu einem Einverständnis kommen zu lassen.“ ― Wilhelm II., ehemaliger deutscher Kaiser, 1922 (Wilhelm II., Ereignisse und Gestalten, S. 9)

30. Aug. 1954

Mit der Ablehnung durch die französische Nationalversammlung sind die EDC-Träume der westdeutschen Regierung endgültig geplatzt.

23. Okt. 1954

In der französischen Hauptstadt Paris werden das „Protokoll über die Beendigung des Besatzungsregimes“ in der BRD und der Vertrag über die Gründung der „Westeuropäischen Union“ (WEU) abgeschlossen. Der WEU gehören außer der BRD Belgien, Frankreich, Großbritannien, Italien, Luxemburg und die Niederlande an.

„Der Eintritt in die Europa-Armee wird es uns ermöglichen, unsere frühere Kampffront völlig wiederherzustellen.“ ― Adolf Heusinger, später Generalinspekteur der westdeutschen Bundeswehr, 1954 (Deutsche Außenpolitik 1/1959)

Heusinger

Westdeutscher Generalinspekteur 1957-61

17. Nov. 1954

In Ägypten übernimmt der ehemalige prodeutsche Kollaborateur Nasir (HAT) die Regierung.

„Während des Zweiten Weltkrieges waren unsere Sympathien mit den Deutschen, und die Lüge von den sechs Millionen ermordeten Juden glaubt sowieso niemand.“ ― Gamal Abd an-Nasir („Arabische sozialistische Union“ – IIA), ägyptischer Präsident, 1. Mai 1964 (Deutsche National- und Soldatenzeitung, 01.05.1964)

Nasir

Ägyptischer Kommandoratspräsident 1954, 1954-56

Ägyptischer Präsident 1956-70

Ein Komplize des deutschen Imperialismus

Dez. 1954

Das Verfahren gegen die Naumann-Verschwörer wird von der BRD endgültig eingestellt.

1955

Die „Organisation Gehlen“ fällt als Geheimdienst offiziell in den Zuständigkeitsbereich der westdeutschen Regierung. Weisungsbefugnis hat der Ministerialdirektor im Kanzleramt, Globke (CDU). Globke war früher Leiter des „Büros für jüdische Angelegenheiten“ im Innenministerium. Er war ebenfalls Kommentator der Nürnberger Rassengesetze.

Zur Erinnerung:

 

„Artfremdes Blut ist alles Blut, das nicht deutsches Blut noch dem deutschen Blut verwandt ist. Artfremden Blutes sind in Europa regelmäßig nur Juden und Zigeuner.“ ― Hans Globke, Beamter im deutschen Innenministerium, 1937 (Giordano, Die zweite Schuld, S. 107)

Globke

Die „Graue Eminenz“ des deutschen Imperialismus

1955

Wiedergründung des 1945 verbotenen VDA als „Gesellschaft für deutsche Kulturbeziehungen im Ausland“.

1955

Hans Appler, ehemaliger Assistant des deutschen Propagandaministers Goebbels (NSDAP) und Mitarbeiter der Zeitschrift „Der Stürmer“, wird Sprecher der ägyptischen klerikalfaschistischen Organisation „Islamischer Kongress“ (MI), einer Untergruppe der JIM.

1955

Der ehemalige Hauptschriftleiter der deutschen Zeitschrift „Wille und Weg“, Johannes von Leers, kommt nach Ägypten und beginnt seine Arbeit in der antiisraelischen Propagandaabteilung des Informationsministeriums.

15. Jan. 1955

Die Sowjetunion beendet den Kriegszustand mit Deutschland.

29. Mär. 1955

Die „Deutsche Gesellschaft für auswärtige Politik“ (DGAP) wird gegründet. Sie wird v.a. in der Zeit nach 1990 zur wichtigsten Denkfabrik des deutschen Imperialismus.

5. Mai 1955

Die BRD wird souverän. Mit dem Ende der alliierten Kontrollrechte steigt die nationalsozialistische Bewegung enorm an.

9. Mai 1955

Eintritt der BRD in die NATO.

14. Mai 1955

Unterzeichnung des „Vertrags über Freundschaft, Zusammenarbeit und gegenseitige Unterstützung“ in der polnischen Hauptstadt Warszawa. Der damit gegründeten „Warschauer Vertragsorganisation“ (OVD) gehören Albanien, Bulgarien, die DDR, Polen, Rumänien, die Sowjetunion, die Tschechoslowakei und Ungarn an.

7. Jun. 1955

Das „Amt Blank“ geht in das westdeutsche Verteidigungsministerium über.

8. Jun. 1955

Heinrich von Brentano (CDU) wird westdeutscher Außenminister.

18. Aug. 1955

Bundestagspräsident Eugen Gerstenmaier (CDU) fordert die Besiedlung des kenyanischen Küstengebiets mit Westdeutschen.

3. Sep. 1955

Die „Christlich-demokratische Union“ (CDU) und die „Sozialdemokratische Partei Deutschlands“ (SPD) des Saarlands schließen sich mit der verbotenen DPS zum „Deutschen Heimatbund“ (DHB) im Saarland zusammen und agitieren fortan für die Ablehnung der „Europäisierung“ des Saarlands bei der Volksabstimmung am 23. Okt. 1955.

Okt. 1955

Die WEU erwägt den Einsatz einer internationalen Polizeitruppe im Saarland, um den Schutz der Befürworter einer Unabhängigkeit des Staats zu gewährleisten.

„Die Versammlungen jener Parteien, die die Eigenständigkeit des Saarlandes verteidigten (CVP und SPS) konnten meist nur unter Polizeischutz stattfinden. Ihr Besuch glich einem Spießrutenlauf durch einen aufgeputschten Mob, der sein nationales Bekenntnis durch das Absingen der ersten Strophe des Deutschlandliedes und des Nationalschlagers Deutsch ist die Saar zum Ausdruck brachte.“ ― „Konkret“, deutsche Zeitschrift, Okt. 2005

19. Okt. 1955

Aufdeckung der Aktivitäten des westdeutschen Ministeriums für gesamtdeutsche Fragen im Saarland zur „Heimholung“ des Staats.

10. Jan. 1956

Im Saarland kommt eine westdeutsche Marionettenregierung aus CDU und SPD unter dem Ministerpräsidenten Hubert Ney (CDU) zur Macht.

14. Mär. 1956

Der ehemalige Chef der Ostspionage der Wehrmacht, Reinhard Gehlen, legt der amerikanischen „Zentralen Geheimdienst-Agentur“ (CIA) Pläne zu einem Putsch in der BRD vor, falls „Anhänger einer prosowjetischen Politik“ in die Regierung eintreten.

1. Apr. 1956

Die „Organisation Gehlen“ wird zum „Bundesnachrichtendienst“ (BND) der BRD. Präsident wird der ehemalige Chef der Ostspionage der Wehrmacht, Gehlen.

25. Jul. 1956

Wiedereinführung der allgemeinen Wehrpflicht in der BRD.

„Wir wollen dem deutschen Volk den alten Geist zurückbringen – den Geist der Japaner, der Preußen. Alles Gerede von einer demokratischen Armee ist Unsinn. Wir brauchen das preußische System, das harte und zähe Soldaten hervorbrachte. […] Wenn die Welt unsere Soldaten braucht, muss sie uns auch gestatten, diese in unserer Weise auszubilden.“ ― Lothar Steuer (FDP), westdeutscher Abgeordneter, 30. Aug. 1954 (AFDE, Verschwörung gegen Deutschland, S. 9)

 

„Allen Widerständen zum Trotz werden wir die Panzertruppe im alten Geist wieder gestalten.“ ― Hans Röttiger, westdeutscher Heeresinspekteur, Nov. 1956 (Süddeutsche Zeitung, 07.06.2005)

16. Okt. 1956

Franz Strauß (CSU) wird westdeutscher Verteidigungsminister.

„Ich halte es für unerlässlich, dass die NATO-Streitkräfte der europäischen Länder, einschließlich der Bundesrepublik, mit Atomwaffen ausgerüstet werden.“ ― Franz Strauß (CSU), westdeutscher Verteidigungsminister, Apr. 1957 (Schwarzer, Deutsche Kriegsbrandstifter wieder am Werk, I, S. 210)

Strauß

Westdeutscher Verteidigungsminister 1956-63

29. Okt. 1956

Ausbruch des „Sinai-Kriegs“ Israels gegen Ägypten und die von ehemaligen deutschen Offizieren ausgebildeten palästinensischen Fidai’yin in Gaza.

5. Nov. 1956

Ausbruch des „Suez-Kriegs“ Frankreichs und Großbritanniens gegen Ägypten.

8. Nov. 1956

Ende des „Sinai-Kriegs“ Israels gegen Ägypten. Israel kann erreichen, dass eine UN-Truppe künftig als Puffer zwischen den Staaten fungiert und so die Angriffe der von ehemaligen deutschen Offizieren ausgebildeten palästinensischen Fidai’yin aus Gaza begrenzt werden.

12. Nov. 1956

Remilitarisierung der BRD mit der Gründung der Bundeswehr. 31 von 38 Generälen waren Mitglieder des Generalstabs der Wehrmacht.

Wehrmachtsgeneräle reaktiviert

„Meine Idealvorstellung, die in Wirklichkeit nicht realisiert werden kann, wäre, dass jeder junge Mensch zu dienen hat.“ ― Helmut Schmidt (SPD), ehemaliger westdeutscher Kanzler, 27. Mär. 2002 (Bild, 27.03.2002)

Schmidt

Westdeutscher Verteidigungsminister 1969-72

Westdeutscher Kanzler 1974-82

 

„Ich bin dankbar, dass ich bis zum letzten Tage des Krieges Offizier gewesen bin. […] Wir wissen genau, auch wenn es einmal vergessen war, dass es Werte des Soldatentums gibt, die niemand ohne ernste Einbuße für das ganze Volk, vernachlässigen darf.“ ― Hermann Ehlers (CDU), westdeutscher Bundestagspräsident, 18. Jul. 1953 (Wiking-Ruf 22/1953)

Dez. 1956

Verkündung der „Hallstein-Doktrin“ – benannt nach Außenstaatssekretär Walter Hallstein (CDU). Die BRD wird die diplomatischen Beziehungen zu jedem Land abbrechen, das die DDR anerkennt.

1. Jan. 1957

Westdeutsche Annexion des Saarlands. Beginn einer Eindeutschungskampagne.

Daheim im Reich

„Man begann unverzüglich mit der Umbenennung fast sämtlicher Straßen und Plätze, die nach antifaschistischen Widerstandskämpfern und berühmten Franzosen benannt waren. Im gesamten Saarland wurden mit erheblichen finanziellen Mitteln zerstörte Denkmäler des preußischen Militarismus wieder aufgebaut.“ ― „Konkret“, deutsche Zeitschrift, Okt. 2005

 

„Ein wahres Europa kann nur gebildet werden, wenn die deutsche Einheit hergestellt wird. Sie umfasst, ich erinnere Sie daran, außer Deutschland auch Österreich, einen Teil der Schweiz, die Saar und Elsass-Lothringen.“ ― Jacob Kaiser (CDU), westdeutscher Minister für gesamtdeutsche Fragen, 2. Mär. 1951 (Neue Zürcher Zeitung, 26.01.1952)

Jan. 1957

Der westdeutsche Verteidigungsminister Strauß (CSU) besucht die französischen Ämter Algiers, Constantine und Oran.

25. Mär. 1957

Die „Römischen Verträge“ über die Gründung der „Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft“ (EEC) werden abgeschlossen.

29. Apr. 1957

Die BRD unterschreibt das „Europäische Übereinkommen zur friedlichen Beilegung von Streitigkeiten“.

1. Jun. 1957

Die militärische Abteilung des westdeutschen Verteidigungsministeriums wird zum „Führungsstab“ der Bundeswehr als Ersatz für den im „Potsdamer Abkommen“ verbotenen Generalstab. Generalinspekteur der Bundeswehr wird Heusinger.

„Angreifen, wo immer sich eine Chance dafür bietet. Mit dieser Kampfmethode sollte der Westen dem Osten gegenübertreten.“ ― Adolf Heusinger, später Generalinspekteur der westdeutschen Bundeswehr, 15. Okt. 1953 (Bonner Hefte, 15.10.1953)

 

„Es [sind] Generale wie Heusinger und Speidel gewesen, die den neuen Streitkräften Achtung gewonnen haben. Sie waren aus der Wehrmacht hervorgegangen und nicht bereit, diese Herkunft zu verleugnen, oder gar das Nest zu beschmutzen, aus dem sie kamen.“ ― Carl Lichel, deutscher Generalmajor, Feb. 1992 (Europäische Sicherheit 2/1992)

24. Aug. 1957

Die westdeutsche Luftwaffe nimmt ihre Arbeit auf.

27. Okt. 1957

Organisatorischer Zusammenschluss der Landsmannschaften und Landesverbände der „Vertriebenen“.

„Der deutsche Osten […] schließt nicht nur die Elbe und Oder ein, sondern auch Böhmen und alle Gebiete, in denen Deutsche einst siedelten.“ ― Hans Seebohm (DP), westdeutscher Verkehrsminister, 10. Aug. 1953 (Offene Worte zum Zeitgeschehen 8/1953)

 

„Ganz Deutschland in den Grenzen von 1937 [ist] unser Vaterland.“ ― Franz Strauß (CSU), bayerischer Ministerpräsident, 14. Apr. 1979 (Bayernkurier, 14.04.1979)

 

„Verzicht ist Verrat, wer sollte das bestreiten.“ ― Willy Brandt (SPD), Westberliner Regierender Bürgermeister, auf einem „Schlesiertreffen“, Jun. 1963 (Konkret 4/1990)

 

„Keine deutsche Regierung kann an der Pflicht zur Rückgewinnung Ostdeutschlands vorübergehen. Wir wollen Eure schlesische Heimat mit den Mitteln der Politik zurückgewinnen.“ ― Jacob Kaiser (CDU), westdeutscher Minister für gesamtdeutsche Fragen, Sep. 1951 (Hamburger Echo, 17.09.1951)

 

„Der deutschen Öffentlichkeit muss bewusst bleiben, dass nicht die Sowjetzone der Osten Deutschlands ist. […] Die sowjetische Besatzungszone ist Mitteldeutschland. Deshalb ist es sachlich und politisch unrichtig, dieses Gebiet als Ostzone zu bezeichnen.“ ― Jacob Kaiser (CDU), westdeutscher Minister für gesamtdeutsche Fragen, 11. Mär. 1954 (Konkret 9/1987)

28. Okt. 1957

Ernst Lemmer (CDU) wird westdeutscher Minister für gesamtdeutsche Fragen. Er war als Journalist für Propagandaministerium und RSHA tätig. Die Ausrottung der Juden in der deutsch besetzten sowjetischen Sozialistischen Republik Latvija bezeichnete er 1944 als „begreifliche Sicherheitsmaßnahme“.

1958

In diesem Jahr sind in den französischen Ämtern Algiers, Constantine und Oran rund 40,000 Deutsche als Mitglieder der „Fremdenlegion“ (Légion Étrangère) stationiert – 70% der gesamten Truppe.

„Man trifft sie auf Schritt und Tritt. […] Knapp die Hälfte von ihnen sind ältere Landsknechte, darunter viele ehemalige SS-Männer, die zu den Schocktruppen der Armee zählen.“ ― Bernt Engelmann, westdeutscher Journalist der Zeitschrift „Welt der Arbeit“, über Deutsche in der Légion Étrangère in den französischen Ämtern Algiers, Constantine und Oran, 17. Okt. 1958 (Welt der Arbeit, 17.10.1958)

1958

Gründung der „Europaregion Gronau-Enschede“. Das Gebilde umfasst Teile der BRD und der Niederlande.

1. Jan. 1958

Die EEC wird offiziell gegründet. Außer der BRD sind Belgien, Frankreich, Italien, Luxemburg und die Niederlande Mitglieder.

31. Jan. 1958

Der westdeutsche Außenstaatssekretär Hallstein (CDU) wird erster EEC-Kommissionspräsident.

22. Feb. 1958

Mit der Gründung der Konföderation „Vereinigte arabische Republik“ (JAM) durch Ägypten und Syrien, können nun die für die ägyptische Regierung tätigen deutschen Nationalsozialisten auch für die syrische Regierung aktiv werden. Mitte 1957 stehen über 6,000 von ihnen auf der Gehaltsliste der ägyptischen Regierung.

[Meine Organisation] ist das Rückgrat von Ägyptens Schutzapparat gegen die aggressiven Elemente des Zionismus und Imperialismus.“ ― Leopold Gleim, in Polen zum Tod verurteilter deutscher Kriegsverbrecher und Chefberater des ägyptischen „Generaldirektorats des Staatssicherheitsdienstes“ (EMA), 1957 (Meskil, Hitler’s Heirs, S. 166)

Mär. 1958

Die westdeutsche Regierung informiert die amerikanische CIA über den Aufenthaltsort Eichmanns in der argentinischen Hauptstadt Buenos Aires, bittet aber darum, von einer Festnahme abzusehen, da eine Aussage Eichmanns gegen Ministerialdirektor Globke (CDU) befürchtet wird.

[Ich habe die] dringende Bitte, [Eichmann] nicht festzunehmen, da dies den innenpolitischen Interessen der Bundesrepublik Deutschland schaden könnte.“ ― Konrad Adenauer (CDU), westdeutscher Kanzler, gegenüber der amerikanischen CIA, Mär. 1958 (Konkret 7/2006)

25. Mär. 1958

Der westdeutsche Bundestag stimmt grundsätzlich der Ausrüstung der Bundeswehr mit Atombomben zu.

„Leningrad, das schon im Sep. 1941 eingeschlossen war, hätte zu damaliger Zeit ebenso in kürzester Zeit durch Atomwaffeneinsätze ausgeschaltet werden können, wie dies hinsichtlich später der Festung Sewastopol möglich gewesen wäre.“ ― „Wehrkunde“, westdeutsche Zeitschrift der „Gesellschaft für Wehrkunde“, Jul. 1960

1. Aug. 1958

Bildung des westdeutschen „Amts für Wehrtechnik und Beschaffung“.

14. Dez. 1958

Konstituierung des westdeutschen „Bunds der Vertriebenen“ (BDV) in Westberlin.

1959

Gründung des „Instituts für das Studium des Zionismus“ in Ägypten durch den ehemaligen Mitarbeiter des deutschen Propagandaministeriums Luis Heiden, der eine arabische Taschenbuchausgabe von „Mein Kampf“ herausbringt, die ägyptischen Armeeoffizieren als Geschenk überreicht wird. Zur gleichen Zeit erarbeitet der ehemalige deutsche Major Bernhard Bender, Chef der politischen Abteilung des ägyptischen EMA, die Denkschrift „Die Endlösung des jüdisch-zionistischen Problems innerhalb der JAM“.

1959

Sa’id Ramadan (JIM), der Schwiegersohn des ehemaligen JIM-Chefs Banna, gründet in München den klerikalfschistischen „Europäischen Moslem-Kongress“.

Sommer 1959

Eine westdeutsche Militärmission von 40 Offizieren wird in das französischen Amt Algiers entsandt.

„Man kann der Frage, wer in Algerien regiert, nicht gleichgültig gegenüberstehen.“ ― Konrad Adenauer (CDU), westdeutscher Kanzler, 1958 (Etinger, Bonn greift nach Afrika, S. 84)

 

„Wie verlautet erproben Deutsche auf dem Raketenschießplatz Colomb-Béchar in Südalgerien Raketen.“ ― „Neue Ruhr-Zeitung“, westdeutsche Tageszeitung, 10. Jan. 1958

 

„Hier [in Afrika und Asien] ist die Möglichkeit für die Bundesrepublik, einzugreifen, durchaus gegeben. Wenn man weiß, dass einerseits diese Länder eine traditionelle Abneigung haben, sich mit den früheren Kolonialmächten zu verbinden, andererseits aber gleichermaßen die Furcht haben, unter den Einfluss einer zu großen Macht zu gelangen, so könnte die Bundesrepublik durchaus in der Lage sein, wirkungsvolle Arbeit zu leisten.“ ― Erich Ollenhauer (SPD), westdeutscher Abgeordneter, Apr. 1957 (Süddeutsche Zeitung, 13.04.1957)

13. Sep. 1959

Der ehemalige Konzentrationslager-Architekt Heinrich Lübke (CDU) wird westdeutscher Präsident.

2. Mär. 1960

Der erste Auslandseinsatz der westdeutschen Bundeswehr findet in Marokko statt. In diesem Jahr folgt noch ein weiterer in der portugiesischen Übersseprovinz Angola.

 

Westdeutsche Truppen in Marokko

27. Apr. 1960

Im gerade unabhängig gewordenen Togo kommt unter Sylvanus Olympio („Togolesisches Einheitskomitee“ – CUT) eine prowestdeutsche Regierung zur Macht. Der Präsident lädt demonstrativ Adolph von Mecklenburg-Schwerin, den letzten deutschen Gouverneur, zu den Unabhängigkeitsfeiern ein.

11. Mai 1960

Eichmann wird in der argentinischen Hauptstadt Buenos Aires vom israelischen „Institut für Geheimdienst- und Spezialoperationen“ (Hamossad) gefasst. Die westdeutsche Regierung hatte bereits seit 1952 von Eichmanns genauem Aufenthaltsort gewusst, von einer Weitergabe der Information aber abgesehen, da eine Aussage Eichmanns gegen Ministerialdirektor Globke (CDU) befürchtet wurde.

22. Aug. 1960

Die westdeutsche Regierung scheitert bei den Amerikanern mit der Forderung nach Freilassung des ehemaligen Rüstungsministers Speer.

Herbst 1960

Als Reaktion auf die israelische Verhaftung Eichmanns findet ein internationales Treffen der ODESSA-Gruppen in der libanesischen Hauptstadt Bayrut statt.

1961

In diesem Jahr finden Auslandseinsätze der westdeutschen Bundeswehr in Niger und Zypern statt.

1. Apr. 1961

Der westdeutsche Generalinspekteur Heusinger wird Chef des ständigen Komitees des NATO-„Militärausschusses“.

1. Apr. 1961

Der verurteilte Kriegsverbrecher Foertsch wird Generalinspekteur der westdeutschen Bundeswehr.

 

Foertsch

Westdeutscher Generalinspekteur 1961-64

13. Aug. 1961

Errichtung eines Hindernisses in Berlin.

Hindernis errichtet

„Ich verstehe nicht, warum die Ostdeutschen ihre Grenze nicht einfach schließen, denn ich denke sie hätten ein Recht sie zu schließen.“ James Fulbright (Democratic Party), amerikanischer Senator, 30. Jul. 1961 (www.wikipedia.org)

21. Okt. 1961

Die westdeutsche U-Boot-Flotte wird aktiviert.

30. Okt. 1961

Das ehemalige NSDAP-Mitglied Gerhard Schröder (CDU) wird westdeutscher Außenminister.

 

Schröder

Westdeutscher Außenminister 1961-66

Westdeutscher Verteidigungsminister 1966-69

8. Feb. 1962

Ausbruch des „Vietnam-Kriegs“ Australiens, Chinas (Republik), Koreas (Republik), Neuseelands, der Philippinen, Thailands, der USA und Vietnams (Republik) gegen Vietnam (Demokratische Republik).

25. Apr. 1962

Der westdeutsche Außenminister Schröder (CDU) fordert eine „politische Union Europas“.

14. Dez. 1962

Rainer Barzel (CDU) wird westdeutscher Minister für gesamtdeutsche Fragen.

1963

In diesem Jahr finden Auslandseinsätze der westdeutschen Bundeswehr in Algerien und Südarabien statt.

1963

Der Westberliner Regierende Bürgermeister Willy Brandt (SPD) und sein Sprecher Egon Bahr (SPD) formulieren erstmals ihre Ideen zur späteren westdeutschen „Ostpolitik“. Ziel ist eine „politische Offensive“ zur „Durchdringung“ und Destabilisierung der OVD-Mitgliedsstaaten.

 

Bahr

Ein Vordenker des deutschen Imperialismus

1963

Auf dem Jahrestreffen des von Spanien finanzierten „Europäischen Dokumentations- und Informationszentrums“ in Madrid fordert der ehemalige westdeutsche Verteidigungsminister Strauß (CSU) einen „europäischen Atomwaffenpool“.

„Wir brauchen Teilhabe am nuklearen Entscheidungsprozess. […] Wir müssen unsere politische Geltung und unseren ökonomischen Rang mehr zur Deckung bringen. […] Wir sind wieder wer in der Welt.“ ― Rainer Barzel (CDU), westdeutscher Abgeordneter, 4. Feb. 1966 (Engelmann, Meine Freunde die Manager, S. 96)

Barzel

Westdeutscher Minister für gesamtdeutsche Fragen bzw. innerdeutsche Beziehungen 1962-63, 1982-83

 

„Je eher die politische Gemeinschaft Europas zustande kommt, auch wenn ihr nicht sofort alle europäischen Staaten angehören, desto eher wird Gleichberechtigung auch auf dem Gebiet der Atomstreitkräfte zur Wirklichkeit werden.” ― Franz Strauß (CSU), westdeutscher Abgeordneter, 1963 (Augstein, Überlebensgroß - Herr Strauß, S. 100)

Jan. 1963

Die prowestdeutsche Regierung von Togo plant, die togolesische Währung durch eine neue, an der Deutschen Mark orientierte zu ersetzen, und wird daraufhin gestürzt.

9. Jan. 1963

Kai von Hassel (CDU) wird westdeutscher Verteidigungsminister.

22. Jan. 1963

Der Vertrag über die westdeutsch-französische Zusammenarbeit, der so genannte „Elisée-Vertrag“, wird in Paris abgeschlossen.

 

Unterzeichnung in Paris

8. Feb. 1963

Die 1943 nach dem Vorbild der deutschen NSDAP gegründete al-Ba’th (jetzt mit dem Zusatz „sozialistisch“ versehen) übernimmt kurzzeitig im Irak die Macht.

9. Mär. 1963

Die 1943 nach dem Vorbild der deutschen NSDAP gegründete al-Ba’th übernimmt in Syrien die Macht.

21. Jun. 1963

Westdeutsche Truppen werden auf einem niederländischen Militärstützpunkt stationiert.

11. Aug. 1963

Die Niederlande übergeben die Gebiete Elten, Gangelt, Havert, Hillensberg, Hoch-Elten, Höngen, Millen, Saeffelen, Schumm, Süsterseel, Tudderen und Wehr an die BRD.

16. Okt. 1963

Der ehemalige Gauleiterberater Erhard (CDU) wird westdeutscher Kanzler.

17. Okt. 1963

Erich Mende (FDP) wird westdeutscher Minister für gesamtdeutsche Fragen.

1964

Im Kongo (Republik) bricht der „Simba-Aufstand“ aus, an dem sich auch eine westdeutsche Söldnertruppe unter Siegfried Müller beteiligt.

1. Jan. 1964

Trettner wird Generalinspekteur der westdeutschen Bundeswehr.

„Es dürfte heute erwiesen sein, dass der Krieg gegen die Sowjetunion – anders als die Umerziehungspropaganda behauptet – in erster Linie ein nur schweren Herzens begonnener,

aufgezwungener Präventivkrieg war.“ ― Heinrich Trettner, ehemaliger Generalinspekteur der westdeutschen Bundeswehr, 11. Mär. 1997 (General-Anzeiger, 11.03.1997)

Trettner

Westdeutscher Generalinspekteur 1964-66

7. Jul. 1964

Westdeutsche Truppen werden auf einem belgischen Militärstützpunkt stationiert.

Okt. 1964

Die Denkschrift „Reform der atlantischen Allianz“ des westdeutschen Bundestagspräsidenten Gerstenmaier (CDU) erscheint, in der die atomare Aufrüstung der BRD gefordert wird.

„Wer der Bundeswehr die taktischen Atomwaffen vorenthalten will, ist ein Narr oder Böseres.“ ― Konrad Adenauer (CDU), westdeutscher Kanzler, 1960 (www.ippnw-hamburg.de/politische-zitate-der-nachkriegszeit-wagner-kolb-ippnw-1997.html)

 

„Es ist der sichere Untergang, wenn die Bundeswehr keine Atomwaffen hat.“ ― Konrad Adenauer (CDU), westdeutscher Kanzler, 1961 (www.ippnw-hamburg.de/politische-zitate-der-nachkriegszeit-wagner-kolb-ippnw-1997.html)

 

„Es gibt in Europa überhaupt nur zwei denkbare Kriegsgründe: Wenn die Bundesrepublik sich mit Atomwaffen bewaffnet und wenn eine Volksbewegung zur Wiedervereinigung der beiden Deutschland den Anstoß gibt.“ François Mitterrand („Französische sozialistische Partei“ PSF), französischer Präsident, 19. Mai 1989 (Attali, Verbatim, III, S. 241)

Dez. 1964

Treffen des Chefs der antiisraelischen Propagandaabteilung im ägyptischen Informationsministerium, Leers, mit dem ODESSA-Chef für Südamerika, Friedrich Schwind, in der ägyptischen Botschaft in der peruanischen Hauptstadt Lima.

14. Dez. 1964

Der westdeutsche Generalinspekteur Trettner legt dem NATO-„Militärausschuss“ einen Plan zur Atomverminung der BRD-Ostgrenze vor.

1965

Internationales Treffen der ODESSA-Gruppen im spanischen Marbella. Es nehmen Delegierte aus über 30 Staaten teil. Die „Arabische Liga“ (JA) ist mit einer gemeinsamen Abordnung vertreten, genauso wie die Delegierten aus BRD und DDR. In der Schlusserklärung wird Israel der Krieg erklärt.

„Die ODESSA erklärt dem Staat Israel den Krieg, […] koordiniert und kooperiert – ganz besonders mit den Kameraden der Arabischen Liga – um, wo immer und mit welchem Mittel es sei, den Kampf gegen den Staat Israel und die Juden jedweder Nationalität zu intensivieren.“ ― Aus der Schlusserklärung der ODESSA-Gruppen zum Treffen im spanischen Marbella, 1965 (www.idgr.de)

2. Jan. 1965

Ein Luftstützpunkt der BRD wird in Portugal eingerichtet.

8. Apr. 1965

Der Fusionsvertrag von „Europäischer Gemeinschaft für Atomenergie“ (EAC), „Europäischer Gemeinschaft für Kohle und Stahl“ (ECSC) und EEC wird abgeschlossen.

„Nur eine westeuropäische Gemeinschaft schafft die Ausgangsbasis für eine Politik, mit der die Demarkationslinie der Kriegskonferenz von Jalta beseitigt werden kann.“ ― Franz Strauß (CSU), westdeutscher Abgeordneter, 1965 (Strauß, Entwurf für Europa, S. 12)

10. Apr. 1965

Die zwölfte westdeutsche Panzerdivision wird in Würzburg der NATO unterstellt. Damit hat die BRD ihre „Verpflichtung“, innerhalb von zehn Jahren zwölf Divisionen aufzustellen, erfüllt.

„Diese [Himmeroder] Denkschrift [von 1950] ist in ihren Hauptzügen und Grundforderungen heute noch die Grundlage aller Verhandlungen und Planungen geblieben. Auch die zwölf Divisionen tauchten damals schon auf. Sie sind nicht eine alliierte Erfindung, sondern ein deutscher Vorschlag.“ ― Johann von Kielmannsegg, westdeutscher General, 1960 (MfAA, Weißbuch über die Politik der beiden deutschen Staaten, S. 21)

1. Jul. 1965

Der Erlass „Bundeswehr und Tradition“ wird vom westdeutschen Verteidigungsministerium ausgegeben.

„Wer als ehemaliger Angehöriger der Waffen-SS die Pflege soldatischer Tradition sucht, ist als ehemaliger Soldat bei der Bundeswehr willkommen.“ ― Kai von Hassel (CDU), westdeutscher Verteidigungsminister, 18. Okt. 1965 (Sander, Szenen einer Nähe, S. 41)

Hassel

Westdeutscher Verteidigungsminister 1963-66

1966

In diesem Jahr finden Auslandseinsätze der westdeutschen Bundeswehr in Griechenland, Italien und der Türkei statt.

1966

Erste Reise des ehemaligen westdeutschen Verteidigungsministers Strauß (CSU) nach Südafrika.

[Ich bin] beeindruckt von der hohen religiösen und moralischen Verantwortlichkeit [der Regierung]. […] Als starker Eckpfeiler der westlichen Welt kann Südafrika in seiner politischen Struktur zu einem Beispiel für die ganze Welt werden.“ ― Franz Strauß (CSU), westdeutscher Abgeordneter, 1966 (Konkret 1/1978)

25. Mär. 1966

Eine „Friedensnote“ der BRD wird an die osteuropäischen Staaten ausgegeben.

25. Aug. 1966

Ulrich de Maizière wird Generalinspekteur der westdeutschen Bundeswehr.

1. Dez. 1966

Mit dem ehemalige Referatsleiter im Auswärtigen Amt, Kurt Kiesinger (CDU) wird ein ehemaliges NSDAP-Mitglied westdeutscher Kanzler. Willy Brandt (SPD) wird Außenminister. Der ehemalige Außenminister Schröder (CDU) wird Verteidigungsminister. Herbert Wehner (SPD) wird Minister für gesamtdeutsche Fragen.

5. Jun. 1967

Ausbruch des „Sechs-Tage-Kriegs“ Israels gegen Ägypten und Syrien.

5. Jun. 1967

Durch den jordanischen Angriff auf Israel weitet sich der „Sechs-Tage-Krieg“ aus.

10. Jun. 1967

Ende des „Sechs-Tage-Kriegs“. In der westdeutschen nationalsozialistischen Presse beginnt eine Werbekampagne für Freiwillige die, wie einst 1947-49, am Kampf gegen Israel teilnehmen wollen.

„Welche unabhängigen, sofort abkömmlichen, mutigen Kameraden wollen mit uns, einem Kreis politisch interessierter Freunde, für die nächsten Monate in den Nahen Osten reisen, um als Kriegsberichterstatter den Freiheitskampf der vertriebenen Palästinenser um ihre Heimat zu studieren?“ ― „Deutsche National-Zeitung“, westdeutsche Zeitschrift, 23. Okt. 1970

1. Jul. 1967

EAC, ECSC und EEC werden zu den „Europäischen Gemeinschaften“ (EC).

1968

In diesem Jahr finden Auslandseinsätze der westdeutschen Bundeswehr im Iran, Italien und Nigeria statt.

28. Jun. 1968

Die „Notstandsgesetze“ der BRD treten in Kraft. Damit enden die Sonderrechte der Alliierten aus dem „Deutschland-Vertrag“.

17. Jul. 1968

Die 1943 nach dem Vorbild der deutschen NSDAP gegründete al-Ba’th übernimmt im Irak bis 2003 die Macht.

6. Dez. 1968

Der in die DDR übergetretene Mikrobiologe Ehrenfried Petras enthüllt die Giftgasproduktion der BRD.

1. Jul. 1969

Gustav Heinemann (SPD) wird westdeutscher Präsident.

Sommer 1969

Der westdeutsche Heeresinspekteur Albert Schnez fordert in einer Studie „die Umformung der zivilen Gesellschaft nach militärischem Vorbild“.

27. Aug. 1969

Die DDR protestiert gegen die Entwicklung und Lagerung biologischer und chemischer Waffen in der BRD.

„Die hochentwickelte chemische Industrie verfügt über umfangreiche Forschungs- und Produktionskapazitäten und kann sich auf technische Einrichtungen und Kader aus dem Zweiten Weltkrieg stützen. Die Rohstoffbasis für B- und C-Waffen ist gesichert.“ ― Aus einer Erklärung der westdeutschen „Arbeitsgemeinschaft für Wehrtechnik“, Apr. 1964 (Bonn bereitet Giftkrieg vor, S. 46)

22. Okt. 1969

Außenminister Brandt (SPD) wird westdeutscher Kanzler. Walter Scheel (FDP) wird Außenminister. Helmut Schmidt (SPD) wird Verteidigungsminister. Egon Franke (SPD) wird Minister für innerdeutsche Beziehungen.

„20 Jahre sind seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs vergangen. […] Aber als Volk sind sie [= die Deutschen] noch nicht zur Ruhe gekommen. Ihre nationale Frage ist nicht gelöst. […] Es ist so unausweichlich, wie die Sonne morgen wieder aufgehen wird, daß das deutsche Volk nach seiner nationalen Identität fragt. […] Der Ruf nach Selbstbestimmung ertönt lauter. Wir sagen, 20 Jahre sind genug.“ ― Willy Brandt (SPD), Westberliner Regierender Bürgermeister, 1965 (Konkret 4/1990)

28. Nov. 1969

Die BRD unterzeichnet den „Atomwaffensperrvertrag“.

Dez. 1969

Der spätere deutsche Außenminister Joseph Fischer nimmt an einem Kongress der „Palästinensischen Befreiungsorganisation“ (MTF) in Algerien teil, auf dem der „Endsieg gegen Israel“ gefordert wird.

„Wenn wir endlich gelernt haben, die faschistische Ideologie Zionismus zu begreifen, werden wir nicht mehr zögern, unseren simplen Philosemitismus zu ersetzen durch eine eindeutige Solidarität mit al-Fatah [= ‚Bewegung für die nationale Befreiung Palästinas’, Teil der MTF]. […] Wann endlich beginnt bei Euch der organisierte Kampf gegen die heilige Kuh Israel?“ ― Dieter Kunzelmann (Tupamaros), westdeutscher Schriftsteller, 27. Nov. 1969/3. Apr. 1970 (Agit 883, 27.11.1969; 03.04.1970)

Kunzelmann

Ein Vordenker des deutschen Imperialismus

 

„Ein Volk, das diese wirtschaftlichen Leistungen erbracht hat, hat ein Recht darauf, von Auschwitz nichts mehr hören zu wollen.“ ― Franz Strauß (CSU), westdeutscher Finanzminister, 1969 (Engelmann, Das neue Schwarzbuch, S. 61)


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