|
B
Die fünf Phasen des deutschen Imperialismus
|
|
I 1871 - 1918 47 Jahre losgelassen
Die drei wichtigsten Gestalten des deutschen Imperialismus in seiner ersten Phase: Wilhelm II., Bismarck, Bethmann
|
|
28. Jan. 1871 |
Deutscher Einmarsch in der französischen Hauptstadt Paris. |
||||
|
6. Feb. 1871 |
Der badische Großherzog Friedrich I. fordert eine deutsche Annexion der französischen Kolonien Martinique und Cochinchine. |
„Cochinchina in unseren Händen und Saigon als Zentralplatz der Marine im Fernen Osten, würden Deutschland mit einem Schlage eine bedeutende Machtstellung in Ostasien geben.“ ― Friedrich I., badischer Großherzog, 6. Feb. 1871 (Wehler, Bismarck und der Imperialismus, S. 204) |
|||
|
26. Feb. 1871 |
Der deutsche „Vorfrieden“ mit Frankreich wird im französischen Versailles abgeschlossen. Ende des „Deutsch-Französischen Kriegs“ mit rund 215,000 Toten. |
„Frankreich muss so geschwächt werden, dass es auf lange Zeit verhindert wird, einen entscheidenden Einfluss auf das Geschick der Völker auszuüben.“ ― Friedrich von Hohenzollern-Sigmaringen, preußischer Thronfolger, 12. Aug. 1870 (Dollinger, Das Kaiserreich, S. 80)
Friedrich III. Preußischer König 1888 Deutscher Kaiser 1888 |
|||
|
21. Mär. 1871 |
Bildung der ersten deutschen Regierung. Der preußische Ministerpräsident Bismarck wird Kanzler. Hermann von Thile wird Außenstaatssekretär (bis 1919 gibt es keine Minister). |
||||
|
27. Apr. 1871 |
Denkschrift des deutschen Generalstabs über einen Zweifrontenkrieg gegen Frankreich und Russland. |
||||
|
10. Mai 1871 |
Der „Frieden von Frankfurt“ wird abgeschlossen. Frankreich muss Deutschland mehrere Milliarden Franc Reparationen zahlen und Gebiete abtreten. |
„Möge die Aufgabe des deutschen Volkes fortan darin beschlossen sein, sich in dem Wettkampfe um die Güter des Friedens als Sieger zu erweisen.“ ― Wilhelm I., deutscher Kaiser, 21. Mär. 1871 (Lamprecht, Deutsche Geschichte, XI, S. 563)
Wilhelm I. Preußischer König 1861-88 Norddeutscher Präsident 1867-71 Deutscher Kaiser 1871-88 |
|||
|
10. Mai 1871 |
Deutsche Annexion der französischen Ämter Bas-Rhin, Haut-Rhin und Moselle sowie von Teilen der besetzten Ämter Meurthe-et-Moselle und Vosges als „Elsass-Lothringen“. |
„Wenn die ehemals deutschen Provinzen Lothringen und Elsass erobert [sind], so ist es auch denkbar, dass wir sie behalten.“ ― Helmuth von Moltke, preußischer Generalstabschef, über die weitere Zukunft der besetzten französischen Ämter Bas-Rhin, Haut-Rhin und Moselle, 1861 (Moltke, Militärische Werke, I/b, S. 35) |
|||
|
19. Okt. 1871 |
Nach einer Kneipenschlägerei werden in der brasilianischen Hauptstadt Rio de Janeiro deutsche Soldaten des Kriegsschiffs „Nymphe“ verhaftet. Zur sofortigen Freipressung der Gefangenen plant die deutsche Regierung die Entsendung eines „Atlantischen Evolutionsgeschwaders“ der Kaiserlichen Marine. Im Jan. 1872 werden die Täter freigelassen. |
||||
|
Dez. 1871 |
Ein deutsches Kriegsschiff prüft die dominikanische Samaná-Bucht auf ihre Eignung als Marinestützpunkt. |
||||
|
1872 |
Die Demonstration eines deutschen Kriegsschiffs nötigt die Regierung von Tituila zur Zahlung einer Buße. |
||||
|
1. Jan. 1872 |
Albrecht von Stosch wird erster deutscher Admiralitätsstaatssekretär. |
||||
|
Feb. 1872 |
Der deutsche Botschafter in Japan, Max von Brandt, schlägt Admiralitätsstaatssekretär Stosch den Erwerb eines neuen Marinestützpunkts in Ostasien vor. |
||||
|
Apr. 1872 |
Eine Denkschrift über zu annektierende Stützpunkte für die deutsche Kaiserliche Marine im Pazifischen Ozean und im Karibischen Meer entsteht. Ziele sind die Anambas-Inseln (niederländische Kolonie Indië), die Culebra-Insel (spanische Kolonie Puerto Rico) und die Montebello-Inseln (britische Kolonie New South Wales). |
„Die maritimen Interessen, welche Deutschland im transozeanischen Ausland in so hohem Grade hat, sollten keine Benachteiligung erfahren. Der Erwerb einiger gesicherter Stützpunkte für Flottenoperationen im Ausland […] darf daher nicht aus dem Auge verloren werden.“ ― Albrecht von Stosch, deutscher Admiralitätsstaatssekretär, 6. Mai 1872 (Wehler, Bismarck und der Imperialismus, S. 205)
Stosch Deutscher Admiralitätsstaatssekretär 1872-83 |
|||
|
11. Jun. 1872 |
Nach Ablehnung eines Ultimatums wegen Reparationsforderungen durch die haitianische Regierung besetzten deutsche Kommandos im Hafen der Hauptstadt Port-au-Prince Schiffe der haitianischen Kriegsmarine. Die Regierung zahlt daraufhin die Forderung. |
||||
|
1. Jan. 1873 |
Der preußische Kriegsminister Roon wird Ministerpräsident. |
||||
|
1873 |
Wegen des „III. Karlistenkriegs“ wird ein Geschwader der deutschen Kaiserlichen Marine nach Spanien entsandt. |
||||
|
24. Apr. 1873 |
Eine Militärkonvention Deutschlands mit Russland wird in Sankt Petersburg abgeschlossen. |
Verhandlungen in Sankt Petersburg |
|||
|
25. Jul. 1873 |
Im „III. Karlistenkrieg“ entert ein deutsches Kommando das von Rebellen besetzte spanische Kriegsschiff „Vigilante“ und entwaffnet die Besatzung. |
||||
|
1. Aug. 1873 |
Im „III. Karlistenkrieg“ entern deutsche Kommandos die von Rebellen besetzten spanischen Kriegsschiffe „Vitoria“ und „Almansa“ und entwaffnen die Besatzungen. |
||||
|
9. Okt. 1873 |
Bernhard von Bülow wird deutscher Außenstaatssekretär. |
||||
|
22. Okt. 1873 |
Das so genannte „Zweikaiserbündnis“ Österreich-Ungarns mit Russland wird durch die Beitrittserklärung Deutschlands bis 1881 zum „Dreikaiserbündnis“.
Verhandlungen in Berlin |
„Allianz mit Österreich. Das, meine Herren, ist die einzige jetzt mögliche Verwirklichung der großdeutschen Idee.“ ― Otto von Bray-Steinburg, bayerischer Ministerratschef, Jan. 1871 (Lamprecht, Deutsche Geschichte, XI, S. 608) |
|||
|
9. Nov. 1873 |
Georg von Kameke wird preußischer Kriegsminister. Kanzler Bismarck wird erneut preußischer Ministerpräsident. |
||||
|
Jan. 1874 |
Ein deutsches Kriegsschiff prüft die Culebra-Insel (spanische Kolonie Puerto Rico) auf ihre Eignung als Marinestützpunkt. |
||||
|
Apr. 1875 |
Verstärkte antifranzösische Propaganda in der deutschen Presse wegen des Pariser „Cadres-Gesetzes“. |
||||
|
Apr. 1875 |
Von Deutschland inszenierte „Krieg-in-Sicht-Krise“ mit Frankreich, die durch einen Artikel in der Tageszeitung „Die Post“ („Ist der Krieg in Sicht?“) vom 8. Apr. 1875 ausgelöst wird. Generalstabschef Moltke tritt für einen sofortigen Angriff auf Frankreich ein. |
„Der große Zweck des Krieges kann für uns nur sein, endlich den Vulkan zu schließen, der seit einem Jahrhundert Europa durch seine Kriege wie durch seine Revolutionen erschüttert.“ ― Helmuth von Moltke, deutscher Generalstabschef, über einen deutschen Angriff auf Frankreich, 1873 (Moltke, Die deutschen Aufmarschpläne, S. 20) |
|||
|
10. Mai 1875 |
Nach diplomatischen Interventionen Großbritanniens und Russlands fährt die deutsche Regierung ihre Kriegspropaganda gegen Frankreich herunter. |
||||
|
1876 |
Der österreichische Unternehmer Gustav von Overbeck fordert von der deutschen Regierung Schutz für seine Erwerbungen im suluanischen Sabah, was jedoch wegen Bedenken vor einem Konflikt mit Großbritannien abgelehnt wird. |
||||
|
Jun. 1876 |
Der Koloniallobbyist Ernst von Weber drängt den deutschen Kanzler Bismarck zur Annexion der südafrikanischen Buchten Sint Lucia und Delagoa. |
||||
|
25. Jun. 1876 |
Nach Unruhen im türkischen Selanik schickt die deutsche Regierung neun Kriegsschiffe ins Ägäische Meer. |
||||
|
1. Jul. 1876 |
Das besetzte dänische Herzogtum Lauenborg wird als „Lauenburg“ endgültig an Preußen angeschlossen. |
||||
|
Jan. 1877 |
Eine neue deutsche Kriegspanik mit Frankreich bricht nach dem Scheitern der Konferenz in der türkischen Hauptstadt İstanbul aus. |
||||
|
3. Jan. 1877 |
Militärische Auseinandersetzung zwischen einem norddeutschen Kriegsschiff und venezolanischen Truppen. |
||||
|
11. Mär. 1877 |
Ein Vertrag Deutschlands mit Spanien über Handelszonen im Pazifischen und Indischen Ozean wird abgeschlossen. Spanien muss die vollständige Freiheit des deutschen Handels hinnehmen. |
||||
|
24. Apr. 1877 |
Ausbruch des „IX. Russischen Türken-Kriegs“. |
||||
|
Sep. 1877 |
In der so genannten „Eisenstuck-Affäre“ bittet das deutsche Auswärtige Amt die Admiralität um Entsendung von Kriegsschiffen nach Nicaragua. |
||||
|
1878 |
Die deutsche Kaiserliche Marine sichert sich Kohlestationen auf den Duke-of-York-Inseln Mioko und Makado. |
||||
|
1878 |
Auf Veranlassung des Unternehmers Clemens Denhardt „bittet“ Witu erneut um deutschen „Schutz“. |
||||
|
Jan. 1878 |
Montenegro und Serbien greifen in den „IX. Russischen Türken-Krieg“ ein. |
||||
|
19. Feb. 1878 |
Der deutsche Kanzler Bismarck bietet sich im „IX. Russischen Türken-Krieg“ als „ehrlicher Makler“ an. |
||||
|
3. Mär. 1878 |
Der „Frieden von San Stefano“ beendet den „IX. Russischen Türken-Krieg“. |
||||
|
17. Mär. 1878 |
In der so genannten „Eisenstuck-Affäre“ werden drei deutsche Kriegsschiffe in nicaraguanische Hoheitsgewässer entsandt. |
„Die Kriegsvorbereitungen gegen Nicaragaua waren in vollem Gange, es wurde das Landungskorps gebildet.“ ― Carl Paschen, deutscher Korvettenkapitän, 1908 (Paschen, Aus der Werdezeit zweier Marinen, S. 193) |
|||
|
18. Mär. 1878 |
Landung deutscher Truppen in Nicaragua. Zu einem Vorstoß ins Landesinnere kommt es jedoch nicht. |
||||
|
20. Mär. 1878 |
Der deutsch-nicaraguanische Konflikt droht sich auszuweiten, als Korevettenkapitän Friedrich Hollmann einen britischen Schooner vor San Juan del Norte aufbringt und dessen Ladung beschlagnahmt. Zwei Wochen später reagiert die britische Regierung mit der Entsendung eines Kriegsschiffs an die nicaraguanische Küste. |
||||
|
13. Jun. 1878 |
Eröffnung des „Berliner Kongresses“ zur Neuordnung des Balkans. |
||||
|
13. Jul. 1878 |
Der „Berliner Kongress“ zur Neuordnung des Balkans endet mit dem Abschluss des „Berliner Traktats“. Während Österreich-Ungarn den türkischen Regierungsbezirk Hodide besetzen darf muss sich Russland aus dem Balkan zurückziehen.
Verhandlungen in Berlin |
„Der [russische] Kaiser [Aleksandr II.] habe im Ganzen die Kongresstätigkeit bezeichnet als die europäische Koalition gegen Russland, unter Führung des Fürsten Bismarck. Er habe ferner gesagt: der Gewinn ist allein für Österreich, das war die Absicht der deutschen Politik.“ ― Josef von Radowitz, deutscher Botschafter in Russland, 8. Aug. 1878 (Dollinger, Das Kaiserreich, S. 148)
„Ich meinerseits habe immer Misstrauen gegen ihn [= Bismarck] gehegt und ihm niemals ein Wort von dem, was er mich wissen ließ oder selbst mir sagte, geglaubt, denn ich wusste genau, dass er mich immer anführte.“ ― Aleksandr II., russischer Kaiser, 1890 (Wilhelm II., Ereignisse und Gestalten, S. 16)
„Jetzt fahre ich Europa vierelang vom Bock.“ ― Otto von Bismarck-Schönhausen, deutscher Kanzler, zu den Ergebnissen des „Berliner Kongresses“, Jul. 1878 (Wilhelm II., Ereignisse und Gestalten, S. 10) |
|||
|
11. Nov. 1878 |
Beginn der deutschen Einflussnahme auf den zur spanischen Kolonie der Marshall-Inseln gehörenden Ralik-Inseln. |
||||
|
29. Nov. 1878 |
Einrichtung einer deutschen Kohlestation auf den Bonham-Inseln. | ||||
|
24. Jan. 1879 |
Deutschland erhält von der samoanischen Regierung das Exklusivrecht über den Hafen Saluafuata als Marinestützpunkt. |
„Ein hervorstechendes Interesse der deutschen Politik liegt […] darin zu verhüten, dass Amerika und England sich hier [im Pazifik] als Kolonialmächte festsetzen und die deutschen Interessen verdrängen.“ ― Ludwig Bamberger („Deutsch-fortschrittliche Partei“ – DFP), deutscher Abgeordneter, 13. Jun. 1879 (Wehler, Bismarck und der Imperialismus, S. 214) |
|||
|
5. Apr. 1879 |
Ausbruch des so genannten „Salpeter-Kriegs“ durch eine chilenische Kriegserklärung an Bolivien und Peru. Sofort beginnt in Deutschland eine Kampagne für ein Eingreifen der Kaiserlichen Marine zum „Schutz“ deutscher Niederlassungen an der südamerikanischen Pazifikküste. Deutsche Diplomaten machen aus ihrer Parteinahme für den Aggressor Chile kein Geheimnis. |
„Im Interesse Deutschlands, Europas und der Zivilisation ist ein Sieg Chiles zu wünschen.“ ― … von Gülich, deutscher Botschafter in Chile, 19. Mai 1879 (Wiechmann, Die preußisch-deutsche Marine in Lateinamerika, www.bis.uni-oldenburg.de) |
|||
|
Apr. 1879 |
Die „Luxor-Affäre“ verschlechtert das deutsch-peruanische Verhältnis. Dem deutschen Dampfer „Luxor“ wird nach seiner Ankunft im peruanischen Callao eine Waffenlieferung aus Uruguay ins chilenische Valparaiso nachgewiesen. |
||||
|
Sommer 1879 |
Nach dem „Freundschaftsvertrag“ vom 22. Mai 1879 beginnen verstärkte Bemühungen der deutschen Regierung, Samoa als Kolonie zu gewinnen. |
„Dass die Samoainseln in der Linie Panama-Australien liegen und mit der Eröffnung des [Panamá-]Kanals an Wert bedeutend gewinnen werden, halte ich für einen Punkt von zweifellos […] hoher Bedeutung.“ ― Herbert von Bismarck-Schönhausen, deutscher Botschafter in Großbritannien, 2. Sep. 1885 (Wehler, Bismarck und der Imperialismus, S. 216)
Bismarck Deutscher Außenstaatssekretär 1885-90 |
|||
|
8. Jul. 1879 |
Der Deutsche Alexander von Battenberg wird als Aleksandur I. bulgarischer Fürst. |
||||
|
7. Okt. 1879 |
Der so genannte „Zweibund“ wird zwischen Deutschland und Österreich-Ungarn abgeschlossen. |
||||
|
Nov. 1879 |
Deutschland beginnt seine Versuche, das Meistbegünstigungsrecht der „Vereinigten Staaten von Amerika“ (USA) in Hawaii mit Geheimverhandlungen zu untergraben. |
||||
|
1880 |
Admiral Reinhold von Werner schlägt der deutschen Regierung den Erwerb der niederländischen Kolonie Curaçao zur Einrichtung eines Marinestützpunkts vor. |
||||
|
1881 |
Gründung des „Allgemeinen deutschen Schulvereins zur Erhaltung des Deutschtums im Ausland“. |
||||
|
1881 |
Ein deutsches Kriegsschiff beschießt das liberianische Nana Kru wegen angeblicher „Beraubung eines deutschen Schiffes“. An die liberianische Regierung wird ein Ultimatum für Reparationszahlungen, unter Androhung einer Beschießung der Hauptstadt Monrovia gestellt. Liberia zahlt die geforderte Summe. |
||||
|
1881 |
Ein deutsches Kriegsschiff beschießt tuktubische Ortschaften auf der New-Ireland-Insel. |
||||
|
18. Jun. 1881 |
Erneuerung des „Dreikaiserbündnisses“ zwischen Deutschland, Österreich-Ungarn und Russland. |
„Unverkennbar sind die Vorteile, welche für Österreich wie für Deutschland erwachsen, wenn beide das Anschwellen der russischen Heeresmacht nicht abwarten, sondern sofort angriffsweise verfahren.“ ― Helmuth von Moltke, deutscher Generalstabschef, 1880 (Moltke, Die deutschen Aufmarschpläne, S. 97) |
|||
|
16. Jul. 1881 |
Paul von Hatzfeld wird deutscher Außenstaatssekretär. |
||||
|
1882 |
Eine deutsche Militärmission wird in die Türkei entsandt. |
||||
|
1882 |
Ein deutsches Kriegsschiff beschießt das britische Lagos. |
||||
|
1882 |
Deutsche Kriegsschiffe beschießen einen chinesischen Hafen. |
||||
|
1882 |
Deutsche Kriegsschiffe beschießen die Hermit-Inseln vor New Guinea. |
||||
|
1882 |
Treffen des deutschen Generals Alfred von Waldersee mit einem österreichischen Kollegen in Strobl. Man ist sich über einen gemeinsamen Angriff auf Russland einig. |
„Vorwärts im Verein mit Österreich und lieber morgen als übermorgen.“ ― Alfred von Waldersee, deutscher Generalquartiermeister, über einen deutschen Angriff auf Russland, 25. Nov. 1887 (Waldersee, Briefwechsel, S. 23)
Waldersee Deutscher Generalstabschef 1888-91 |
|||
|
20. Mai 1882 |
Der „Zweibund“ Deutschlands und Österreich-Ungarns wird durch Beitritt Italiens zum „Dreibund“. |
||||
|
6. Dez. 1882 |
Gründung des „Deutschen Kolonialvereins“ (DKV). |
„Neben der praktischen Förderung von Handelsstationen als Ausgangspunkt für größere Unternehmen sowie wirtschaftlicher Niederlassungen anderer Art über See erblickt der Verein seine Hauptaufgabe in der Klärung der öffentlichen Meinung.“ ― Aus der Gründungsschrift des DKV, 15. Jan. 1883 (Dollinger, Das Kaiserreich, S. 156) |
|||
|
1883 |
Ein deutsches Kriegsschiff beschießt die chinesischen Pengu-Inseln. |
||||
|
1883 |
Eine Militärkonvention Deutschlands mit Österreich-Ungarn und Rumänien wird abgeschlossen. |
||||
|
1883 |
Der deutsche Generaloberst Colmar von der Goltz wird Leiter des militärischen Erziehungswesens der Türkei. |
||||
|
12. Jan. 1883 |
Der deutsche Unternehmer Adolf Lüderitz fordert vom Auswärtigen Amt Schutz für seine Besitzungen in Südwestafrika. |
||||
|
3. Mär. 1883 |
Paul Bronsart wird preußischer Kriegsminister. |
||||
|
4. Mär. 1883 |
Der deutsche Unternehmer Eduard Woermann reicht im Auswärtigen Amt eine Denkschrift über die „Gestaltung der politischen Verhältnisse an der Westküste Afrikas und Mitwirkung des Reichs bei denselben“ ein. |
||||
|
20. Mär. 1883 |
Leo von Caprivi wird deutscher Admiralitätsstaatssekretär. |
||||
|
2. Apr. 1883 |
Eine deutsche Expedition landet in der Angra-Pequeña-Bucht in Südwestafrika. |
||||
|
1. Mai 1883 |
Erwerbung der Angra-Pequeña-Bucht in Südwestafrika durch den deutschen Unternehmer Lüderitz von der dort ansässigen namanischen Bevölkerung. |
||||
|
Jul. 1883 |
Die „Hamburger Handelskammer“ beantragt deutschen Schutz für ihre Besitzungen in Cameroun. |
||||
|
Aug. 1883 |
Der deutsche Unternehmer Lüderitz erwirbt den südwestafrikanischen Küstenstreifen vom Oranje bis zur Angra-Pequeña-Bucht in einer Tiefe von 150 km landeinwärts. |
||||
|
16. Nov. 1883 |
Der deutsche Unternehmer Lüderitz fordert erneut deutschen Schutz für seine Besitzungen in Südwestafrika. |
||||
|
1884 |
Deutsche Besetzung der samoanischen Hauptstadt Apia. Samoa wird künftig von Deutschland, Großbritannien und den USA gemeinsam verwaltet. |
||||
|
24. Jan. 1884 |
Mission eines deutschen Kriegsschiffs zur südwestafrikanischen Angra-Pequeña-Bucht. |
||||
|
Feb. 1884 |
Ein deutsches Kriegsschiff nimmt den König von Aneho, Kojovi Jiyewe, als Geisel. Man fordert ihn auf, ein Gesuch an Kaiser Wilhelm I. zu richten in dem er um deutschen „Schutz“ bittet. Der König bleibt standhaft, so dass es nicht zu einer „legalen“ deutschen Annexion Anehos kommt. |
„Afrika hat mehr als 200,000 Quadratmeilen, mutmaßlich niemals von einem Weißen betreten; sie warten auf Deutschland, auf Preußens bildende Hand. […] Afrika ist der Schlüssel zur Welt, mutmaßlich hat ihn die Vorsehung für Deutschland bestimmt.“ ― Willibald Huger, preußischer Offizier, 1847 (Gründer, Da und dort ein junges Deutschland gründen, S. 44) |
|||
|
20. Mär. 1884 |
Gründung der „Deutsch-ostafrikanischen Gesellschaft“ (DOAG). |
||||
|
20. Mär. 1884 |
Das Auswärtige Amt rät dem Unternehmer Lüderitz, auch noch den südwestafrikanischen Küstenstreifen nördlich der Angra-Pequeña-Bucht bis zur Südgrenze der portugiesischen Kronkolonie Angola zu erwerben. |
||||
|
28. Mär. 1884 |
Gründung der „Gesellschaft für Deutsche Kolonisation“. |
„Die deutsche Nation ist bei der Verteilung der Erde, wie sie vom Ausgang des 15. Jahrhunderts bis auf unsere Tage hin stattgefunden hat, leer ausgegangen.“ ― Aus der Gründungsschrift der „Gesellschaft für deutsche Kolonisation“, 28. Mär. 1884 (Dollinger, Das Kaiserreich, S. 156) |
|||
|
Apr. 1884 |
Der deutsche Unternehmer Friedrich Colin fordert Schutz für seine Besitzungen am Doubreka im französischen Territorium Riviéres du Sud. |
||||
|
8. Apr. 1884 |
Denkschrift des deutschen Legationsrats Henrich von Kusserow zur Erwerbung von Kolonien im südlichen Afrika. |
||||
|
24. Apr. 1884 |
Die deutsche Regierung sichert dem Unternehmer Lüderitz Schutz für seine Besitzungen in Südwestafrika zu. Damit de facto Annexion der Angra-Pequeña-Bucht und der angrenzenden Küste Südwestafrikas als Protektorat „Deutsch-Südwestafrika“.
Deutsche Truppen in Südwestafrika |
„Lieb soll es mir sein, wenn der ganze Grund ein kolossales Erzlager ist, so dass meinethalben ein Loch aus dem ganzen Gebiet wird durch den Abbau der Erze.“ ― Adolf Lüderitz, deutscher Unternehmer, über seine Besitzungen in Südwestafrika, 1884 (Lüderitz, Die Erschließung von Deutsch-Südwestafrika, S. 105 f)
„Unsere Produktion an Waren braucht einen Export, und da ist eine gewisse Begeisterung für Kolonien natürlich.“ ― Ludwig Windthorst („Deutsche Zentrumspartei“ – Zentrum), deutscher Abgeordneter, 18. Mai 1884 (Wehler, Bismarck und der Imperialismus, S. 171) |
|||
|
28. Apr. 1884 |
Besprechung Kanzler Bismarcks mit deutschen Afrika-Unternehmern. Der Unternehmer Colin fordert Annexionen im französischen Territorium Riviéres du Sud. |
||||
|
Mai 1884 |
Der deutsche Unternehmer Lüderitz schickt einen Beauftragten ins britische Protektorat Zululand, um dort Gebiete zu erwerben. |
||||
|
19. Mai 1884 |
Der spätere deutsche Kommissar Gustav Nachtigal wird von der Regierung ins französische Territorium Riviéres du Sud beordert, um mit der dortigen baganischen Bevölkerung einen „Schutzvertrag“ zu unterzeichnen. Das Unternehmen wird aufgrund der bereits bestehenden französischen Ansprüche abgebrochen. |
||||
|
26. Mai 1884 |
Gründung der „Deutschen Neuguinea-Kompanie“. |
||||
|
Jun. 1884 |
Der deutsche Unternehmer Colin schließt Niederlassungsverträge mit Kobitai und Koba im französischen Territorium Riviéres du Sud ab. |
||||
|
5. Jul. 1884 |
Nach den vergeblichen Versuchen zur Annexion von Agbodrafo und Aneho gelingt Deutschland der Abschluss von „Schutzverträgen“ mit Togo und damit die Annexion von Togo und weiteren Orten als Protektorat „Deutsch-Togoland“. Durch Verträge mit Frankreich (1887, 1897, 1912) und Großbritannien (1890, 1899) erhält das Protektorat seine endgültigen Grenzen. |
Deutsche Truppen in Togo |
|||
|
11. Jul. 1884 |
Das camerounische Bimbia unterstellt sich deutschem „Schutz“. |
||||
|
13. Jul. 1884 |
Deutsche Annexion von Cameroun und Bamoun als Protektorat „Deutsch-Nordwestafrika“. Durch Verträge mit Frankreich (1885, 1894, 1902) und Großbritannien (1885, 1886, 1893) erhält das Protektorat seine endgültigen Grenzen.
Deutsche Truppen in Cameroun |
„Kamerun ist jetzt deutsch, und wird es nun auch hoffentlich immer bleiben.“ ― Adolph Woermann, deutscher Unternehmer, Jul. 1884 (Dollinger, Das Kaiserreich, S. 157)
Woermann Ein Vordenker des deutschen Imperialismus
„Auch Deutschland hat, gleich England und Frankreich die Pflicht, der deutschen Industrie neue Absatzgebiete zu schaffen.“ ― Johann Dietz („Sozialistische Arbeiterpartei Deutschlands“ – SAPD), deutscher Abgeordneter, 12. Dez. 1884 (Wehler, Bismarck und der Imperialismus, S. 175 f) |
|||
|
Sommer 1884 |
In der britisch-russischen Nahostkrise versucht die deutsche Regierung, einen Krieg zwischen den beiden Staaten hervorzurufen. |
„Ein Krieg zwischen England und Russland wäre ja von unserem Standpunkt nur wünschenswert.“ ― Otto von Bismarck-Schönhausen, deutscher Kanzler, Aug. 1884 (Wehler, Bismarck und der Imperialismus, S. 227)
„Der Fürst [Bismarck] sagte mir einmal, sein Hauptaugenmerk sei, Russland und England nicht zu einem Einverständnis kommen zu lassen.“ ― Wilhelm II., ehemaliger deutscher Kaiser, 1922 (Wilhelm II., Ereignisse und Gestalten, S. 9)
Wilhelm II. Preußischer König 1888-1918 Deutscher Kaiser 1888-1918 |
|||
|
7. Aug. 1884 |
Erste deutsche Truppen landen im besetzten Südwestafrika. Deutsche Kriegsschiffe stellen gleichzeitig das Gebiet zwischen der Angra-Pequeña-Bucht und dem Kunene unter „Schutz“. |
||||
|
Aug. 1884 |
Die Absicht der deutschen Regierung die New-Britain-Insel und die Nordostküste New Guineas zu besetzen wird öffentlich. |
||||
|
5. Sep. 1884 |
Deutscher „Schutzvertrag“ mit Porto Seguro, das an „Deutsch-Togoland“ angeschlossen wird. |
||||
|
1. Okt. 1884 |
Aufbruch der ersten deutschen Wazagara-Expedition ins Innere Tanganyikas. „Schutzverträge“ mit Wakami, Wanguru, Wazagara (4. Dez. 1884) und Wazeguha werden abgeschlossen. |
||||
|
Okt. 1884 |
Der deutsche Unternehmer Colin wendet sich an die Regierung, um Schutz für seine Besitzungen im französischen Territorium Riviéres du Sud zu fordern. |
||||
|
28. Okt. 1884 |
Ein deutscher „Schutzvertrag“ mit der namanischen Bevölkerung von Bethanien wird im besetzten Südwestafrika abgeschlossen. |
||||
|
1. Nov. 1884 |
Die Landungskorps zweier deutscher Kriegsschiffe besetzen das melanesische Matupi. |
||||
|
3. Nov. 1884 |
Verkündung des deutschen Protektorats über das nordöstliche New Guinea. Auf der Henderson-Insel wird die deutsche Flagge gehisst. |
||||
|
Nov. 1884 |
Im tanganyikanischen Hinterland von Sadani und Bagamoyo werden „Schutzverträge“ mit Deutschland abgeschlossen. |
||||
|
Nov. 1884 |
Die deutsche Regierung sagt Schutz für deutsche Besitzungen in der Sangareah-Bucht im französischen Riviéres du Sud zu. |
||||
|
13. Nov. 1884 |
Adolf Schiel, der selbsternannte Staatssekretär des Königs Dinuzulu, verkündet die Unterstellung das gesamten britischen Protektorats Zululand unter deutsches Protektorat, um die Zulus „vor dem Zugriff der Buren oder Engländer zu schützen“. |
||||
|
25. Nov. 1884 |
Lüderitz’ Beauftragter August Einwald meldet den „Kauf der Zulu-Küste“. Lüderitz bittet das Auswärtige Amt um deutschen Schutz, den Kanzler Bismarck zusagt. |
||||
|
Dez. 1884 |
Der deutsche Kanzler Bismarck fordert eine Westgrenze des besetzten südwestafrikanischen Gebiets bis zum 24. Längengrad, was etwa 50% des britischen Protektorats Bechuanaland beinhaltet. |
||||
|
18. Dez. 1884 |
Großbritannien unterbindet die deutschen Kolonialambitionen in Zululand mit dem hissen des Union Jack in der Sint-Lucia-Bucht. |
„Auch in Südostafrika trifft Deutschland auf Englands Ländergeier, seine heuchlerische Selbstzucht, welche die besten Teile der Welt […] dem Geldsack der englischen Kaufleute und Fabrikanten dienst- und tributpflichtig zu machen strebt.“ ― „Die Grenzboten“, deutsche Zeitschrift, Jan. 1885 |
|||
|
22. Dez. 1884 |
Niederschlagung eines Aufstands gegen den prodeutschen Hochkönig Manga Bell im besetzten Cameroun. Die deutsche Kaiserliche Marine beschießt vier Küstendörfer. |
„Aufrührerische Negerparteien in Kamerun mit Waffengewalt niedergeschlagen. Mehrere Häuptlinge und größere Zahl Krieger gefallen. Ortschaften vernichtet. Autorität der Flagge und Ruhe am Ort wiederhergestellt.“ ― Eduard von Knorr, deutscher Admiral, über seine „Befriedung“ Camerouns, Dez. 1884 (Paczensky, Die Weißen kommen, S. 62)
„[Nun] wusste und fühlte jeder Mensch […] dass jeder andere maßgebende und ausschlaggebende Einfluss als der deutsche gebrochen und für immer niedergeschmettert war.“ ― Heinrich Zöller, deutscher Journalist der Tageszeitung „Kölnische Zeitung“, über die „Befriedung“ Camerouns, Dez. 1884 (Westphal, Ein Weltreich für den Kaiser, S. 182) |
|||
|
29. Dez. 1884 |
Der deutsche Unternehmer Lüderitz bietet der Regierung an, mit Hilfe von Söldnern aus dem britischen Protektorat Zululand die Delagoa-Bucht mit der Hauptstadt Lourenço Marques in der portugiesischen Kolonie Moçambique zu stürmen. |
||||
|
1885 |
Erste deutsche Militärberater unter Hauptmann Emil Körner arbeiten in der Kadettenanstalt der chilenischen Armee und verpassen ihr eine unverkennbar preußische Prägung. |
||||
|
2. Jan. 1885 |
Die Mannschaft eines deutschen Kriegsschiffs besetzt die Sangareah-Bucht im französischen Territorium Riviéres du Sud. |
||||
|
19. Jan. 1885 |
Der Reichstag fordert die Umwandlung der Sint-Lucia-Bucht im britischen Protektorat Zululand in eine deutsche Kolonie. |
||||
|
Jan. 1885 |
Annexion von 80 km Küstenland der westafrikanischen Staaten Fitta und Savalu zwischen Lagos und Cotonou durch die deutsche Firma „Gaiser“. |
„Durch die Erwerbung des Mahinlandes wird der direkteste Weg nach dem oberen Niger gewonnen.“ ― Ein Vertreter der deutschen Firma Gaiser, Mär. 1885 (Wehler, Bismarck und der Imperialismus, S. 329) |
|||
|
14. Jan. 1885 |
Die Firma Gaiser bittet die deutsche Regierung um Schutz für ihre Besitzungen in Fitta und Savalu. |
||||
|
23. Jan. 1885 |
Nach dem Vorwurf, die Briten würden gegen Deutschland in Samoa Intrigen schmieden, landen deutsche Truppen auf neutralem Gebiet vor der Hauptstadt Apia und hissen die deutsche Flagge. |
||||
|
17. Feb. 1885 |
Deutsche Annexion der sansibarischen Küste von Tanganyika als Protektorat.
Deutsche Truppen in Sansibar mit Kolonialstaatssekretär Bernhard Dernburg |
„Der Erwerb von Land ist in Ostafrika sehr leicht. Für ein paar Flinten besorgt man sich ein Papier mit ein paar Negerkreuzen.“ ― Otto von Bismarck-Schönhausen, deutscher Kanzler, Feb. 1885 (Westphal, Ein Weltreich für den Kaiser, S. 80) |
|||
|
24. Feb. 1885 |
Aufbruch einer neuen deutschen Wazagara-Expedition ins Innere von Tanganyika. |
||||
|
11. Mär. 1885 |
Der deutsche Kommissar für das besetzte Cameroun, Nachtigal, schließt mit den Regierungen von Fitta und Savalu „Schutzverträge“ ab. Auf diese verzichtet die Regierung kurz darauf in deutsch-britischen Ausgleichsverhandlungen. |
||||
|
8. Apr. 1885 |
Clemens und Gustav Denhardt erwerben Witu von Sultan Ahmad Ibn Fumo. |
||||
|
30. Apr. 1885 |
Gründung der „Deutschen Kolonialgesellschaft für Südwestafrika“. |
„Die Zukunft der südwestafrikanischen Erwerbung Deutschlands wird durch die Möglichkeit ungestörter Ausdehnung von der wenig fruchtbaren Küste nach dem Inneren bedingt.“ ― Paul von Hatzfeld, deutscher Außenstaatssekretär, 8. Mär. 1885 (Wehler, Bismarck und der Imperialismus, S. 187) |
|||
|
17. Mai 1885 |
Deutsche Annexion des nordöstlichen New Guinea als „Deutsch-Neuguinea“, dem New-Britain-Archipel (Admiralty-Inseln, Duke-of-York-Inseln (als „Neulauenburg“), Feni-Inseln, Green-Inseln, Hermit-Inseln (als „Eremiten-Inseln“), Kaniet-Inseln, Lavongai (als „Neuhannover“), Lihir-Gruppe, Manus-Inseln (als „Admiralitäts-Inseln“), New-Britain-Insel (als „Neupommern“), New-Ireland-Insel (als „Neumecklenburg“), Nuguira-Insel, Saint-Matthias-Gruppe, Tanga-Inseln, Vitu-Inseln) als „Bismarck-Archipel“ und Teilen der Carolinas-Inseln. |
Deutsche Truppen in New Guinea |
|||
|
27. Mai 1885 |
Deutsche Annexion von Witu und Lamu als Protektorat „Deutsch-Wituland“. |
Deutsche Truppen in Witu |
|||
|
27. Mai 1885 |
Errichtung des deutschen Protektorats über das sansibarische Tanganyika mit Hinterland, inklusive Rwanda und Burundi. Sansibar wird durch eine Demonstration der Kaiserlichen Marine zur Annerkennung der deutschen Herrschaft gezwungen. |
„Der Sultan von Sansibar [= Barghash Ibn Sa’id] […] erhob […] beleidigende Einsprüche gegen die Besetzung der Küste und Bismarck schloss sich dem Ratschlage […] an, einige deutsche Kriegsschiffe würden die Sache rasch in Ordnung bringen.“ ― Heinrich Schnee („Deutsche Volkspartei“ – DVP), ehemaliger Gouverneur von „Deutsch-Ostafrika“, 1924 (Paczensky, Die Weißen kommen, S. 64) |
|||
|
Mai 1885 |
Die deutsche Kilimanjaro-Expedition ins Innere Tanganyikas führt zur Annexion von Arusha, Bondei, Jagga, Kahe, Pare, Wageno und Wazambara. |
||||
|
25. Aug. 1885 |
Deutsche Besetzung der Hauptstadt der Yap-Inseln die zur spanischen Kolonie der Filipinas-Inseln gehören. |
||||
|
15. Sep. 1885 |
Deutscher „Schutzvertrag“ mit der basterischen Bevölkerung von Rehoboth im besetzten Südwestafrika. |
||||
|
30. Sep. 1885 |
Deutsche Besetzung der Carolinas-Insel Chuuk. |
||||
|
Okt. 1885 |
Herbert von Bismarck-Schönhausen wird deutscher Außenstaatssekretär. |
||||
|
15. Okt. 1885 |
Beginn der deutschen Besetzung der spanischen Kolonie der Marshall-Inseln. |
||||
|
18. Okt. 1885 |
Deutsche Besetzung der Carolinas-Insel Kosrae. |
||||
|
21. Okt. 1885 |
Ein „Schutzvertrag“ Deutschlands mit den Herero im besetzten Südwestafrika wird abgeschlossen. |
||||
|
22. Okt. 1885 |
Spanien verkauft Deutschland die Marshall-Inseln. |
||||
|
2. Nov. 1885 |
Ausbruch des „Serbisch-Bulgarischen Kriegs“. |
||||
|
15. Nov. 1885 |
Eröffnung der „Kongo-Konferenz“ in Berlin zur Neuordnung Afrikas. Teilnehmer sind Belgien, Dänemark, Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien, die Niederlande, Österreich-Ungarn, Portugal, Russland, Schweden, Spanien, die Türkei und die USA.
Verhandlungen in Berlin |
„Unsere größte Friedensgarantie besteht darin, dass die anderen Mächte schon gemerkt haben, dass die deutsche Politik nicht mehr ist, was sie war, und dass sie sich um so mehr zurückhalten, je mehr wir vorwärtsdrängen.“ ― Friedrich von Holstein, Vortragender Rat im deutschen Auswärtigen Amt, 13. Jan. 1886 (Dollinger, Das Kaiserreich, S. 166)
Holstein Die „Graue Eminenz“ des deutschen Imperialismus |
|||
|
24. Dez. 1885 |
Die deutsch besetzte Sangareah-Bucht im französischen Territorium Riviéres du Sud wird gegen französische Konzessionen an der Sklavenküste geräumt. Aneho wird an „Deutsch-Togoland“ angeschlossen. |
||||
|
1886 |
Das südwestafrikanische Lijdensrust unterstellt sich deutschem „Schutz“. |
||||
|
Jan. 1886 |
Im besetzten Samoa brechen Fehden zwischen den Adelsfamilien aus. Während Großbritannien und die USA König Laupepa unterstützen, setzt sich Deutschland für dessen Konkurrenten Tamasese, den Fürsten von Aana, ein. Tamaseses Truppen werden in Leulumoenga durch den deutschen Agenten Eugen Brandeis gedrillt. |
„Ich habe nichts mit dem Herrn Brandeis zu schaffen. Es sei klargestellt, dass Herr Brandeis keinen Auftrag eines militärischen Charakters hat, sondern friedlich die Regierung von Leulumoenga in ihrer Arbeit unterstützt.“ ― … Becker, deutscher Konsul in Samoa, in seiner Antwort auf eine Beschwerde des samoanischen Königs Laupepa wegen der Tätigkeit des Agenten Eugen Brandeis, 1886 (Stevenson, A Footnote to History, www.gutenberg.org) |
|||
|
8. Jan. 1886 |
Deutscher „Schutzvertrag“ mit der Aikh-Ai-Bevölkerung im besetzten Südwestafrika. |
||||
|
Feb. 1886 |
Agenten der DOAG schließen mit Hobyo, Geledi, Majerteen, Muqdisho und Noogal an der ostafrikanischen Somali-Küste „Schutzverträge“ ab. |
||||
|
Feb. 1886 |
Der deutsche Koloniallobbyist Carl Peters bittet um ein Protektorat über die gesamte ostafrikanische Somali-Küste. |
Peters Ein Vordenker des deutschen Imperialismus |
|||
|
3. Mär. 1886 |
Der „Vertrag von Bucareşti“ beendet den „Serbisch-Bulgarischen Krieg“. |
||||
|
Jun. 1886 |
Mit dem „Ansiedlungsgesetz“ für Posen und Westpreußen wird bis 1913 die Germanisierung dieser mehrheitlich von Polen bewohnten Gebiete forciert. |
„Alles ist im Flusse begriffen. Auch die Grenzen der Staaten sind nicht für die Ewigkeit abgesteckt. Von verhältnismäßiger Dauer werden […] nur Staatsgebilde sein, bei denen die Übereinstimmung zwischen dem Siedlungsgebiete der Volksgenossen und den staatlichen Grenzen hergestellt ist.“ ― Ernst Hasse, Chef des „Alldeutschen Verbands“ (ADV), 1895 (Hasse, Großdeutschland und Mitteleuropa um das Jahr 1950, S. 5)
„Die Mittel zur Germanisierung der Deutschland zugesprochenen Ländereien sind radikale. Sie bestehen in der Expropriierung allen Grund und Bodens, in der Vertreibung des größeren Teils der undeutschen Bevölkerung, in der Vorbehaltung aller öffentlichen Rechte für die Deutschen.“ ― Ernst Hasse, ADV-Chef, 13. Jan. 1895 (Alldeutsche Blätter 2/1895)
„Unsere Kolonialpolitik in diesen [osteuropäischen] Gebieten [ist] relativ human und relativ positiv gewesen. […] Wir brauchen uns dessen nicht zu schämen.“ ― Arnulf Baring, deutscher Historiker, 9. Jun. 2004 (Phoenix, 09.06.2004) |
|||
|
1. Nov. 1886 |
Eine deutsch-britische Kommission legt die Grenzen der sansibarischen Festlandsbesitzungen fest. Sie sollen einen Küstenstreifen von 15 km Breite von Kap Delgado bis Kipini mit allen vorgelagerten Inseln und die Städte Baraawe, Kismaayo, Merka, Muqdisho und Warshiikh umfassen. An der deutschen Kontrolle der Küste ändert dies nichts. |
||||
|
13. Sep. 1886 |
Deutsche Annexion der Marshall-Inseln als Protektorat. |
||||
|
23. Okt. 1886 |
Deutsche Besetzung der nördlichen Solomon-Inseln Bougainville, Bouka, Choiseul und Isabel. |
||||
|
30. Dez. 1886 |
Das Grenzprotokoll Deutschlands mit Portugal führt zur offiziellen Annexion portugiesischen Gebiets zwischen Kap Frio und dem Kunene in Südwestafrika. |
„Auch erscheint es für die Zukunft erwünscht, dass wir […] bis an den Sambesifluss, der wichtigsten Verkehrsader im Inneren Südafrikas, vorrücken.“ ― Max von Berchem, Unterstaatssekretär im deutschen Auswärtigen Amt, 20. Aug. 1886 (Wehler, Bismarck und der Imperialismus, S. 288)
„[Berlin hat] Wert darauf zu legen, sich nicht von England vom Sambesi abdrängen zu lassen.“ ― Herbert von Bismarck-Schönhausen, deutscher Außenstaatssekretär, 26. Jan. 1887 (Wehler, Bismarck und der Imperialismus, S. 288) |
|||
|
1887 |
Die „Württembergische Vereinsbank“ erhält Konzessionen für den Bau türkischer Eisenbahnlinien am Bosporus. Beginn der deutschen „Bagdad-Bahn“-Expansion im Nahen Osten. |
„Wenn einmal am Bahnhof zu Angora der klassische Ruf erschallt: Warme Würstchen, Glas Bier gefällig! Dann wird Deutschland in Kleinasien den Fuß im Steigbügel haben.“ ― Bernhard Dernburg („Deutsch-freisinnige Partei“ – DFP), deutscher Journalist der Tageszeitung „Berliner Tageblatt“, 1892 (Dernburg, Auf deutscher Bahn in Kleinasien, S. 100 f)
Dernburg Deutscher Kolonialstaatssekretär 1907-10 |
|||
|
1. Feb. 1887 |
Eine Militärkonvention Deutschlands mit Italien wird abgeschlossen. |
Verhandlungen in Friedrichsruh |
|||
|
20. Feb. 1887 |
Erneuerung des „Dreibunds“. |
||||
|
28. Mär. 1887 |
Deutsche Annexion der Ambas-Bucht zu „Deutsch-Nordwestafrika“. |
||||
|
1. Apr. 1887 |
Eine neue Kriegshysterie mit Frankreich nutzt die deutsche Regierung, um die Kriegsstärke der Reichswehr durch ein „Landwehr- und Landsturmgesetz“ aufzustocken. |
„Ich meine, dass wir die Pflicht haben, jede Chance, die sich zu unseren Gunsten bietet, zu benutzen und selbst den Krieg mit Frankreich herbeizuführen.“ ― Alfred von Waldersee, deutscher Generalquartiermeister, 1. Nov. 1886 (Waldersee, Gesammelte Schriften und Denkwürdigkeiten, I, S. 301)
„Das deutsche Heer ist eine Einrichtung, die von den wechselnden Majoritäten im Reichstag nicht abhängig sein kann.“ ― Otto von Bismarck-Schönhausen, deutscher Kanzler, 11. Jan. 1887 (Dollinger, Das Kaiserreich, S. 169) |
|||
|
18. Jun. 1887 |
Der „Rückversicherungsvertrag“ Deutschlands mit Russland wird abgeschlossen. |
||||
|
Jun. 1887 |
Die Regierung des besetzten südwestafrikanischen Lijdensrust wird von den deutschen Truppen abgesetzt. |
||||
|
23. Aug. 1887 |
Deutsches Ultimatum an den samoanischen König Laupepa. Für Unruhen, die bei einer Feier zu Ehren Kaiser Wilhelms II. ausgebrochen waren, soll er 13,000 Dollar Strafe zahlen und eine öffentliche Erniedrigung über sich ergehen lassen. |
||||
|
24. Aug. 1887 |
Deutsche Kriegserklärung gegen den samoanischen König Laupepa in der Hauptstadt Apia und damit Ausbruch des „Samoanischen Bürgerkriegs“. Deutsche Truppen besetzen den Regierungssitz und hissen die deutsche Flagge. |
||||
|
25. Aug. 1887 |
An Bord eines deutschen Kriegsschiffs trifft der aananische Fürst Tamasese in der besetzten samoanischen Hauptstadt Apia ein und wird zum König erklärt. Die Proklamation wird von deutschen Soldaten in ganz Samoa verbreitet. Da sie in Sawaii kurz nach Abmarsch der Deutschen wieder abgerissen wird, brennen deutsche Truppen den Ort am 3. Sep. 1887 nieder. |
„Ich werde dem deutschen Konsul gehorchen, dessen Wunsch es ist, dass ich der König bin und dass sich ganz Samoa hier versammeln soll.“ ― Tamasese, aananischer Fürst, gegenüber dem atuanischen Fürsten Mata’afa, Sep. 1887 (Stevenson, A Footnote in History, www.gutenberg.org)
Tamasese Selbsternannter samoanischer König 1887-89 Ein Komplize des deutschen Imperialismus
„Es ist strikt verboten, dass irgendeine Diskussion stattfindet ob es gut ist oder nicht, dass Tamasese König von Samoa ist, weder in dieser Versammlung, noch in irgendeiner zukünftigen Versammlung.“ ― Eugen Brandeis, deutscher Agent in Samoa, gegenüber dem versammelten samoanischen Adel in der Hauptstadt Apia, 15. Sep. 1887 (Stevenson, A Footnote in History, www.gutenberg.org) |
|||
|
Okt. 1887 |
Der rechtmäßige samoanische König Laupepa wird von einem deutschen Kriegsschiff ins besetzte Cameroun deportiert. Großbritannien und die USA, die Samoa mitverwalten, protestieren, erklären sich mit Laupepa solidarisch und unterstützen fortan seinen Verbündeten Mata’afa, den Fürsten von Atua. |
||||
|
21. Okt. 1887 |
Deutsche Besetzung und Annexion der Pleasant-Insel als Protektorat „Nauru“ und Intervention in den dortigen Bürgerkrieg. Der Krieg hatte die Interessen der deutschen Unternehmen auf der Pleasant-Insel gefährdet. |
||||
|
16. Nov. 1887 |
Generalquartiermeister Waldersee drängt Generalstabschef Moltke, einen deutschen Angriff auf Russland nicht weiter hinauszuzögern. |
„Da wir völlig fertig sind, so ist es konsequent, wenn wir uns nunmehr schnell zum Kriege [gegen Russland] entschließen.“ ― Alfred von Waldersee, deutscher Generalquartiermeister, 16. Nov. 1887 (Waldersee, Gesammelte Schriften und Denkwürdigkeiten, I, S. 334) |
|||
|
30. Nov. 1887 |
Eine Denkschrift des deutschen Generalstabs zur „gegenwärtigen militärpolitischen Lage des Reichs“ mit einem Schreiben Generalstabschef Moltkes zum „Präventivkrieg“ gegen Russland entsteht. |
||||
|
Nov. 1887 |
Generalquartiermeister Waldersee erreicht bei Kaiser Wilhelm I. die Zustimmung zu vorbereitenden Maßnahmen für einen deutschen Angriff auf Russland. |
||||
|
Nov. 1887 |
Der deutsche Militärattaché in Österreich-Ungarn versucht, Kaiser Franz von den „Vorzügen“ eines gemeinsamen Winterfeldzugs gegen Russland zu überzeugen. |
||||
|
7. Dez. 1887 |
Der amerikanische Staatssekretär Thomas Bayard (Democratic Party) warnt den deutschen Botschafter vor einer weiteren Hintertreibung der amerikanischen Wirtschaftsrechte in Hawaii. |
||||
|
9. Mär. 1888 |
Friedrich III. wird deutscher Kaiser. |
||||
|
14. Apr. 1888 |
Die deutsch besetzte Pleasant-Insel kommt unter die Verwaltung der besetzten Marshall-Inseln. |
||||
|
28. Apr. 1888 |
Ein Vertrag mit Sansibar bringt das gesamte Küstengebiet Tanganyikas unter deutsche Kontrolle. |
||||
|
15. Jun. 1888 |
Wilhelm II. wird deutscher Kaiser. |
||||
|
10. Aug. 1888 |
Generalquartiermeister Waldersee wird deutscher Generalstabschef. |
||||
|
Aug. 1888 |
Der „Samoanische Bürgerkrieg“ bricht erneut aus. Rebellen, die gegen die von Deutschland kontrollierte Marionettenregierung des Königs Tamasese kämpfen, fachen eine Rebellion an. Die Manono-Insel wird am 5. Sep. 1888 von einem deutschen Kriegsschiff beschossen. |
||||
|
2. Sep. 1888 |
Der deutsche Kanzler Bismarck genehmigt das Engagement der „Deutschen Bank“ im türkischen Eisenbahnbau. |
||||
|
9. Sep. 1888 |
Durch die Proklamation des atuanischen Fürsten Mata’afa zum König von Samoa und die Ankunft amerikanischer und britischer Kriegsschiffe weitet sich der „Samoanische Bürgerkrieg“ aus. Die von Deutschland kontrollierten Truppen des Königs Tamasese geraten in Bedrängnis. |
||||
|
20. Sep. 1888 |
Der so genannte „Araber-Aufstand“ bricht im deutsch besetzten Tanganyika aus. Bis auf Bagamoyo, Dar as-Salaam, Kilwa und Kivinje können die Rebellen das gesamte Land unter ihre Kontrolle bringen. |
||||
|
22. Sep. 1888 |
Durch die knappe Niederlage der Rebellen vor Bagamoyo wendet sich das Kriegsglück in Tanganyika zugunsten der deutschen Herrscher. |
||||
|
4. Okt. 1888 |
Erste Eisenbahnkonzession für die „Deutsche Bank“ in der Türkei. |
||||
|
30. Okt. 1888 |
Die südwestafrikanischen Herero kündigen den „Schutzvertrag“ mit Deutschland. |
||||
|
Nov. 1888 |
Ausbruch eines Aufstands der Herero-Bevölkerung von Damaraland in Südwestafrika gegen die deutsche Herrschaft. Kommissar Heinrich Göring muss in die britische Walvis-Bucht fliehen. |
||||
|
15. Nov. 1888 |
Showdown im „Samoanischen Bürgerkrieg“. Vor Laulii treffen amerikanische, britische und deutsche Kriegsschiffe zusammen. Der amerikanische Konsul hat den Befehl eine deutsche Beschießung der Rebellen des Königs Mata’afa mit Gewalt zu unterbinden. Der deutsche Konsul verzichtet aufgrund der internationalen Kriegsgefahr auf einen Militärschlag von See. |
||||
|
1889 |
Karl Heusner wird erster deutscher Marinestaatssekretär. |
||||
|
1889 |
Erste Reise des deutschen Kaisers Wilhelm II. in die Türkei. |
||||
|
1889 |
Der deutsche Botschafter Eugen Zintgraff besucht die verfeindeten camerounischen Staaten Bali Nyonga und Bafut. Durch absichtliches respektloses Verhalten gegenüber dem bafutischen König Abumbi I. stellt sich Zintgraff auf die Seite von Bali Nyonga. |
||||
|
5. Jan. 1889 |
Im „Samoanischen Bürgerkrieg“ verhängt Deutschland illegal das Kriegsrecht über das besetzte Samoa. Deutsche Marineinfanteristen versuchen die Rebellen des von Großbritannien und den USA unterstützten Königs Mata’afa zu entwaffnen. |
||||
|
11. Jan. 1889 |
Der deutsche Kanzler Bismarck bietet Großbritannien ein Bündnis „zur gemeinschaftlichen Abwehr eines französischen Angriffs“ an. |
||||
|
12. Feb. 1889 |
Der für die deutschen Truppen und ihre Verbündeten desaströs verlaufende „Samoanische Bürgerkrieg“ wird durch die deutsche Regierung beendet. |
||||
|
8. Apr. 1889 |
Julius Verdy wird preußischer Kriegsminister. |
||||
|
Apr. 1889 |
Beginn der „Samoa-Konferenz“ in Berlin zur Neuordnung des Landes nach dem „Samoanischen Bürgerkrieg“. |
||||
|
Mai 1889 |
Der deutsche Kommissar Hermann von Wissmann schlägt mit der Einnahme von Jahazi den Aufstand im besetzten Tanganyika nieder. M’Bunga und Yao erklären sich jedoch mit den Aufständischen solidarisch und führen den Kampf fort. |
||||
|
14. Jun. 1889 |
Unterzeichnung der „Samoa-Schlussakte“ durch Deutschland, Großbritannien und die USA in Berlin. Deutschland muss die Wiederherstellung des Status quo (vor der gewaltsamen Absetzung König Laupepas durch deutsche Truppen) anerkennen. |
||||
|
Jul. 1889 |
Deutsche Truppen treffen im besetzten Südwestafrika ein, um den Aufstand der Herero-Bevölkerung von Damaraland niederzuschlagen. |
||||
|
10. Aug. 1889 |
Die Regierung der südwestafrikanischen Aikh-Ai-Bevölkerung wird von den deutschen Truppen abgesetzt. |
||||
|
7. Nov. 1889 |
Deutsche Teilannexion von Samoa mit Inkrafttreten der „Samoa-Schlussakte“. |
||||
|
15. Dez. 1889 |
Endgültige Niederschlagung des Aufstands im besetzten Tanganyika. |
||||
|
1890 |
Ausbruch eines Aufstands der namanischen Bevölkerung der Witbooi in Südwestafrika gegen die deutsche Herrschaft. |
||||
|
1890 |
Aufstockung der Friedensstärke der deutschen Reichswehr. |
„Wir müssen das große Geschick des Kanzlers und sein Ansehen in der Welt benutzen, um noch einige Zeit den Frieden zu erhalten, sobald aber unsere Rüstung fertig ist, den Kampf, dessen Beginn die Gegner zu bestimmen hoffen, selbst herbeizuführen.“ ― Alfred von Waldersee, deutscher Generstabschef, 15. Apr. 1889 (Waldersee, Gesammelte Schriften und Denkwürdigkeiten, II, S. 48) |
|||
|
1890 |
Intervention deutscher Truppen gegen einen Aufstand Wazaramus im besetzten Tanganyika. |
||||
|
20. Mär. 1890 |
Der ehemalige Admiralitätsstaatssekretär Caprivi wird deutscher Kanzler und preußischer Ministerpräsident. |
||||
|
31. Mär. 1890 |
Adolf Marschall wird deutscher Außenstaatssekretär. |
Marschall Deutscher Außenstaatssekretär 1890-97 |
|||
|
Apr. 1890 |
Endgültige Niederschlagung des „Araber-Aufstands“ im besetzten Tanganyika. |
||||
|
23. Apr. 1890 |
Friedrich von Hollmann wird deutscher Marinestaatssekretär. |
||||
|
Mai 1890 |
Der „Rückversicherungsvertrag“ mit Russland wird von Deutschland nicht erneuert. |
||||
|
1. Jul. 1890 |
Deutsche Erwerbung der Heligoland-Insel von Großbritannien im Tausch gegen Lamu und Witu. Tanganyika wird zur Kolonie „Deutsch-Ostafrika“. „Deutsch-Togoland“ wird im Westen bis zum Volta ausgedehnt. Rwanda kommt zu „Deutsch-Ostafrika“. Ein Teil von Bulozi kommt als „Deutsch-Sambesiland“ zu „Deutsch-Südwestafrika“, womit Deutschland Zugang zum Sambesi gewinnt. |
Kaiser auf Heligoland |
|||
|
21. Aug. 1890 |
Ein deutscher „Schutzvertrag“ mit den Bevölkerungen der Gami-Nun und der Veldschoendrager wird im besetzten Südwestafrika abgeschlossen. |
||||
|
26. Aug. 1890 |
Ein „Freundschaftsvertrag“ Deutschlands mit der Türkei wird abgeschlossen. |
||||
|
4. Okt. 1890 |
Hans von Kaltenborn-Stachau wird preußischer Kriegsminister. |
||||
|
21. Okt. 1890 |
Der deutsche „Schutzvertrag“ mit der Herero-Bevölkerung im besetzten Südwestafrika wird wiederhergestellt. |
||||
|
28. Okt. 1890 |
Sansibar verkauft das gesamte Küstengebiet Tanganyikas an Deutschland. |
||||
|
15. Dez. 1890 |
Offizielle deutsche Annexion der britischen Heligoland-Insel. |
||||
|
1891 |
Beginn des Aufstands der wanyamwesischen Bevölkerung von Tabora im deutsch besetzten Tanganyika. |
||||
|
1891 |
Deutsche Intervention gegen einen Aufstand der kougoanischen und topnaarischen Bevölkerung im besetzten Südwestafrika. |
||||
|
1891 |
Wahehe im besetzten Tanganyika erklärt seine Unabhängigkeit von Deutschland. |
||||
|
1. Jan. 1891 |
Die deutsche Regierung übernimmt die Direktverwaltung von „Deutsch-Ostafrika“ von der DOAG. |
||||
|
7. Jan. 1891 |
In Chile bricht ein Aufstand des Kongresses gegen die Regierung aus. Die deutsche Regierung erwägt sofort eine Unterstützung für die Kongress-Truppen, um eine von dem von den USA unterstützten Präsidenten José Balmaceda („Liberale Partei“ – PL) angestrebte Verstaatlichung der Salpeterproduktion zu verhindern, an der Deutschland mit 20% beteiligt ist. Das größere deutsche Ziel ist die Verhinderung eines chilenisch-amerikanischen „Gegenseitigkeitsvertrags“. |
„Nicht [nur] daheim drohen dem Reiche die stärksten Gefahren amerikanischer, besonders kapitalistischer Expansion, sondern draußen, in seinen Einflussgebieten, vor allem in Südamerika.“ ― Karl Lamprecht, deutscher Historiker, Aug. 1903 (Lamprecht, Deutsche Geschichte, Erg. II, S. 633)
„Amerika ist zu einer Quelle großer Unsicherheit für Deutschland geworden. […] Die Vereinigten Staaten weigern sich Platz zu machen, die deutsche […] Marine wird mobilisiert und nimmt Kurs auf Amerika. Die amerikanische Marine wird zerstört. An Land machten die deutschen Truppen kurzen Prozess mit den amerikanischen Söldnern. […] England und Amerika wurden besiegt. Deutschland nahm Mexiko, Guatemala, Britisch-Honduras, ganz Brasilien südlich des Amazonas, Uruguay, Paraguay, Bolivien, Peru und Nordchile.” ― Anonymus, deutscher Geostratege, über eine fiktive Situation des Jahres 1915, 1895 (Anonymus, Germania Triumphans, S. 47 f) |
|||
|
31. Jan. 1891 |
Von deutschen Offizieren geführte Truppen aus dem camerounischen Bali Nyonga greifen den bafutischen Verbündeten Mankon an. Beginn der bis 1907 andauernden „Bafut-Kriege“ Deutschlands. |
||||
|
7. Feb. 1891 |
Alfred von Schlieffen wird deutscher Generalstabschef. |
||||
|
13. Feb. 1891 |
Kommissar Wissmann erobert das Gebiet des Kilimanjaro im besetzten „Deutsch-Ostafrika“. |
||||
|
Feb. 1891 |
Deutsche Truppen schlagen einen Aufstand der abonischen Bevölkerung im besetzten Cameroun nieder. |
||||
|
Mär. 1891 |
Nach Schließung der Ausfuhrhäfen durch Präsident Balmaceda (PL) werden deutsche Kriegsschiffe nach Chile verlegt und beginnen mit Waffenlieferungen an die Kongress-Rebellen. |
||||
|
22. Mär. 1891 |
Offizielle Bildung der deutschen „Schutztruppe“ für das besetzte „Deutsch-Ostafrika“. |
||||
|
9. Apr. 1891 |
Gründung des ADV. |
„[Ziel ist die] Belebung der deutschnationalen Gesinnung, insbesondere Weckung und Pflege des Bewusstseins der rassenmäßigen und kulturellen Zusammengehörigkeit aller deutschen Volksteile. […] Für eine tatkräftige deutsche Interessenpolitik in der ganzen Welt, insbesondere Fortführung der deutschen Kolonialbewegung zu praktischen Ergebnissen.“ ― Aus der Erklärung der Ziele des ADV, 1900 (Dollinger, Das Kaiserreich, S. 228) |
|||
|
6. Mai 1891 |
Der „Dreibund“ wird bis 1902 erneuert. |
||||
|
Mai 1891 |
Im Norden Chiles beginnt der deutsche Hauptmann Körner mit der Ausbildung der Kongress-Rebellen. |
||||
|
30. Jul. 1891 |
Eine deutsche Truppe brennt in Wahehe Dörfer nieder und ermordet drei Mitglieder einer Delegation des Königs Mkwavinyika Mwamuyinga. Dies ist der Auslöser für den folgenden Aufstand Wahehes im besetzten Tanganyika. |
||||
|
17. Aug. 1891 |
Deutsche Intervention gegen den Aufstand Wahehes im besetzten Tanganyika. |
||||
|
20. Aug. 1891 |
Die Rebellen des chilenischen Kongresses landen unter dem Befehl des deutschen Hauptmanns Körner in der Quinteros-Bucht. |
||||
|
28. Aug. 1891 |
Ein deutsches Kommando besetzt zusammen mit amerikanischen und britischen Soldaten das chilenische Valparaíso, vor dem bereits die Kongress-Rebellen unter dem deutschen Hauptmann Körner stehen. |
||||
|
29. Aug. 1891 |
Der chilenische Bürgerkrieg wird dank deutscher Waffen zu Gunsten der Kongress-Rebellen entschieden. Die neue prodeutsche Regierung unter Jorge Montt bricht die chilenisch-amerikanischen Verhandlungen über einen „Gegenseitigkeitsvertrag“ ab. Am 7. Sep. 1891 erkennt Deutschland als erste Großmacht das neue Regime an. |
Montt Chilenischer Präsident 1891-96 Ein Komplize des deutschen Imperialismus |
|||
|
Nov. 1891 |
Deutsche Truppen dringen in Bakweri und Bwea im besetzten Cameroun ein. Dies führt zu einem Aufstand der bakwerischen Bevölkerung. |
||||
|
1892 |
Durch einen Vertrag mit Frankreich und Großbritannien kommt ein Teil Bornus zur Kolonie „Deutsch-Nordwestafrika“. |
||||
|
10. Jun. 1892 |
Deutscher Feldzug gegen die Bevölkerung der Gogo, Khagga und Moshi im besetzten Tanganyika. Etwa 2,000 Khagga werden getötet. |
||||
|
23. Mär. 1892 |
Botho zu Eulenburg wird preußischer Ministerpräsident. |
||||
|
1893 |
Endgültige Niederschlagung des Aufstands der wazaramunischen Bevölkerung im deutsch besetzten Tanganyika. |
||||
|
1893 |
Deutsche Intervention gegen eine Meuterei von aus der französischen Kolonie Porto Novo stammenden Mitgliedern der „Schutztruppe“ im besetzten Cameroun. |
||||
|
1893 |
Deutsche Intervention gegen einen Aufstand der bweanischen Bevölkerung im besetzten Cameroun. |
||||
|
Jan. 1893 |
Endgültige Niederschlagung des Aufstands der wanyamwesischen Bevölkerung im deutsch besetzten Tanganyika. |
||||
|
Feb. 1893 |
Die „Deutsche Bank“ erhält die Konzession für den Bau einer Eisenbahnlinie in den türkischen Regierungsbezirk Konya. |
||||
|
Apr. 1893 |
Deutscher Krieg gegen die namanische Bevölkerung der Witbooi im südwestafrikanischen Hinterland. |
||||
|
7. Sep. 1893 |
Nach Ausbruch des „Flottenaufstands“ der brasilianischen Kriegsmarine gegen die Regierung werden umgehend zwei deutsche Kriegsschiffe nach Rio de Janeiro gesandt. |
„Unser hoher Herr erhofft, dass, wenn die Schreiereien im Auslande mehr und mehr zunehmen, schließlich aus der eigenen Initiative des Reichstages heraus Anträge auf Neubauten [von Kriegsschiffen] kommen werden.“ ― Gustav von Senden, deutscher Marinekabinettschef, Jun. 1894 (MFA, Deutsche Militärgeschichte, V, S. 162) |
|||
|
19. Okt. 1893 |
Walter Bronsart wird preußischer Kriegsminister. |
||||
|
Feb. 1894 |
Deutsche Intervention gegen einen Aufstand der namanischen Bevölkerung der Khaua im besetzten Südwestafrika. |
||||
|
20. Mär. 1894 |
Deutscher „Schutzvertrag“ mit der Gei-Khauan-Bevölkerung im besetzten Südwestafrika. |
||||
|
Jul. 1894 |
Strategische Planung des deutschen Generalstabs zu einem Zweifrontenkrieg gegen Frankreich und Russland. |
||||
|
27. Aug. 1894 |
Der deutsche Krieg gegen die namanische Bevölkerung der Witbooi in Südwestafrika ist beendet. |
„Schlage […] vor den gesamten Stamm der Witboois nach Samoa […] zu deportieren.“ ― Friedrich von Lindequist, Gouverneur von „Deutsch-Südwestafrika“, 10. Jul. 1906 (Drechsler, Aufstände in Südwestafrika, S. 136)
Lindequist Deutscher Kolonialstaatssekretär 1910-11 |
|||
|
15. Sep. 1894 |
Ein „Schutzvertrag“ Deutschlands mit der namanischen Bevölkerung der Witbooi in Südwestafrika wird abgeschlossen. |
||||
|
28. Okt. 1894 |
Niederschlagung des „Wahehe-Aufstands“ im besetzten Tanganyika durch die deutsche Einnahme von Iringa und Kalenga. Der Kleinkrieg geht jedoch noch vier Jahre weiter. |
||||
|
29. Okt. 1894 |
Chlodwig zu Hohenlohe-Schillingsfürst wird deutscher Kanzler und preußischer Ministerpräsident. |
||||
|
4. Nov. 1894 |
Die deutsche Zeitschrift „Alldeutsche Blätter“ fordert eine deutsche Besetzung der britischen Protektorate Walvis-Bucht und Sansibar. |
||||
|
30. Nov. 1894 |
Das südwestafrikanische Damara wird endgültig zum deutschen Protektorat. |
||||
|
Dez. 1894 |
Deutsche Intervention gegen einen Aufstand der bakwerischen Bevölkerung im besetzten Cameroun. |
||||
|
1895 |
Das Buch „Großdeutschland und Mitteleuropa um das Jahr 1950“ von Ernst Hasse (ADV) erscheint. In diesem Werk wird die Idee eines von Deutschland dominierten Europas erstmals penibel ausgearbeitet. |
„Großdeutschland besteht […] aus einem großdeutschen Bunde und einem großdeutschen Zollverein. Der großdeutsche Bund wird gebildet aus dem jetzigen kleindeutschen Kaiserreich einschließlich Luxemburg, den Niederlanden (Holland und Belgien), der deutschen schweizer Eidgenossenschaft, dem österreichischen Kaiserreich. Der großdeutsche Zollverein wird gebildet aus dem großdeutschen Bunde, den baltischen Fürstentümern, dem Königreich Polen, dem Königreich Ruthenien, dem Königreich Rumänien, dem Königreich Großserbien.“ ― Ernst Hasse, ADV-Chef, über das fiktive Deutschland des Jahres 1950, 1895 (Opitz, Europastrategien des deutschen Kapitals, S. 116) |
|||
|
Jan. 1895 |
Deutsche Intervention gegen einen Aufstand der namanischen Bevölkerungen der Fransman und Khaua, sowie der Gami-Nun im besetzten Südwestafrika. |
||||
|
24. Feb. 1895 |
Die deutsche Zeitschrift „Alldeutsche Blätter“ fordert ein deutsches Protektorat über Oranje und Südafrika. |
||||
|
Apr. 1895 |
Deutscher „Friedensvertrag“ mit dem besiegten Bakweri im besetzten Cameroun. Die gesamte Bevölkerung wird ins untere Bwea vertrieben. |
||||
|
17. Apr. 1895 |
Der „Vertrag von Shimonoseki“ beendet den „Japanisch-Chinesischen Krieg“. Die deutsche Regierung entschließt sich zunächst, den Vertrag nicht anzuerkennen und sendet weitere Kriegsschiffe nach Ostasien. Ziel ist die Verhinderung einer japanischen Festsetzung auf der Shandong-Halbinsel, um dort selbst einen Marinestützpunkt einzurichten. Es beginnen Planungen für eine deutsche Besetzung von Weihai. |
||||
|
21. Mai 1895 |
Die deutsche Zeitschrift „Alldeutsche Blätter“ fordert nach dem Ende des „Chinesisch-Japanischen Kriegs“ die deutsche Besetzung eines Hafens an der chinesischen Küste und schlägt Qingdao vor. |
||||
|
Mai 1895 |
Deutscher Krieg gegen Bakoko im besetzten Cameroun. |
||||
|
9. Jun. 1895 |
Offizielle Bildung der deutschen „Schutztruppen“ für die besetzten Gebiete Cameroun und Südwestafrika. |
||||
|
4. Aug. 1895 |
Die deutsche Zeitschrift „Alldeutsche Blätter“ fordert eine deutsche Besetzung Marokkos. |
||||
|
1896 |
Ein Aufstand der yaundischen Bevölkerung im besetzten Cameroun wird von deutschen Truppen niedergeschlagen. |
||||
|
1896 |
Deutsche Agenten versuchen Malakote, im Hinterland des britischen Protektorats East Africa, unter ihre Kontrolle zu bekommen. Der Versuch scheitert. |
||||
|
3. Jan. 1896 |
Nach dem so genannten „Jameson Raid“ in Südafrika erreicht der Versuch Deutschlands durch Unterstützung der Buren gegen Großbritannien koloniale Zugewinne zu machen mit einem Glückwunsch-Telegramm an den südafrikanischen Präsidenten Paulus Krüger seinen Höhepunkt. Auf einer außerordentlichen Beratung in Berlin fordert Kaiser Wilhelm II., Südafrika unter deutschen Schutz zu stellen und sofort Truppen zu entsenden. |
||||
|
Feb. 1896 |
„Strafaktion“ der deutschen Besatzungstruppen gegen Bogebatchi in Cameroun. |
||||
|
Mär. 1896 |
Deutsche Intervention gegen Aufstände der namanischen Bevölkerung der Khaua und der Ovambanderu im besetzten Südwestafrika. |
||||
|
Mai 1896 |
Niederschlagung der Aufstände der namanischen Bevölkerung der Khaua und der Ovambanderu im besetzten Südwestafrika. |
||||
|
Jul. 1896 |
Ein deutsches Kriegsschiff wird von Admiral Alfred von Tirpitz beauftragt, die chinesische Jiazhou-Bucht auf ihre Eignung für einem Marinestützpunkt zu untersuchen. |
||||
|
14. Aug. 1896 |
Heinrich von Gossler wird preußischer Kriegsminister. |
||||
|
27. Aug. 1896 |
Nach dem Tod des sansibarischen Sultans Sa’id Ibn Thuwayni unterstützt Deutschland dessen zweiten Sohn Sa’id Ibn Barghash, der sich an die Macht putscht. Die britische Regierung unterstützt jedoch weiterhin den rechtmäßigen Thronfolger Sa’id Ibn Muhammad und geht militärisch gegen Barghash vor. |
||||
|
Nov. 1896 |
Im so genannten „Rukunku-Putsch“ macht sich in Rwanda der prodeutsche Tutsi Yuhi IV. zum König. Die deutschen Machthaber im besetzten Tanganyika unterstützen in den folgenden zwei Jahrzehnten die Annexion der de facto unabhängigen Hutu-Staaten Bugama-Kiganda, Buhoma, Bukonya, Bushiru, Bwanamwari, Syingogo, Kibari, Ruhengeri und Rwankeri durch die Tutsi-Zentralgewalt.
Yuhi IV. Ruandesischer König 1896-1931 Ein Komplize des deutschen Imperialismus |
„Brutale Strafexpeditionen waren das Hauptmittel deutscher Offiziere, um rebellierende […] Häuptlinge zur Anerkennung der deutschen Herrschaft bzw. der Autorität des Königs [Yuhi IV.] zu zwingen: Systematische Zerstörung oder Niederbrennung ganzer Dörfer und ihrer Landwirtschaft, Viehenteignungen, Hinrichtungen.“ ― Christophe Kougniazondé, beninischer Jurist, Sep. 1997 (Rwanda Occasional Paper 13/1997) |
|||
| Zurück | Weiter |